Wer bezahlt den Feldkirchener Kindergarten? – Gemeinde und Ordinariat sind sich uneins

Der neue Kindergarten in Feldkirchen ist im Rohbau schon fertig. Wie sich Gemeinde und Ordinariat die gestiegenen Kosten aufteilen, darüber gibt es Streit. Konkret geht es um Mehrkosten von 2,1 Millionen Euro.
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Der neue Kindergarten in Feldkirchen ist im Rohbau schon fertig. Wie sich Gemeinde und Ordinariat die gestiegenen Kosten aufteilen, darüber gibt es Streit. Konkret geht es um Mehrkosten von 2,1 Millionen Euro.

Der Pfarrkindergarten St. Laurentius in Feldkirchen ist im Rohbau weitgehend fertig. Bauherr ist das Erzbischöfliche Ordinariat München (EOM). Die meisten Kosten aber trägt die Gemeinde Feldkirchen-Westerham. Diese sind auf 4,7 Millionen Euro gestiegen. Wer sie trägt, darüber wird nun gestritten.

Von Manfred Merk

Feldkirchen-Westerham – Der Innenausbau mit der Heizungs-, Sanitär- und Elektro-Installation liegt im Zeitplan, auch die Fenster sind schon eingebaut. Die seit Baubeginn in eine Containeranlage ausgelagerten 50 Mädchen und Bub sollen im kommenden Jahr in den neuen Kindergarten an der Salzstraße einziehen.

Die bei den Kindern schon jetzt zu spürende Vorfreude scheint beim Gemeinderat von Feldkirchen-Westerham nicht angekommen zu sein. Kein Wunder: Die 2015 mit 2,6 Millionen Euro berechneten Kosten liegen inzwischen bei 4,7 Millionen Euro.

Gemeinde trägt die meisten Kosten

Bauherr ist zwar das EOM, aber finanziell am stärksten beteiligt ist die Gemeinde Feldkirchen-Westerham. Die konkrete Vereinbarung lautet: Zwei Drittel der förderfähigen und 50 Prozent der nicht-förderfähigen Kosten übernimmt die Kommune. Das wären bei dieser satten Anhebung mit Berücksichtigung der Kosten für die Containeranlage genau 2 506 340 Euro.

Wie es zu dieser ungewöhnlich hohen Kostensteigerung gekommen ist, geht aus den mehrseitigen Schreiben und detaillierten Aufstellungen des EOM und des THOST Projektmanagement hervor, das der Rathaus-Verwaltung vorliegt.

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Der Gemeinderat wurde in seiner jüngsten Sitzung darüber informiert. Demnach soll in einer der wichtigsten Passagen stehen: „Die Kostenberechnung vom 7. Februar 2015 betrug rund 2,6 Millionen Euro für die Auslagerung des Kindergartens und den kompletten Neubau.

Diese Finanzierungsvereinbarung zwischen der Gemeinde Feldkirchen-Westerham und dem EOM wurde im Februar 2016 geschlossen. Dass die Gemeinde zwei Drittel der förderfähigen und 50 Prozent der nicht-förderfähigen Kosten übernimmt, sei laut Bürgermeister Hans Schaberl bei 1,384 Millionen Euro „gedeckelt“. Demnach verblieben nun noch ungedeckte 708000 Euro.

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Das als Provisorium gedachte Ausweichquartier am Fuß des Ölbergs schlägt mit rund 830 000 Euro zu Buche. Diese Auslagerung war ursprünglich so nicht vorgesehen. Denn angedacht war, während der Bauzeit die 50 Buben und Mädchen im Westerhamer Kindergarten an der Höhenkirchner Straße zu betreuen.

Dass dieses Vorhaben so nicht zum Tragen kam, liegt nach Ansicht mehrerer Ratsmitglieder am viel zu späten Baubeginn. Diese zeitliche Verzögerung habe dazu geführt, dass das Provisorium überhaupt aufgebaut werden musste. Anders gesagt: Wenn mit dem Abriss des alten und dem Baubeginn des neuen Kindergartens rechtzeitig begonnen worden wäre, dann hätte auf die Aufstellung der Containeranlage am Fuß des Ölbergs verzichtet werden können.

Bauherr kritisiert Containeranlage

Anders sieht das allerdings der Bauherr. Laut Verwaltung steht im Schreiben an die Gemeinde: Für die Übergangslösung gab es aus wirtschaftlichen Gründen den gemeinsamen Plan, in den bestehenden Kindergarten der Gemeinde an der Höhenkirchner Straße in Westerham zu ziehen. Eine aufwendige Containeranlage sei als Provisorium notwendig geworden, die neben anderen Preiserhöhungen zu den Mehrkosten führe.

Wie soll es weitergehen? Eine Klärung der unterschiedlichen Standpunkte könne nur in einem gemeinsamen Gespräch erfolgen, war sich der Rat einig. Dieses soll nun schnellstens anberaumt werden.

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