BRUCKMÜHLER MARKTAUSSCHUSS STIMMT ZU

Zuwachs in Högling: 3100 Legehennen und manchmal auch 6200

Der neue Legehennen-Stall mit Freilandhaltung soll zwischen der Staatsstraße 2078 und dem südlichen Ortsteilrand von Högling gebaut werden.
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Der neue Legehennen-Stall mit Freilandhaltung soll zwischen der Staatsstraße 2078 und dem südlichen Ortsteilrand von Högling gebaut werden.
  • vonThorsten Neuwirth
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Dem geplanten Neubau eines Legehennen-Stalls mit Freilandhaltung am südlichen Rand des Ortsteils Högling stimmte der Bruckmühler Marktausschuss mit 9:2 Stimmen mehrheitlich zu. Was geplant ist, lesen Sie hier.

Bruckmühl – Markus Schwinghammer von der gemeindliche Bauverwaltung erläuterte das Bauvorhaben: So plane der ortsansässige Antragsteller einen Legehennen-Stall in den Ausmaßen von 55 mal 20 Metern (Firsthöhe 7,80 Meter) mit Freilandhaltung.

In den zwei Gruppen sollen je 3100 Hühner mit Packstelle gehalten werden. Der gesamte Bereich würde unmittelbar nördlich an die Staatsstraße 2078 angrenzen. Eine Photovoltaikanlage übernimmt die Eigenstromversorgung. Eine Direktvermarktung ist nicht geplant: Wie Schwinghammer erläuterte, seien die Legehennen ausschließlich für die Versorgung von regionalen Märkten vorgesehen.

Geruchsimmission als irrelevant bewertet

Auch sei die Lage bewusst gewählt worden, um die maximale Entfernung des Gebäudekomplexes zum angrenzenden Höglinger Dorfgebiet zu gewährleisten. Zwei Futtersilos an der nördlichen Stallgebäude-Seite komplettieren die Planungen. Wie Schwinghammer erläuterte, würden die Werte der „Irrelevanz-Schwelle der Geruchsimmissionsrichtlinie“ eingehalten.

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Die Bauverwaltung schlug vor, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen. Bürgermeister Richard Richter, (CSU/PW) attestierte dem Bauprojekt eine Realisierbarkeit: „In der Version haben wir auch kein Problem mit dem Abbiegeverkehr von der Landstraße zum Stallkomplex.“

Für CSU/PW-Rat Hubert Maier war wichtig, dass der neue Stall den regionalen Bedarf abdeckt, und keine negativen Äußerungen der betroffenen Nachbarn vorliegen. Er schlug vor, die An- und Abfahrt des Lkw-Verkehrs über die innerörtlichen Straßen Höglings zu führen, nicht aber über den Schneiderweg. Hier hielt der Bürgermeister entgegen, dass eine Zufahrt von der Staatsstraße über das Straßenbauamt geklärt werden müsste: „Eine Vergrößerung der Abbiegesituation wäre durchaus noch möglich.“

Sorgen der Nachbarn im Blick behalten

Grünen-Rat Stefan Mager plädierte dafür, die Auslauffläche der Hennen nicht bis zu den nördlich angrenzenden Anwohnern auszureizen: „Das bringt nur Probleme, das sollten wir vorab klären.“ Er regte an, einen Teil der Auslauffläche Richtung Westen zu verlegen.

Zur Sachklärung wurde dem Bauwerber das Wort erteilt. Seinen Aussagen nach wird das Stall-Gebäude nach den gesetzlichen Vorgaben mit einem Abstand von 24 Metern zur Staatsstraße erstellt. Der sich dann in Richtung Norden anschließende Freilauf gehe zwar bis unmittelbar vor die Wohnbebauung, doch würden sich die meisten Hennen erfahrungsgemäß im Mittelbereich des Areals aufhalten, das wäre „also mit über 100 Meter Entfernung weit genug weg von den Häusern“.

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Den Lkw-Verkehr bezifferte er als minimal. Die Auslieferung der Eier erfolge mit einem Kleintransporter. Auf Nachfrage von Mager, ob man dem Bauwerber eine Eingrünung „des nicht gerade optisch einladenden Stallgebäudes“ vorschreiben könne, antwortete Bauamts-Chef Konrad Kremser: „Hier hat die Gemeinde keine Handhabe. Mehr als ein Hinweis ans Landratsamt ist nicht drin.“

Kapazität wird nur bei Tierwechsel ausgereizt

CSU/PW-Rätin Anna Wallner wies noch einmal darauf hin, dass die Maximalkapazität von 6200 Hühnern nur während des Tierwechsels, also in einem ganz engen Zeitraum, erreicht werde.

Fraktionskollege Michael Stahuber zeigte sich überrascht, dass die Freilauffläche bis zur Wohnbebauung geht: „Hier wären für mich die Stellungnahmen der betroffenen Anwohner zur Entscheidung hilfreich.“ Bürgermeister Richter regte an, diese Aussagen bei künftigen Anträgen mit vorzulegen. Unterm Strich erhielt der Antrag einen von der Mehrheit des Bruckmühler Marktausschusses getragen positiven Bescheid.

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