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Weniger Reiseanfragen

Wie Corona Busunternehmen aus dem Mangfalltal ausbremst

Busunternehmer Herbert Prechtl aus Tuntenhausen blickt – wie viele seiner Berufskollegen – auf eine anstrengende Pandemiezeit zurück.
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Busunternehmer Herbert Prechtl aus Tuntenhausen blickt – wie viele seiner Berufskollegen – auf eine anstrengende Pandemiezeit zurück.
  • VonNicolas Bettinger
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Steigende Dieselpreise, Corona und Homeschooling: In den vergangenen Monaten mussten zahlreiche Busfahrten gestrichen werden. Warum es zu Ausfällen kommt und wie es den Busunternehmen im Mangfalltal derzeit geht.

Mangfalltal – Die Dieselpreise sind gestiegen, Corona und Homeschooling haben in den vergangenen Monaten dafür gesorgt, dass zahlreiche Omnibusse in ihren Garagen stehen bleiben mussten. Stellt sich unweigerlich die Frage, wie es den Busunternehmen im Mangfalltal derzeit eigentlich geht.

„Wir haben die Zeit bisher ganz gut überstanden“, sagt Herbert Prechtl, Inhaber des gleichnamigen Busunternehmens aus Tuntenhausen. Sein Vorteil: Die Firma setzt fast überwiegend auf den Schulbusverkehr. Und der musste, so Prechtl, glücklicherweise nur sechs Wochen während des ersten Corona-Lockdowns im Jahr 2020 pausieren. Prechtls Fuhrpark umfasst neun Linienbusse und einen Kleinbus. Zehn Busfahrer und Busfahrerinnen bringen Schüler aus dem Mangfalltal zu ihren Schulen, etwa nach Bad Aibling oder Tuntenhausen.

Teilweise sogar mehr Bus-Fahrten während Corona

Da in Prechtls Fall die Kommunen Auftraggeber sind, ist das Unternehmen nicht auf Ticketkäufe angewiesen – und somit nicht von einbrechenden Verkaufszahlen betroffen. Und weniger Fahrten aufgrund von Homeschooling und wechselndem Distanzunterricht habe es ohnehin nicht gegeben, so Prechtl. „Wir sind teilweise sogar mehr gefahren“, sagt der Unternehmer und verweist auf den zum Teil durchgeführten Wechselunterricht, der dafür sorgte, dass verschiedene Schulklassen zu unterschiedlichen Zeiten zum Präsenzunterricht gebracht werden mussten.

Corona und Homeschooling führten bei den Busunternehmen zu deutlich weniger Aufträgen.

Doch so ganz folgenlos blieb die Corona-Pandemie auch für das Tuntenhausener Busunternehmen nicht. Zum einen, sagt Prechtl, sorgten die pandemischen Bedingungen zu mehr Verwaltungsaufwand sowie Lüftungs- und Desinfektionspflichten. Zum anderen habe Corona ein Standbein neben dem Schulbus-Betrieb, nämlich die Ausflugsfahrten, komplett eingestampft. Was Reisen, fernab des Linienbetriebes, angeht, seien die Menschen „sehr vorsichtig und zurückhaltend“ geworden, sagt Prechtl.

Kunden noch zurückhaltend bei Busreisen

Die Einstellung unter der Bevölkerung habe sich hier grundlegend verändert und er glaubt nicht, dass sich dies allzu schnell wieder umkehren wird. Deshalb ist er auch skeptisch, ob etwa seine „Wiesn-Linie“ zum Rosenheimer Herbstfest in diesem Jahr wieder Fahrt aufnehmen kann. Staatliche Hilfen und Kurzarbeit hätten während der Pandemie zumindest etwas geholfen.

Ähnliche Erfahrungen hat das Omnibusunternehmen Hollinger aus Bad Aibling gemacht. Geschäftsführerin Claudia Hollinger spricht auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen von „starken Auswirkungen“ der Pandemie auf die ganze Branche. Zu Hollingers Leistungen gehören Linienverkehr, Schülerverkehr sowie Anmiet- und Reiseverkehr. Gerade letzterer habe starke Einschränkungen hinnehmen müssen.

„Im Moment ist es einfach sehr schwer, zu planen“, sagt Hollinger. Beispielhaft nennt sie den Shuttleservice für Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Firmenevents, die während der Pandemie immer wieder abgesagt wurden.

Deshalb seien derzeit auch nicht alle Busse des Unternehmens im Einsatz. Aber auch der normale Linienverkehr ist von Corona betroffen, sagt Hollinger. Zwar fahren alle Busse wie geplant – Hollinger hat sogar den Linienverkehr ausgebaut –, jedoch merke man, dass die Fahrzeuge deutlich weniger ausgelastet sind, als noch vor der Pandemie. „Die Ziele fehlen einfach“, sagt Hollinger und meint damit etwa den Wegfall des Abeitsweges vieler Menschen, die mittlerweile im Homeoffice arbeiten.

Maskenpflicht und Hygienemaßnahmen in Bussen

Doch die Geschäftsführerin betont, dass man auch weiterhin ohne Ängste in einen Bus steigen könne. Maskenpflicht und Hygienemaßnahmen sollten dabei für ein sicheres Gefühl sorgen, so Hollinger. Ohnehin müsse man sich derzeit – gerade außerhalb der Stoßzeiten – nicht vor überfüllten Bussen fürchten. „Um den Menschen noch mehr Alternativen zu bieten, haben wir den Betrieb auch zu Schwachlastzeiten erweitert“, so Hollinger. Ohnehin habe man während der gesamten Pandemie nie weniger Busse auf den Linien im Einsatz gehabt. „Es bringt ja nichts, wenn wir den Kopf in den Sand stecken“, so Hollinger.

„Der Reiseverkehr ist abhängig von den Entscheidungen der Regierung.“

Elisabeth Berr, Busunternehmerin

Das hat auch das Unternehmen Berr Reisen aus Bruckmühl nicht vor. Dennoch bedauert Elisabeth Berr, Mitglied der Geschäftsleitung, vor allem die mangelnde Planungssicherheit während der Pandemie. „Der Reiseverkehr ist abhängig von den Entscheidungen der Regierung“, sagt Berr. Kurzfristige Änderungen oder der zwischenzeitliche Flickenteppich an landkreisabhängigen Regeln hätten der ganzen Branche zu schaffen gemacht. Sobald die Politik vor Reisen warne, führe dies bei vielen ängstlichen Kunden zu zahllosen Stornierungen, was die Arbeit der Reisebranche immens erschwere. Hinzu komme, dass Rweiseanbieter immer eine gewisse Vorlaufzeit benötigten.

Laut Bundesverband leiden Busunternehmen „ganz erheblich“

Laut dem Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen leiden Bus-Anbieter „ganz erheblich unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie“. Besonders dramatisch sei die Situation in der Bustouristik und im Fernlinienverkehr, schreibt der Verband. Mit dem starken Anstieg der Inzidenzzahlen sei die Reisebranche seit Oktober 2020 komplett eingebrochen, insbesondere das Hauptgeschäft mit Weihnachtmärkten und Skireisen.

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