Zweiter Kommandant kündigt fristlos

Der ärger bei der Feuerwehr Feldkirchen-Westerham reißt nicht ab: Jetzt trat der Zweite Kommandant Michael Kolmberger fristlos zurück. Foto merk

In der Feuerwehr Feldkirchen-Westerham will keine Ruhe einkehren. Jetzt hat Michael Kolmberger, der 26 Jahre lang der Wehr in verschiedenen Positionen angehört hatte, seinen Posten als Zweiter Kommandant fristlos aufgekündigt.

Feldkirchen-Westerham - Mitte Mai hat Thomas Lechner als Vorstand des Feuerwehrvereins sein Amt niedergelegt, ist Sepp Binder zu seinem Nachfolger gewählt worden (wir berichteten).

Wenngleich Bürgermeister Bernhard Schweiger und auch der Gemeinderat von diesen seit langer Zeit schwelenden Unstimmigkeiten gewusst hatten, kam auch für sie der Rücktritt Kolmbergers völlig überraschend. Der Termin für eine Neuwahl steht noch nicht fest.

Michael Kolmberger schreibt, dass er die Gründe für seinen Rücktritt allen zuständigen Gremien wie Kreisbrandinspektion, Bürgermeister, den Referenten der Gemeinde, aber auch dem Ersten Kommandanten Georg Puhl mitgeteilt habe. "Ausführliche Aufzeichnungen und mehrere Gesprächsprotokolle liegen der Gemeinde vor", schreibt Kolmberger weiter.

Seinen Rücktritt begründet er mit dem erfolglosen Bemühen um eine gute Zusammenarbeit mit dem Ersten Kommandanten. Kolmberger führt auch "böswillige Aktionen" von namentlich nicht genannten Mitgliedern der Wehr ins Feld.

In den letzten Sätzen seines Schreibens erinnert er daran, dass er neun Jahre Schriftführer und zwölf Jahre Erster Kommandant der bis 2006 selbstständigen Feuerwehr Westerham und seit der Fusion mit Feldkirchen stellvertretender Kommandant war.

Der Gemeinderat nahm diesen Rücktritt gegen eine Stimme an, zeigte aber für dieses offensichtliche Zerwürfnis keinerlei Verständnis. Der allgemeine Tenor war ein Appell an Mitglieder, "die Vernunft und die Verantwortung im Interesse der Sicherheit für die Bürger" wieder in den Vordergrund zu stellen.

"Ich möchte zuerst die Stellungnahmen des Ersten Kommandanten und des Kreisbrandrats abwarten und erwarte von denen klare Aussagen", sagte die Zweite Bürgermeisterin Ursula Borkenhagen.

Der Westerhamer Gemeinderat Adi Tutsch (Grüne) bedauerte es im Nachhinein, dass vor einigen Monaten vom Gremium die Einschaltung eines Mediators aus Kostengründen abgelehnt worden war. me

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