Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Soziales Miteinander fördern

Wie das „Soziale Netzwerk“ in Feldkirchen-Westerham Menschen in Not unterstützt

Erhard Passauer, Vorsitzender des „Sozialen Netzwerkes“, blickt auf ein Jahr Amtszeit zurück.
+
Erhard Passauer, Vorsitzender des „Sozialen Netzwerkes“ in Feldkirchen-Westernham, blickt auf ein Jahr Amtszeit zurück.

Erhard Passauer ist seit über einem Jahr Vorsitzender Vereins. Was er in den vergangenen Monaten erlebt hat, wie Corona die Arbeit beeinflusst und wodurch sich der Verein auszeichnet, erzählt der Feldkirchner im Interview.

Feldkirchen-Westerham – Erhard Passauer (64) hat vor etwas mehr als einem Jahr den Vorsitz des „Sozialen Netzwerkes“ in Feldkirchen-Westerham übernommen. Was er in den vergangenen Monatenerlebt hat, wie Corona die Arbeit beeinflusst und wodurch sich der Verein eigentlich auszeichnet, erzählt der Feldkirchner im Interview.

Herr Passauer, wie beurteilen Sie das erste Jahr Ihrer Amtszeit?

Erhard Passauer: Die Zeit war bisher sehr arbeitsintensiv, hat aber auch sehr wertvolle Erfahrungen hervorgebracht. Wenn man selber auf einer Insel der Glückseligkeit lebt, dann macht man sich selber tatsächlich weniger Gedanken über gewisse Probleme und Notlagen. Wenn man dann aber Einblicke in die Notsituationen einiger Menschen kriegt und sieht, welche Probleme es doch gibt, dann kommt man schon ins Nachdenken.

Welche Notlagen sind das?

Passauer: Nehmen wir das Beispiel Corona. Während der Pandemie hat es einige Bevölkerungsgruppen stark getroffen. Etwa Menschen mit Demenz, die plötzlich gar keine Kontakte mehr haben. Oder auch die vielen Schüler, die während der ganzen Corona-Zeit irgendwie etwas zu kurz gekommen sind. Deshalb beteiligen wir uns zum Beispiel intensiv am Ferienprogramm für Kinder und bekommen hierfür sehr positive Rückmeldungen.

Welche Menschen kommen noch auf Sie zu?

Passauer: Beispielsweise Menschen, die von Krankheiten oder von sozialer Notlage betroffen sind. Also etwa jemand, der plötzlich ohne Beruf da steht, eine Familie ernähren muss, aber nicht weiß, wie er das jetzt machen sollen. Aber natürlich kommen auch andere Notfälle zu uns, etwa Menschen, die von Unfällen betroffen sind. Das soziale Netzwerk hat die ganze Bandbreite, die man sich vorstellen kann.

Wie kann man sich Ihre Arbeit konkret vorstellen?

Passauer: Häufig kommen Menschen auf uns zu, die ein finanzielles Problem haben. Dann bieten wir unter anderem eine Sozialberatung an, geben Tipps, wohin man sich wenden kann. Es gibt immer wieder Leute, die wissen wollen, wohin sie sich für ihre Kinderbetreuung wenden können. Einige Eltern sind dazu teilweise nicht mehr in der Lage. Die Aufgaben betreffen größtenteils die Arbeiten der Sozialen Servicestelle. Beim Vorstand liegt die Verantwortung für die Organisation der Aktivitäten und die Festlegung, welche Bereiche gegebenenfalls zusätzlich unterstützt werden können.

Wie ist das soziale Netzwerk eigentlich entstanden?

Passauer: Der Verein ist aus der Dorfentwicklung heraus entstanden und will das soziale Miteinander in der Gemeinde fördern. Wir arbeiten sehr eng mit den Kirchen, Sportvereinen, Vereinen, Sozialeinrichtungen oder etwa der ökumenischen Nachbarschaftshilfe zusammen. Wir greifen sämtliche soziale Belange auf, um tatsächlich das Miteinander zu fördern. Zum Beispiel wenn Kinder Nachhilfe oder sportliche Betätigungen brauchen.

Was gehört noch zu Ihren Aufgaben?

Passauer: Wir treffen uns beispielsweise mit Betreibern der Pflegeeinrichtungen, um abzustimmen, was man verbessern könnte. Wir organisieren für Menschen mit Demenz spezielle Gottesdienste. Wir beteiligen uns am Ferienprogramm, machen Vorträge, veranstalten den Tag der Generationen. Auch ganz praktische Dinge: Als die Corona-Impfungen anliefen, haben wir Hilfesuchenden geholfen, einen Impftermin zu bekommen.

Wie schwer hat es Ihnen Corona gemacht?

Passauer: Es sind natürlich viele Veranstaltungen ausgefallen, allen voran der Tag der Generationen, der immer das Aushängeschild des sozialen Netzwerkes war. Heuer wollen wir es aber wieder machen. Insgesamt hat die Pandemie aber auch dafür gesorgt, dass die Digitalisierung in unserem Netzwerk vorangetrieben wurde.

Welche wichtigen Vorhaben stehen in Zukunft an?

Passauer: Wir starten in wenigen Wochen ein großes digitales Projekt, die digitale Ehrenamtsbörse. Damit wollen wir dem Ehrenamt einen riesigen Schub geben, der nicht nur auf unsere Gemeinde begrenzt ist, sondern für das ganz Mangfalltal wirken soll. Dort können Freiwillige schauen: Möchte ich mich in der Seniorenbetreuung einbringen, Nachhilfe geben, in einem Sportverein als Übungsleiter ehrenamtlich tätig sein und und und. Wenn ich zum Beispiel gerne irgendwo als Skilehrer tätig sein will, dann sind dort digital etliche Vereine aufgelistet.

Was ist in diesem Jahr noch zu erwarten?

Passauer: In diesem Jahr steht das zehnjährige Jubiläum des Vereins an. Anlässlich dessen wollen wir unsere Internetseite neu gestalten, weil die tatsächlich etwas in die Jahre gekommen ist. Ansonsten wollen wir dieses Jahr wieder einen Tag der Generationen veranstalten und wollen auch weiterhin die Zusammenarbeit mit den Pflegeheimen verstärken. Insgesamt wollen wir das nachholen, was durch die Pandemie nachzuholen ist.

Was ist Ihnen sonst noch wichtig?

Passauer: Etwas, was uns sehr am Herzen liegt, ist unsere Notfallmappe. Dort sind Unterlagen gesammelt, die man in sämtlichen Notfalllagen braucht. Also Anlaufstellen, wo man sich in der jeweiligen Situation hinwenden kann. Diese haben wir aktualisiert, da es hierfür immer eine sehr große Nachfrage gibt. Viele Leute sagen, sie wissen gar nicht, was sie in bestimmten Notfallsituationen machen sollen. Die Mappe gibt es bei uns digital oder in Papierform.

Mehr zum Thema