160 Wohnungen für Bruckmühl – Letzte Weichen für neues Wohngebiet „Rösnerwiese“ gestellt

Eines der größten Wohngebiete Bruckmühls mit sieben Quartieren und 160 Wohnungen soll an der Rösnerwiese entstehen. Baumann

Nach zwölf Jahren Vorbereitungszeit könnte das Großprojekt „Rösnerwiese“ jetzt endlich Gestalt annehmen. Der Marktgemeinderat hat den Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Sobald Baurecht geschaffen ist, sollen ein oder mehrere Investoren für die Umsetzung des Projektes gesucht werden.

Bruckmühl – Zu einer der letzten Amtshandlungen des alten Gemeinderates gehörte die Abwägung der von Trägern öffentlicher Belange eingereichten Hinweise und Ergänzungen. Ein sehr zeitraubender Prozess, an dessen Ende der Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan für die Rösnerwiese auf den Weg gebracht wurde.

Baurecht hat der Markt Bruckmühl allerdings erst, wenn der dem Bebauungsplan zugrunde liegende Flächennutzungsplan in Kraft tritt. Dieser wurde im Parallelverfahren geändert und und wird in den nächsten Wochen dem Landratsamt zur Genehmigung vorgelegt.

Thema seit zwei Legislaturperioden

Schon zwei Marktgemeinderäte haben in den Legislaturperioden 2008 bis 2014 und 2014 bis 2020 die Planungen für die Rösnerwiese auf den Weg gebracht. Im Dezember 2008 hat der Markt Bruckmühl die etwa 3,5 Hektar große Fläche an der Rösnerwiese mit dem Ziel erworben, hier Wohnbauland anzubieten. Das Gebiet wird von der Bahnlinie im Norden und dem Triftbach im Süden begrenzt.

Nach Klausurtagungen und langen Debatten hat sich der Gemeinderat 2010 darauf geeinigt, das Gebiet nur für Wohnbebauung zu nutzen. Einzelhandel und Kulturzentren wurden für den Bereich ausgeschlossen. Nach einem Architekturwettbewerb mit 14 Bewerbern bildet seit Oktober 2016 der Siegerentwurf des Architekturbüros Mathias Overbeck und des Landschaftsarchitekten Alexander Over die Grundlage aller weiteren Planungen.

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Im Bereich der Rösnerwiese soll ein Wohngebiet für alle Generationen mit unterschiedlichen Wohnformen entstehen. Insgesamt sind bis zu 160 Wohnungen möglich. Diese sind in sieben Bauquartiere gegliedert. Im Norden sollen die Häuser in u-förmigen Blöcken angeordnet werden. Dazwischen sind niedrigere Wohngebäude geplant, an die sich auf der Südseite drei Wohnhöfe anschließen. Alle Häuser haben nur begrünte Flachdächer oder Pultdächer mit minimaler Dachneigung. Tiefgaragen und ein Parkhaus sollen die Wohnquartiere verkehrsfrei halten.

Rösnerwiese bleibt eine grüne Oase

Angedacht sind großzügige Grünflächen, Spielplätze, Quartiertreffpunkte sowie Fuß- und Radwege. Der Vorschlag von Gemeinderat Andreas Riedl (CSU/PW), auf beiden Seiten des Wohngebietes einen kombinierten Rad- und Gehweg zu errichten, lässt sich aus Platzgründen nicht umsetzen. Wie Bauamtsleiter Konrad Kremser erläuterte, reiche der Platz im Süden nur für einen Gehweg.

Entlang des Triftbaches soll nicht nur ein großer Grünsteifen zum Verweilen einladen. Seine Ufer sollen zudem abgeflacht werden, damit der Bach auch von Ruhebänken aus erlebbar ist. Der Fischereiverband hatte eine Gewässerrenaturierung empfohlen. „Das ist eine sehr gute Anregung, die wir freiwillig umsetzen sollten“, betonte Josef Staudt (SPD/PU). Der Hinweis wurde in die Abwägungen mit aufgenommen – eine Umsetzung ist allerdings nur mit der Zustimmung der Eigentümer und Triebwerksberechtigten möglich.

Im neuen Wohngebiet „Rösnerwiese“ wird auch eine Kindertagesstätte entstehen. Die infrastrukturelle Erschließung erfolgt über die Adalbert-Stifter-Straße. Die Anbindung an die Bahnlinie Holzkirchen-Rosenheim soll über eine Unterführung erfolgen. Die Planungen dafür liegen bei der Deutschen Bahn.

Die nächsten Entscheidungen zur Rösnerwiese wird nun der neue Marktgemeinderat treffen. „Sobald Baurecht geschaffen ist, muss entschieden werden, wie das Gebiet vermarktet werden soll“, erklärt Markus Zehetmaier, Fachbereichsleiter für Immobilien und Wirtschaftsförderung im Markt Bruckmühl. Dann gehe es darum, ob das gesamte Gebiet an einen Investor übergeben werden soll oder zeitlich gestaffelt nur einzelne Bauquartiere ausgeschrieben werden. Dann steht auch die Gestaltung des Parkhauses noch einmal zur Diskussion. Soll es ein reines Parkhaus sein oder sind auch Räume für Sport, ärztliche Versorung und Nahversorgung gewünscht.

Auch der Hinweis von Stefan Mager (Grüne), für das neue Wohngebiet ein modernes Energiekonzept zu entwickeln, wird als ein Baustein der künftigen Rösnerwiese in die Ausschreibung mit einfließen.

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