Nachhaltigkeit

Zum zweiten Mal „Umweltschule in Europa“ – Ostermünchener Schüler verteidigen ihren Titel

Mit bunten Plakaten haben die Ostermünchener Schüler für ihre Aktivitäten „Werbung“ gemacht.
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Mit bunten Plakaten haben die Ostermünchener Schüler für ihre Aktivitäten „Werbung“ gemacht.
  • vonWerner Stache
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Auf Nachhaltigkeit legt die Fritz-Schäffer-Schule in Ostermünchen großen Wert. Und das schon seit langem. Der Lohn dafür flatterte nun in Form des Titels „Umweltschule in Europa“ ins Haus – nach 2019 ein zweites Mal in Folge.

Tuntenhausen – „Die Auszeichnung gilt jeweils für ein Schuljahr, somit muss man sich jährlich neu bewerben“, erklärt Pädagogin Anneliese Aumiller. Zwei Themen nahmen sich die Ostermünchner in diesem Jahr vor: Biologische Vielfalt in der Schulumgebung sowie Vermeidung von Müll und Umgang mit Rohstoffen. Umfangreiche Projekte, an denen 13 Klassen und 29 Pädagogen beteiligt waren. Fast 300 Schüler machten mit – eine beachtliche Leistung.

Das Pausenbrot kommt aus der Region

Und es wurde viel erreicht, wie Rektorin Margaret Careddu-Bayr und Konrektorin Birgit Decker berichten: Dazu gehört die rein biologische Herstellung des gesamten Pausenangebotes. Alle Zutaten kommen auf kurzen Transportwegen nach Ostermünchen, werden vom Biometzger vor Ort und gemeindliche Produzenten geliefert. Zudem gibt es an der Schule nahezu keinen Plastikabfall mehr.

Anneliese Aumiller schilderte: „Das bisherige Pausenangebot mit Aufbacksemmeln, verpackte SB-Wurst und Käse aus industrieller Herstellung war gesundheitlich und umweltpolitisch nicht mit unserer Idee einer Umweltschule vereinbar.“ Zudem regte die Schülermitverwaltung an, sich verstärkt mit dem Thema Umweltschutz durch Plastikmüll auseinanderzusetzen. So bildete sich ein Arbeitskreis, der Hersteller aus der näheren Umgebung kontaktierte. Die Schüler testeten die Produkte, gestalteten die Preise und übernahmen die Werbung. Schließlich stellten sie das neu kreierte Pausenangebot der Schulvollversammlung vor.

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Auch das Projekt „Ramadama“ zu Müllvermeidung, Recycling und Entsorgung stand auf dem 2020er Umweltprogramm der Ostermünchener. Daran arbeiteten nicht nur Vertreter der Abteilung „Kreislaufwirtschaft“ des Landratsamtes, sondern auch Eltern und der Wertstoffhof der Gemeinde Tuntenhausen mit. So erlernten selbst die jüngsten Schüler schnell einen verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen. „Durch das wachsende Bewusstsein der Schüler für Umwelt-Themen, zu dem auch die Fridays-for-future-Bewegung beigetragen hat, war das Interesse sehr groß“, betont Rektorin Careddu-Bayr.

Waldmarsch mit besonderem Auftrag: Klassenweise machten sich die Ostermünchener Schüler auf den Weg, um die Natur von Müll zu befreien.

Die Grund- und Mittelschule Ostermünchen ist seit Jahren auf diversen Feldern aktiv: Es gibt eine Schülerfirma, das Patenprojekt „Jugend in Arbeit“, eine Praxisklasse und auch das besondere Profil Inklusion. „Da passt das Zertifikat Umweltschule in Europa doch bestens hinein“, meint Konrektorin Birgit Decker.

Videobotschaft des Kultusministers

Die Corona-Pandemie erlaubt in diesem Jahr keine große Feier. „Wir wären gern mit Euch zusammengekommen“, schreibt Kultusminister Michael Piazolo in einem Brief an die Preisträger. Dafür kam die gute Nchricht per Videobotschaft nach Ostermünchen. „Für den Umweltschutz sind Schulen besonders wichtig“, betont der Kultusminister und freut sich, dass sich in diesem Jahr mehr als 500 Schulen beteiligten. Auch Umweltminister Thorsten Glauber lobte das Engagement der Schulen in Pandemiezeiten: „Über 100 Schulen mehr als im Vorjahr haben mitgemacht. Das ist toll.“

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Dabei wird die Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ nicht etwa mit der „Gießkanne verteilt“, sondern ist herausragend: Im Landkreis Rosenheim gibt es nur fünf Preisträger. Dazu gehören neben der Fritz-Schäffer-Grund- und Mittelschule in Ostermünchen auch die Montessori-Schule Rohrdorf sowie die Grundschulen in Eggstätt, Rimsting und Vogtareuth.

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