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Lager mit Spenden im Aiblinger Laden „Zeile 28“ sind voll, nur eines läuft noch nicht so gut

Caritas-Chefin Renate Bruckner (rechts) und Ladenleiterin Anke Dörich vor dem „Geschenke-Gabentisch“.
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Caritas-Chefin Renate Bruckner (rechts) und Ladenleiterin Anke Dörich vor dem „Geschenke-Gabentisch“.
  • vonJohann Baumann
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Vor vier Monaten öffnete die „Zeile 28“ in der Bad Aiblinger Kirchzeile ihre Türen. Dort wird Gebrauchtes verkauft, das andere gespendet haben. Doch geht das Konzept auf?

Bad Aibling – „Jede Gelegenheit ist eine einmalige Gelegenheit“ – dieser Spruch steht neben dem Eingang des Ladenlokals „Zeile 28“ in der Kirchzeile, das die Caritas Bad Aibling vor ziemlich genau vier Monaten eröffnete. Regional, sozial, nachhaltig – so lautet das Konzept für den innovativen Laden, dessen Sortiment überwiegend aus Spenden bestückt wird.

Die „Bestückung“ läuft seither hervorragend: Das Lager ist voll, es können derzeit keine Waren mehr angenommen werden. Ausgenommen vom momentanen „Annahmestopp“ ist Spielzeug aller Art, das im Caritas-Zentrum an der Kirchzeile 17 entgegengenommen wird. Erst Anfang 2021 sind dienstags von 9 bis 11 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr wieder Bekleidungs-Anlieferungen möglich.

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Absatz könnte etwas schwungvoller sein

Der Absatz könnte hingegen etwas schwungvoller verlaufen, zumal die „Zeile 28“ eine reizvolle Angebotspalette zu günstigen Preisen bietet. Neben qualitativ hochwertiger Kleidung für Damen, Herren und Kinder, die teils noch originalverpackt ist, werden auch Schuhe, Bücher, Spiele und Modeschmuck angeboten.

Eine Kundin bei der frisch eingetroffenen Bekleidungsauswahl.

„Wir sind wohl noch nicht bekannt genug“, mutmaßt die Aiblinger Caritas-Chefin Renate Bruckner beim Besuch unserer Zeitung. Kürzlich ging eine Spende aus der Lagerräumung des Bekleidungsherstellers Marc O‘Polo ein, unter anderem mit Sweatshirts, Langarmblusen und Kleidern für Damen sowie Pullovern für Damen und Herren.

„Gut verkaufen sich auch die Produkte aus den Wendelstein-Werkstätten, die sich zudem besonders als Geschenke eignen“, berichtet Ladenleiterin Anke Dörich. Dazu zählen Winterliköre, Fruchtsirup, Bonbons und Öl. Seit Kurzem werden auch in der „Stiftung Attel“ hergestellte Artikel verkauft, darunter Holzspielzeug und Kerzenständer, Nudeln und Soßen sowie gewebte Kissen und Stuhlauflagen. „Was wir uns zur Angebotsabrundung noch wünschen würden, sind Schuhspenden von Schuhhäusern oder Bekleidungsmärkten“, erklärt Renate Bruckner.

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Die „Zeile 28“ bietet nicht nur ein angenehmes Ambiente, sondern dank der pädagogischen Kompetenz des Personals auch Respekt, Wertschätzung – und soziale Beratung. „Wir wollen, dass sich Menschen nicht als Kunden ,zweiter Wahl‘ verstehen, die sich nur Kleidung ,zweiter Wahl‘ leisten können“, unterstreicht Astrid Keller von der Caritas-Kreisgeschäftsführung. Daher solle die „Zeile 28“ auch ein Ort der Begegnung sein, um nachbarschaftliche Hilfe im Sozialraum zu integrieren.

Kundenkarte für ermäßigten Einkaufen

Anzumerken ist noch, dass Menschen mit geringem Einkommen nach einer Beratung im Caritas-Zentrum eine Kundenkarte für ermäßigten Einkauf erhalten können. Gefördert wird das Projekt auch von der „Sparkassenstiftung Zukunft für den Landkreis Rosenheim“. „Das Konzept verbindet Innovation und Nachhaltigkeit in sozialen wie ökologischen Gesichtspunkten“, attestiert das geschäftsführende Vorstandsmitglied Alexa Hubert in einer Pressemitteilung.

Die „Zeile 28“ hat sich die Attribute regional, sozial und nachhaltig auf die Fahnen geschrieben. Baumann

Aktivitäten in der Nach-Corona-Zeit

Sobald es die Corona-Situation erlaubt, möchten die „Zeile 28“-Verantwortlichen zahlreiche Aktivitäten anbieten. So soll es Nähkurse für Mütter geben und Informationen über fachgerechtes „Upcyceln“ zum Beispiel gern getragener Kleidungsstücke, aber auch Autorenlesungen, kleine Musikveranstaltungen und Modenschauen. „Damit wollen wir ein breiteres Publikum ansprechen“, erklärt Renate Bruckner.

Geöffnet ist die „Zeile 28“ von Dienstag bis Freitag von 12.30 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr – reichlich Gelegenheit für eine „einmalige Gelegenheit“..

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