Zu wenig Wasser aus den eigenen Brunnen: Häuser in Weidach müssen ans Trinkwassernetz

Aufgrund des sinkenden Grundwasserspiegels herrscht in den Weidacher Brunnen bereits Wasserknappheit.
+
Aufgrund des sinkenden Grundwasserspiegels herrscht in den Weidacher Brunnen bereits Wasserknappheit.

Der Klimawandel wirkt sich auch auf das Wasserangebot aus. Der Grundwasserspiegel sinkt vielerorts. In Weidach können sich deshalb einige Häuser nicht mehr über ihre eigenen Brunnen versorgen.

Bruckmühl - In vielen Teilen Deutschlands ist der Grundwasserspiegel schon auf einen historischen Tiefstand gesunken. Es gibt immer häufiger Trocken- und Niedrigwasserperioden. Erst am 31. Mai vermeldete das Bayerische Landesamt für Umwelt einen neuen Grundwasser-Niedrigstwert für München. In ganz Bayern wird er als „sehr niedrig“ eingestuft. Der Otto-Normalverbraucher kann sich noch darauf verlassen, dass die Trinkwasserverbände dafür sorgen, dass er jederzeit ausreichend Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserleitung bekommt.

Hausbesitzer hart getroffen

Hausbesitzer aber, die von ihren eigenen Brunnen leben, trifft es hart. Sie könnten in absehbarer Zeit auf dem Trockenen sitzen. In der Marktgemeinde Bruckmühl sind aktuell etwa 20 Anwesen noch nicht an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen. Der erste Hilferuf von Betroffenen wurde nun laut.

Die Grundstückseigentümer von zwei Anwesen in Weidach 7 und 8, die sich bislang über private Brunnen versorgen, leiden im Sommer an enormer Wasserknappheit. Um ihnen zu helfen, soll nun für 250 000 Euro eine Wasserleitung nach Weidach gebaut werden. Der Bruckmühler Marktgemeinderat befürwortete das Vorhaben einstimmig. Wie Bauamtsleiter Konrad Kremser erläuterte, „ist die Trinkwasserversorgung eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, soweit der Anschluss technisch machbar und die Investition zumutbar ist“. Im konkreten Fall soll der Anschluss von Götting aus erfolgen. Die Dimension der Leitung wurde so ausgelegt, dass die Wasserversorgung gewährleistet werden kann, nicht aber der Brandschutz. Hubert Maier (CSU/PW) schlug vor, zu prüfen, ob die Leitung auf landwirtschaftlichem Grund verlegt werden könne. Dr. Simone Fleige (Grüne) fragte nach Fördermöglichkeiten im ländlichen Raum.

Eigentümer müssten Kosten allein tragen

„Für den Bau von Wasserleitungen gibt es keine Zuschüsse. Investitionen müssen aus Gebühren und Beiträgen finanziert werden“, erläuterte Kämmerer Michael Lindner. Auf Stefan Magers Frage, ob die privaten Brunnen tiefer gebohrt werden könnten, erläuterte Bauamtsleiter Kremser: „Technisch ist viel möglich, aber eben auch sehr teuer. Und es bleibt die Ungewissheit, ob die geologischen Schichten Bohrungen erlauben, und man eine gute Wasserader erreicht.“

Zudem müsste der Eigentümer diese Kosten allein tragen. Die Gemeinde dürfe Arbeiten an privaten Brunnen nicht unterstützen. Maria Weber (OLB) regte an, eine Anbindung von Bad Aibling aus zu prüfen, da die Strecke weitaus kürzer sei als der Anschluss von Götting aus. Die Anregungen werden in die Vorbereitung der Baumaßnahme integriert. Bevor es losgeht, muss der Marktgemeinderat die konkreten Kosten billigen. ka

Kommentare