Ergebnisse der Verkehrszählung

Zweite Mangfallbrücke ändert Bruckmühler Verkehrsströme – laut Experte zum Besseren

Am stärksten befahren ist die Staatsstraße S 2078. Hier müssen langfristig gefährliche Querungen entschärft werden – zum Beispiel mit Kreisverkehranlagen.
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Am stärksten befahren ist die Staatsstraße S 2078. Hier müssen langfristig gefährliche Querungen entschärft werden – zum Beispiel mit Kreisverkehranlagen.

Im Gemeinderat präsentierte der Verkehrsexperte Professor Dr. Harald Kurzak die Ergebnisse der jüngsten Verkehrszählung. Sein Fazit: „Der Bau der zweiten Mangfallbrücke war richtig.“

Bruckmühl – Professor Dr. Harald Kurzak kennt die Verkehrsentwicklung in Bruckmühl so gut wie kaum ein anderer Außenstehender. Der 80-Jährige ist nicht nur Professor an der Technischen Universität München, sondern auch beratender Ingenieur für Verkehrsplanung. In dieser Funktion nahm er Bruckmühl schon viermal unter die Lupe: 2001, 2008 und 2014/15 sowie bei der jüngsten Verkehrszählung in Bruckmühl im Herbst vergangenen Jahres. Die Ergebnisse präsentierte er nun dem Marktgemeinderat mit einem entscheidenden Fazit: „Der Bau der zweiten Mangfallbrücke war richtig.“

1300 Laster am Tag gezählt

An 34 Knotenpunkten wurde der Verkehr beobachtet und gezählt. Die Staatsstraße 2078 ist mit 13 000 Fahrzeugen pro Tag logischerweise am stärksten befahren. In Richtung Bad Aibling nimmt die Frequentierung mit 17 000 Fahrzeugen in Höhe von Heufeld und 20 000 vor Bad Aibling sogar noch zu. Etwa acht Prozent der Fahrzeuge seien Lkw – also etwa 1300 pro Tag.

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Passierten die alte Mangfallbrücke bei den Verkehrszählungen der vergangenen Jahre noch 10 000 Fahrzeugen pro Tag, ist diese Zahl inzwischen auf 7500 gesunken. 4800 Fahrzeuge nutzten alternativ die neue, sogenannte zweite Mangfallbrücke, bilanzierte Kurzak die Zählung. Sie habe auch den mit dem neuen Fachmarktzentrum entstanden zusätzlichen Verkehrsstrom von 3500 Fahrzeugen entzurrt.

Weniger Schwerverkehr im Zentrum

Zudem bewirke die zweite Mangfallbrücke, dass sich der Verkehr stärker in die Ortsteile verlagere, so beispielsweise in Richtung Götting mit zusätzlichen 1800 Fahrzeugen (insgesamt 5600), nach Irschenberg mit 1400 und nach Vagen mit 500 Fahrzeugen. Zudem sei aufgrund der neuen Brücke deutlich weniger Schwerverkehr im Zentrum.

Erstmals wurde auch der Radverkehr betrachtet. Dieser sei mit 1300 Radlern unter insgesamt 8000 Fahrzeugen im Zentrum erheblich, betonte Kurzak. In Heufeldmühle wurden pro Tag 600 und in Heufeld 500 Radfahrer gezählt. Die Verkehrszählung sei bei schönem Wetter durchgeführt worden, so Kurzak. Erfahrungsgemäß sei etwa die Hälfte aller Radler aber bei jedem Wetter unterwegs.

Eigenes Gutachten für Radverkehr kommt

Die Verkehrszählung gilt als Grundlage für das Verkehrskonzept, das Ralf Bergmann von der Stadt und Land Planungsgesellschaft mbH für Bruckmühl erarbeitet hat. Dass dieses der Verwaltung schon seit dem Frühjahr vorgelegen haben soll, sorgte bei einigen Gemeinderäten für Verstimmung. Immerhin fand Anfang August eine Klausurtagung statt, bei der es auch um das Radwegenetz von Bruckmühl ging.

Die Radwege hat der Planer im Verkehrskonzept nicht betrachtet. Dafür solle ein eigenes Gutachten erstellt werden, erinnerte Zweiter Bürgermeister Klaus Christoph an einen Ratsbeschluss vom 23. Juli (Bericht folgt).

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