LESERFORUM

Wir sollten dankbar sein

Zum Bericht „Für Dialog, gegen Masken und Spaltung“ im Lokalteil:

Dank Demokratie ist es sicher erlaubt, die „Spaziergängeraktion“ infrage zu stellen. Es wird niemanden geben, den die Corona-Maßnahmen nicht nerven und dem sie nicht zu schaffen machen. Ganz klar! Doch hoffentlich hat Pfarrer Kögler die Gelegenheit genutzt, Gott zu danken, dass uns die Pandemie nicht schon vor Jahrzehnten heimgesucht hat, als es noch kein Internet gab, welches den Kindern ein Minimum an Schule ermöglicht, Zoom-Meeting, Homeoffice und so weiter. Nicht auszudenken ohne digitale Welt! Wir sollten dankbar sein, in einem Land zu leben, wo die Politik das Leben aller wertschätzt – gerade auch das der Schwächsten. Die Wissenschaft wäre noch nicht in der Lage gewesen, in so kurzer Zeit einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln. Oh, ich vergaß – Impfstoff fürchten sie ja auch, die „Spaziergänger“. Keine Masken? Keine Impfung? Schwierig!

Jeder Einzelne kann dazu beitragen, die Krise erträglicher zu machen, zum Beispiel bequeme Masken nähen, mehr Weihnachtspost verschicken, Weihnachtsliturgie im Freien organisieren ... Das etwas andere Weihnachten sollte uns bewusst machen, dass es jedes Jahr Menschen gibt, die Weihnachten in Kriegsgebieten verbringen, auf der Flucht sind, Kinder im Krankenhaus sind oder um Angehörige trauern. Selbst Maria und Josef hatten sich die Geburt des Christkindes anders vorgestellt. Bleibt zu hoffen, dass uns Corona nicht nur ein Jahr älter gemacht hat, sondern dankbarer für so viele selbstverständlich geglaubte Kleinigkeiten. Wir dürfen nicht zulassen, dass es dem Virus gelingt, die Gesellschaft zu spalten. Wir werden diese Zeit hinter uns bringen und nachholen, was wir jetzt so sehr vermissen, wir, die noch leben.

Regina Widhammer

Bad Aibling

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