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100 Tage im Amt

Klinik-Geschäftsführer Julian Schwaller: Das sind seine Visionen für den Standort Bad Feilnbach

Julian Schwaller ist neuer Vorsitzender der Geschäftsführung der Medical Park Kliniken Bad Feilnbach und Loipl. Auf seine ersten 100 Tage im Amt inmitten einer globalen Krise blickt er im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen.
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Julian Schwaller ist neuer Vorsitzender der Geschäftsführung der Medical Park Kliniken Bad Feilnbach und Loipl. Auf seine ersten 100 Tage im Amt inmitten einer globalen Krise blickt er im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Corona, Inflation, Personalnotstand in der Pflege, Rohstoffknappheit und Energiekrise in der gesamten Reha-Branche – schlechtere Rahmenbedingungen kann man sich für einen Start als Vorsitzender der Geschäftsführung der Medical Park Kliniken in Bad Feilnbach und Loipl kaum vorstellen. Im Interview erklärt Julian Schwaller (34), wie er diese Herausforderungen meistert.

Herr Schwaller, wie schätzen Sie nach den ersten 100 Tagen als Geschäftsführer ihr neues Team in den Medical Park Rehakliniken Bad Feilnbach ein?

Julian Schwaller: Wir haben sehr motivierte und hoch qualifizierte Mitarbeiter. Das ist ein enormes Potenzial für die Zukunft. Ich bin dankbar dafür, dass ich hier sehr offen und wertschätzend empfangen und mir die Einarbeitung leicht gemacht wurde.

Apropos Zukunft: Wie sieht die von Medical Park Bad Feilnbach aus?

Julian Schwaller: Wir werden den Standort langfristig stärken – ihn inhaltlich und baulich weiterentwickeln. Unsere Vision sind drei starke Fachkliniken für neurologische, onkologische und geriatrische Rehabilitation. Medical Park wird auch perspektivisch in den Standort Bad Feilnbach investieren. Mit mehr als 500 Mitarbeitern ist Medical Park ein großer Arbeitgeber in der Region. Auch zukünftig brauchen wir Fachkräfte in allen Bereichen der Pflege, Medizin und Therapie.

Wie steht es angesichts von Personalnotstand in der Pflege und Corona-Pandemie aktuell um die Fachkräfte im Medical Park Bad Feilnbach?

Julian Schwaller: Wir sind gut aufgestellt, suchen aber immer und in allen Bereichen Verstärkung. Vor einem Jahr haben wir eine neue Vergütungsordnung eingeführt, die zum Ziel hat, die Gehälter in Richtung des TVÖD weiterzuentwickeln. Zum 1. August konnten wir die zweite Stufe umsetzen, in der die Grundgehälter in allen medizinischen Bereichen auf das Niveau des TVÖD angehoben wurden.

Warum verzögert sich die Eröffnung der geriatrischen Rehaklinik am Blumenhof?

Julian Schwaller: Auch wir sind von Lieferengpässen, nicht haltbaren Bauzeiten und Personalausfällen bei den Handwerksbetrieben betroffen, die durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine verursacht werden. Wir investieren mehr als acht Millionen Euro in die geriatrische Reha. Bislang liegen wir noch im finanziellen Rahmen.

Wann ist die Eröffnung geplant?

Julian Schwaller: Anfang Oktober begrüßen wir unsere ersten geriatrischen Reha-Patienten. Wir eröffnen stufenweise – zuerst eine Station mit circa 40 Betten. Danach hoffen wir auf weitere Bewerbungen, denn wir suchen für die Geriatrie nach wie vor Personal in allen Bereichen.

Wie machen sich Inflation und gestiegene Energiekosten in den Bad Feilnbacher Rehakliniken bemerkbar?

Julian Schwaller: Beide Bad Feilnbacher Fachkliniken verfügen über eine Kombination aus Pellet- und Ölheizung. Damit schwebt zwar nicht das Damoklesschwert eines Gasmangels über uns, aber wir zahlen den drei- bis vierfachen Preis für die Rohstoffe. Wir gehen bewusster mit Energie um, haben schon in den vergangenen Jahren alle Leuchtmittel auf LED umgestellt. Wir versuchen durch smarte Lösungen, im Bereich der Betriebskosten zu sparen – unter anderem durch eine intelligente Steuerung der Heizungen in den Gebäuden. Die Wassertemperatur in unseren beiden Hallenbädern wurde minimal reduziert, sodass es nicht spürbar ist. Auch die Lebensmittel sind teurer geworden. Wir kochen ja in beiden Häusern täglich frisch. Aber von all dem spüren unsere Patienten nichts.

Gibt es Projekte für eigene alternative Energiequellen?

Julian Schwaller: Alle alternativen Quellen zur Strom- und Wärmegewinnung sind auf dem Prüfstand. Ob Photovoltaik, Biomasse oder Fernwärme – es muss langfristig sinnvoll sein.

Wie können Sie die gestiegenen Kosten ausgleichen?

Julian Schwaller: Inflation und Energiepreissteigerungen muss Medical Park selbst stemmen. Dafür gibt es weder von den Kostenträgern noch vom Staat einen Ausgleich. Die Refinanzierung der gestiegenen Personalkosten können wir in Verhandlungen mit den Kostenträgern über die Tagessätze in der Rehabilitation zum Teil vereinbaren.

Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben wird größer. Hält Medical Park trotzdem an den Benefits für seine Mitarbeiter fest?

Julian Schwaller: Auf jeden Fall, denn sie spiegeln die besondere Wertschätzung für unsere Mitarbeiter wider. Wir machen mit der „Wir für Gesundheit – PlusCard“, einer von Medical Park finanzierten betrieblichen Krankenzusatzversicherung, jetzt sogar ein neues Angebot. Wir werden auch Job-Räder einführen, auf die sich viele Kollegen schon freuen. Auf dem Gelände des Reithofparks läuft gerade wieder unser kostenloses Kinderferienprogramm, das es schon seit Jahren gibt. Es umfasst sechs Wochen im Jahr, beinhaltet Freizeitangebote, Ausflüge sowie Verpflegung und wird sehr gut angenommen. Und wir halten auch daran fest, dass unsere Mitarbeiter von der frischen Küche in unserem Haus profitieren und ein Vier-Gänge-Menü genießen können.

Ein besonderes Angebot sind auch Wohnungen für neue Mitarbeiter. Gibt es noch welche?

Julian Schwaller: Momentan sind alle 45 Personalappartments und vier Tiny-Häuser voll belegt. Aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes in der Region dauert es schon seine Zeit, ehe unsere neuen Mitarbeiter ihr künftiges Zuhause gefunden haben. Aber unsere Personalabteilung unterstützt sie bei der Wohnungssuche. Wir kooperieren mit Vermietern und haben eine interne Wohnungsbörse, in der jede Woche bezahlbarer Wohnraum angeboten wird.

Zur Person

Julian Schwaller ist in Rosenheim geboren und Bad Aibling aufgewachsen. Der 34-jährige Betriebswirt gilt als ausgewiesener Klinikprofi mit umfassender Expertise sowohl im Akut- wie auch Rehabilitationsbereich.

Begonnen hat er seine Laufbahn als Klinikmanager 2012. Schon im Alter von 27 Jahren wurde er zum ersten Mal zum Geschäftsführer berufen.

Schwaller war in den vergangenen Jahren in verschiedenen Geschäftsführungspositionen innerhalb der Krankenhausbranche tätig. Bis zu seinem Wechsel zu Medical Park trug er die wirtschaftliche und organisatorische Gesamtverantwortung für drei Reha-Kliniken sowie eine private Akut-Klinik in Baden-Württemberg.

Am 1. Mai übernahm Schwaller die Leitung der beiden Kliniken Medical Park Bad Feilnbach Blumenhof und Reithofpark sowie die Geschäftsführung des Clusters Bad Feilnbach/Loipl. Für seinen neue Aufgabe kehrt Schwaller nun auch von Freiburg in seine Heimat Bad Aibling zurück.

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