Wie in Bruckmühl die „Goldbach-Bewohner“ vorübergehend umgesiedelt werden

Das Team des Kreisfischereivereins am Goldbach im Einsatz: Andreas Huber, Michael Schindler, „Fänger“ und Vorsitzender Helmut Maurer, Jugendwart Andreas Paukert, „Strom-Mann“ Max Huber und Fabian Paukert (von links).  Baumann
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Das Team des Kreisfischereivereins am Goldbach im Einsatz: Andreas Huber, Michael Schindler, „Fänger“ und Vorsitzender Helmut Maurer, Jugendwart Andreas Paukert, „Strom-Mann“ Max Huber und Fabian Paukert (von links). Baumann
  • vonJohann Baumann
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Alle zwei Jahre ist es so weit: Die Fische des Goldbachs müssen kurzzeitig umziehen, damit ihr Zuhause wieder ordentlich hergerichtet werden kann. Eine Aktion, die eine Menge Aufwand erfordert.

Bruckmühl– Im zweijährigen Turnus wird die Abkehr des Goldbaches durchgeführt, der von Vagen aus durch Mittenkirchen und Götting fließt und bei Willing in die Mangfall mündet. Bevor jedoch für die rund einwöchige Aktion die Bagger anrollen, wurden unter der Leitung von Thomas Göhly (Bauamt Bruckmühl) und Franz Dengler (Bauhofleiter) die Ufer des Goldbaches gemäht. Danach musste der Fischbestand umgesetzt werden.

Den Auftakt bildet die Schließung der Schleuse in Vagen, wodurch der Wasserspiegel gesenkt wird. Vor zwei Jahren verendeten wegen eines zu niedrig gehaltenen Wassersstandes zahlreiche Fische, in diesem Jahr verlief die Evakuierung des Fischbestandes reibungslos. Sie wird auf den jeweils eingeteilten Streckenabschnitten im Auftrag der Marktgemeinde von verschiedenen Fischereivereinigungen durchgeführt.

Aufgaben genau eingeteilt

Auf dem rund zwei Kilometer langen Abschnitt zwischen den Bruckmühler Ortsteilen Waith und Wiechs übernahm der Kreisfischereiverein Bad Aibling (KFV) die temporäre Umsiedlung des „schwimmenden Personals“. Innerhalb des siebenköpfigen ehrenamtlichen KFV-Teams unter der Leitung des Vorsitzenden Helmut Maurer gibt es verschiedene Aufgaben.

Die Kernaufgabe fällt dem „Fänger“ und dem „Strom-Mann“ zu. Letzterer trägt auf dem Rücken einen circa 25 Kilogramm schweren Mini-Generator (mit der Kathode), der den Kescher (= Anode) des vor ihm gehenden „Fängers“ mit Strom beliefert. Durch den Strom wird ein Spannungsfeld um den vom Fänger geführten Kescher erzeugt, das die Fische anzieht. Die Fische werden dabei nur kurzzeitig und schonend betäubt.

Zwischenlager in der Wasserwanne

Die so „außer Gefecht“ gesetzten Bachbewohner werden vom Kescher des Fängers und weiteren Keschern aus dem Wasser geholt. Sie wandern in mit Wasser gefüllte und wegen „Fluchtgefahr“ mit Deckeln versehene Eimer und werden darin zum Begleitfahrzeug getragen. Dort steht für die „Zwischenlagerung“ eine Wasserwanne bereit, in die zusätzlich Sauerstoff eingeführt wurde. In der Transportwanne bewegen sich die Fische alsbald wieder.

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Bei den „Goldbachbewohnern“ handelt es sich überwiegend um Bachforellen und Regenbogenforellen, die teilweise bis zu 40 Zentimeter lang sind.

Zu den „Evakuierten“ zählen auch Saiblinge, aber nicht die kleinen Mühlkoppen. „Die vielen Mühlkoppen sind ein Indikator für die sehr gute Wasserqualität des Goldbachs“, erklärt KFV-Gewässerwart Anton Hoiß und ergänzt: „Wir lassen sie im Bach drin, weil sonst der Bestand zusammenbricht.“

Nach gut drei Stunden endete die „Fisch-Sammelmaßnahme“ am Beginn der Bachverrohrung in Wiechs. Anschließend wurden die insgesamt rund 120 gefangenen Forellen in der Mangfall wieder in die Freiheit entlassen.

Jugendwart Andreas Paukert siedelt die Fische aus dem Netz in den Transporteimer um.
Ins Netz gegangen: Zwei große Regenbogenforellen und zwei kleinere Bachforellen.
Die Mühlkoppe – ein Indikator für die Wasserqualität.
In diesem mit Sauerstoff angereicherten Wasserbehälter werden die Fische zwischengelagert.
„Strom-Mann“ Max Huber mit dem 25 Kilogramm schweren Generator.

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