Ein Blick auf die Politik und das eigene Leben

SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen plauderte mit dem Schauspieler Helmfried von Lüttichau. Schlecker

Rosenheim – Auf Wahlkampf im Talkshow-Format setzt Natascha Kohnen.

Bei ihrer Reihe „Kohnen plus“ plaudert die Spitzenkandidatin der Bayern-SPD mit prominenten Gästen locker über das Leben an sich, persönliche Erfahrungen, aktuelle Themen und Zukunftsvisionen. Ihr Gesprächspartner in Rosenheim war der Schauspieler Helmfried von Lüttichau.

Eingeladen zu der Veranstaltung hatten die Rosenheimer Landtagskandidatinnen Alexandra Burgmaier und Britta Promann. Knapp 40 Zuhörer waren gekommen, großteils SPD-Mitglieder. Viele Plätze im Saal des Gasthauses Höhensteiger in Westerndorf St. Peter blieben leer. Den Grund dafür sah Burgmaier in den hohen Temperaturen, die derzeit eher zu einem Biergartenbesuch als zu einer Gesprächsrunde in einem geschlossenen Raum animieren. Anders als die CSU mit ihrem Fokus auf „Asyl“ betreibe die SPD keine „Ein-Themen-Politik“. „Uns sind viele Themen wichtig“, stellte Burgmaier klar und nannte Pflege, Bildung und einen funktionierenden Öffentlichen Personennahverkehr als Beispiele.

Im Gespräch zwischen Kohnen und Helmfried von Lüttichau kam die Sprache dann aber doch auch wieder schnell auf die Migration. Lüttichau kann nicht nachvollziehen, dass es Menschen gibt, „die denken, sie brauchen nur die Türen zu schließen, und schon haben sie ihr Land zurück“. Eine einfache Lösung gäbe es bei diesem Punkt nicht, meint auch Natascha Kohnen: „Das ist kein kurzer, sondern ein langer Weg.“

Mehr noch als über politische Themen sprachen die Politikerin und der Schauspieler aber über ihr eigenes Leben. Die Zuhörer erfuhren, dass Kohnen ein Schulausflug nach Wackersdorf politisch geprägt hat. Helmfried von Lüttichau, der unter anderem den Polizisten „Staller“ in der beliebten Fernsehserie „Hubert und Staller“ spielt, ist nach eigener Einschätzung „kein politischer Mensch“. Als Jugendlicher habe er lediglich gegen die statistische Erhebung „Mikrozensus“ öffentlich mit dem Druck von Flyern mit dem Aufdruck „Nur Schafe lassen sich zählen“ protestiert.

Außerdem erzählte Lüttichau, welches Leben Schauspieler führen. „Frei zu arbeiten, muss man schon lernen“, meinte er. Nur die wenigsten deutschen Schauspieler hätten mehr als 100 Drehtage im Jahr: „Drei oder vier Drehtage in einem Monat sind auch schon relativ gut.“ Damit stelle sich die Frage: „Was macht man mit den Tagen dazwischen?“

Politische Themen seien immer schon ins Theater eingeflossen, aber traditionell mehr links als rechts. „Ein AfD-Theater ist auch heute nicht vorstellbar“, meinte Lüttichau. Für Natascha Kohnen steht fest: „Kunst lebt von Weltoffenheit.“ wu

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