Das zweite Mal mit dem Leben bezahlt

Das Sterbebild von Josef Ulrich ist in der Aiblinger Ausstellung "Heimat 1914" zu sehen. Repro Stache
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Das Sterbebild von Josef Ulrich ist in der Aiblinger Ausstellung "Heimat 1914" zu sehen. Repro Stache

Ein Jahrhundert liegt der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zurück. Über die Auswirkungen auf die Menschen in unserer Region informiert noch bis 26.

Oktober die Ausstellung "Heimat 1914" im Rathaus und im Heimatmuseum. Unsere Serie dazu setzen wir heute mit dem Aiblinger Josef Ulrich fort.

Bad Aibling - Die zweite Einberufung war eine zuviel: So könnte man das Schicksal von Josef Ulrich beschreiben. Als ältester Sohn der Kaufleute Johann und Ursula Ulrich kam er zur Welt, lernte Elektroingenieur und war als Betriebsleiter tätig. Vor dem Krieg leistete er bereits Militärdienst ab.

Am 3. August 1914 rückte er als Vizefeldwebel der Reserve in Lindau am Bodensee ein. Bereits drei Wochen später, am 25. August, wurde Josef Ulrich bei Bazien durch einen Maschinengewehrschuss in die linke Achsel verwundet. Er kam zur Genesung wieder zu seinen Eltern nach Bad Aibling; jedoch dauerte der Aufenthalt nicht lange.

Als er genesen war, wurde er nämlich wieder zur Fahne einberufen. Und diesen zweiten Kriegseinsatz bezahlte der Aiblinger mit seinem Leben. Am 27. September 1914 wurde Josef bei Dampierre durch Schrapnellschüsse in die Lunge und in den Magen schwer verletzt.

Er überlebte seine Verletzungen jedoch nicht und starb einen Tag später im Feldlazarett Elloy en Santeurre in Frankreich. Im dortigen Schlosspark wurde Ulrich auch beerdigt. Sein Totenbild zeigt ihn kniend mit dem Gewehr in der Hand. ws

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