LESERFORUM

Wollen wir so weitermachen?

Leserbrief zum Beitrag „Eiche muss notfalls weichen“ im Lokalteil:

Wieder einmal wird im Zuge einer Baugenehmigung vom Gemeinderat beschlossen, einen Baum zu fällen. Und auch hier wird wieder einmal die einfachste Lösung gewählt: Abholzen und Nachpflanzen. Doch wird immer wieder vergessen, welchen ökologischen Wert ein jahrzehntelang gewachsener Baum hat, und dass dies mit einer „Nachpflanzung“ nicht so einfach erledigt ist. Besonders in diesem Fall, denn es handelt sich um einen gesunden Baum, der unter anderem vielen Tieren einen Lebensraum bietet. Man sollte sich veranschaulichen, dass ein solcher Baum im Laufe seines Lebens zehn Menschen mit Sauerstoff versorgen kann und zwischen 3000 und 5000 Kilogramm CO2 speichert! Sicherlich im Einzelfall nicht von großer Bedeutung, doch leider macht es die Summe der Dinge aus, und wir können es uns schlicht nicht mehr leisten, immer wieder gegen die Natur zu agieren. In München gibt es bereits seit 1976 eine Baumschutzverordnung, die einen Großteil der Bäume schützt und bei der es einer Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde bedarf, wenn bestimmte Bäume weichen sollen. Aufgrund des zunehmenden Bauaufkommens auch im ländlichen Bereich werden wir in Zukunft gezwungen sein, die Natur in Bauprojekte miteinzubeziehen. Seit dem Artenschutz-Volksbegehren fordern Landwirte immer wieder, dass auch Privatleute und Kommunen ihren Teil zum Artenschutz beitragen sollen. Zu Recht, wie sich hier zeigt. Eine Gemeinde hat Vorbildfunktion, deshalb bleibt zu hoffen, dass dieser Baum nicht zwei Baugrundstücken geopfert wird, sondern als schützenswerter Bestand fest in den Bebauungsplan eingezeichnet wird.

Nadja Schmid

Feldkirchen-Westerham

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