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Nach Gerüchten über Schließungen

Wer geht, wer bleibt? So steht es um Spielzeugladen, Thalia, NKD und Deichmann in Bruckmühl

Hinräumen statt ausräumen: Carmen Brachschoss in ihrem Geschäft „Der Spielzeugladen“.
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Hinräumen statt ausräumen: Carmen Brachschoss in ihrem Geschäft „Der Spielzeugladen“.
  • Mathias Weinzierl
    VonMathias Weinzierl
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Die Gerüchteküche in Bruckmühl brodelt: Macht der Spielzeugladen dicht? Droht Thalia das Aus? Haben NKD und Deichmann noch eine Zukunft? Die OVB-Heimatzeitungen haben nachgefragt – und können Gerüchte bestätigen, aber auch widerlegen.

Bruckmühl – Für Carmen Brachschoss ist es nicht nur lästig, sondern auch „unangenehm“. Seit Monaten wabern Gerüchte durch die Gemeinde Bruckmühl, Brachschoss würde ihr Geschäft „Der Spielzeugladen“ für immer schließen. Gegenüber dem Mangfall-Boten macht die Einzelhändlerin jetzt aber deutlich: „Ich bin seit 16 Jahren hier an dieser Stelle – und das bleibe ich auch in Zukunft.“ Andere Gerüchte, die Geschäftsschließungen innerhalb der Kommune zum Inhalt haben, haben dagegen einen wahren Kern.

Kunden fragen per Whatsapp nach

Im Juni war Brachschoss erstmals zu Ohren gekommen, dass es Gerüchte in der Gemeinde über eine Schließung ihres Geschäfts gäbe. „Da habe ich mir noch nicht viel dabei gedacht“, so Brachschoss, „das passiert immer wieder mal, dass derartige Gerüchte im Umlauf sind.“ Doch die Gerüchte hielten und halten sich hartnäckig. So hartnäckig, dass sie immer wieder von Kunden darauf angesprochen werde und von Bekannten dazu Whatsapp-Nachrichten erhalte.

Dass ihr jemand mit der Verbreitung der Gerüchte Schaden zufügen will, glaubt die Einzelhändlern indes nicht. Sie vermutet eher, dass Kunden und Passanten vielleicht aufgrund von Baumaßnahmen falsche Schlüsse gezogen haben. „Wir hatten jüngst Umbauten bei uns im Laden und dazu auch einen Abverkauf einiger Produkte“, erzählt Brachschoss und ergänzt: „Da stand dann auch eine Zeit lang ein Container vor der Tür.“

Ihren Kunden kann die Einzelhändlerin jedenfalls versichern: „An den Gerüchten ist überhaupt nichts dran. Uns wird es auch in Zukunft geben.“ So habe sie jüngst neue Regale angeschafft, auch seien Schulranzen fürs kommende Schuljahr bereits geliefert worden. Brachschoss: „Die Ware für die kommende Saison ist bereits vorbestellt.“

Doch wie läuft das Geschäft nach der Corona-Pandemie und inmitten der Energie- und Lieferkettenkrise? Die Bruckmühler Einzelhändlerin will nicht klagen. Während der Pandemie habe sie zwar Umsatzeinbußen von rund 30 Prozent gehabt, doch „gemeinsam als Team haben wir das sehr gut hinbekommen“, sagt die Spielzeugladen-Chefin, die das Geschäft gemeinsam mit einer weiteren Vollzeitkraft, zwei Teilzeitkräften und einem Mini-Jobber schmeißt.

Steigende Einkaufspreise, explodierende Energiekosten und die jüngst vollzogene Mieterhöhung müsse sie allerdings „moderat“ als Preiserhöhung an die Kunden weitergeben. Zudem versuche sie, über kleinere Stellschrauben an den Betriebskosten zu drehen: „So haben wir die Schaufensterbeleuchtung etwas verändert, um Energie einzusparen.“

30. November ist letzter Verkaufstag

Die Lichter im „Spielzeugladen“ bleiben also auf jeden Fall auf in Zukunft an – die Lichter der Thalia-Buchhandlung an der Sonnenwiechser Straße gehen dafür ganz sicher aus. Gerücht, die in der Facebook-Gruppe „Bürgerforum Bruckmühl“ seit einiger Zeit die Runde machten, hat jetzt auch das Unternehmen mit Hauptsitz in Hagen in Nordrhein-Westfalen bestätigt. „Leider müssen wir bestätigen, dass wir unsere Thalia-Buchhandlung in Brückmühl Ende des Monats schließen werden“, teilte Thalia-Sprecherin Julia Benkel auf Anfrage des Mangfall-Boten mit. Letzter Verkaufstag sei Mittwoch, 30. November. Der Grund für das Aus sei das Mietverhältnis, das „durch den Vermieter gekündigt wurde“.

Schließt zum 30. November: die Thalia-Filiale an der Sonnenwiechser Straße.

Und was passiert mit den Angestellten? „Die Mitarbeitenden vor Ort werden künftig in unserer Thalia-Buchhandlung in Rosenheim weiterbeschäftigt“, teilte Benkel mit. Oder doch vielleicht in Bruckmühl – an einem anderen Standort? „Wir sind in Kontakt mit dem Unternehmen“, sagte Brückmühls Stadtmarketing-Chefin Silvia Mischi, die aber gegenüber dem Mangfall-Boten auf etwaige Überlegungen nicht weiter eingehen wollte. Auch Thalia hält sich hinsichtlich eines möglichen Umzugs innerhalb der Kommune bedeckt. Benkel: „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns diesbezüglich nicht äußern werden.“

Auch rund um das Deichmann-Schuhgeschäft, das im Mangfall-Center an der Kirchdorfer Straße beheimatet ist, ranken sich immer wieder Gerüchte über eine Schließung. Deichmann-Unternehmenssprecher Stefan Melneczuk äußerte sich dazu gegenüber dem Mangfall-Boten recht vage: „Eine Schließung unserer Filiale an der Kirchdorfer Straße steht in absehbarer Zukunft nicht an“, teilte Melneczuk schriftlich mit, der aber noch ergänzte: „Bruckmühl ist vom Einzugsgebiet für Deichmann grundsätzlich ein attraktiver Standort, an dem wir festhalten wollen.“

Soll bleiben: die Deichmann-Filiale.

Keine Reaktionen seitens NKD

Ob auch NKD am Standort Bruckmühl festhalten will, bleibt hingegen völlig offen. Denn nach Angaben der Gemeinde Bruckmühl wurde seitens des Gebäudeinhabers der Mietvertrag nicht verlängert. Die Filiale an der Kirchdorfer Straße wird – vermutlich zu Beginn des neuen Jahres – die Räumlichkeiten verlassen. Seitens des Unternehmens gibt es dazu keine Reaktion. Mehrere telefonische und schriftliche Anfragen ließ die NKD-Group unbeantwortet.

Soll Anfang 2023 schließen: die NKD-Filiale.

Es bewegt sich also was in puncto Einzelhandel in Bruckmühl. Für die Kommune selbst ist es nach eigenen Angaben wichtig, längere Leerstände zu vermeiden. „Dieses Thema brennt dem Gemeinderat und Bürgermeister Richard Richter sehr unter den Nägeln“, sagt Mischi, die allerdings auch zu verstehen gibt: „In der derzeitigen Phase ist es schwer, neue Einzelhändler in die Gemeinde reinzubringen.“

Die Gemeinde sei jedoch mit einigen potenziellen Einzelhändlern im Gespräch. „Wir versuchen ständig, den aufstrebenden Standort Bruckmühl in der Geschäftswelt hervorzuheben“, so die Stadtmarketing-Chefin. „Wir wollen schließlich noch mehr Leben in die Gemeinde holen.“

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