Weitere Konzerte in der Fliegerhalle geplant

Die Proteste aus der Bevölkerung gegen das "Echelon 09"-Open-Air auf dem ehemaligen US-Areal in Mietraching sind groß. Die Stadt will dennoch an weiteren Konzerten - vorerst allerdings in der Fliegerhalle - festhalten.

Bad Aibling - Dröhnende Bässe von 10 Uhr morgens bis 22 Uhr nachts, den ganzen Sonntag über, zu hören bis nach Bruckmühl - die Begeisterung der Bürger über das jüngste Open Air auf dem ehemaligen US-Areal hält sich in Grenzen.

Dennoch zieht der Veranstalter Horst Gallenmüller von der Airportaibling GmbH aus Kolbermoor eine positive Bilanz: "Ein tolles Konzert, eine der schönsten und friedlichsten Open-Air-Veranstaltungen, die wir bislang in Deutschland durchgeführt haben - bis auf 61 Wermutstropfen." Damit gemeint: die 60 bei der Polizei eingegangenen Beschwerden über Ruhestörungen, vornehmlich aus der Marktgemeinde Bruckmühl, und eine Körperverletzung (wir berichteten). Der junge Mann aus Rott habe sich, so Gallenmüller, lediglich eine Gehirnerschütterung zugezogen und befinde sich bereits auf dem Wege der Besserung. Gallenmüller: "Nicht mehr oder weniger Vorfälle als auf einem normalen Volksfest", was diesbezüglich auch die Aiblinger Polizei bestätigte. Verärgert ist man dort, wie auch bei der Stadt, über die Ruhestörungen: "In diesem Ausmaß nicht mehr", waren sich Bürgermeister Felix Schwaller und stellvertretender Polizeichef Thomas Adami im Gespräch mit unserer Zeitung für die Zukunft einig.

Hinzu kommen neun Fälle von Betäubungsmittelmissbrauch, allesamt, wie die Polizei bestätigte, von den Beamten aufgegriffen. Unter anderem auch diesbezüglich seien strikte Einlasskontrollen durchgeführt worden, betonte der Veranstalter, was auch die langen Warteschlangen vor den Toren hervorgerufen habe (Gesamtbesucherzahl: rund 3500). "Wir haben schon fast bis zur Diskriminierung kontrolliert", betonte Gallenmüller.

Die Lärmbelästigung, vornehmlich durch den Ostwind, der die Schallwellen bis nach Bruckmühl trug, bedauerte der Veranstalter ausdrücklich: Bei einem nochmaligen Open-Air-Konzert müsste auf jeden Fall die Bühne anders platziert werden. Geplant ist Gallenmüller zufolge im kommenden Jahr ein Auftritt von Carlos Santana.

Ja zu weiteren Veranstaltungen auf dem Areal, nein zu ganztägigen Musikevents an Sonntagen - Bürgermeister Schwaller zufolge will sich die Stadt nicht grundsätzlich weiteren Konzerten verschließen. Schließlich, so Schwaller, solle das Gelände auch einer Nutzung unterzogen werden - im Speziellen, da die Stadt in Bälde Eigentümer der Sportflächen samt Fliegerhalle sein will. "Die Kaufverträge sind bereits vorbereitet, in der September-Sitzung soll der Stadtrat darüber befinden", so der Rathauschef.

Gelassener sieht Schwaller den nächsten Veranstaltungen entgegen: drei Konzerte im Oktober (10.10. Loveparade-Club-Tour) und November, allerdings allesamt in der Fliegerhalle. "Dann werden wir das Lärmproblem nicht mehr haben." überdies soll nur ein begrenztes Kontingent von 2300 Karten ausgegeben werden (Karten im Internet über www.eventim.de).

Diesbezüglich hofft Polizeivertreter Adami, dass es auch bei der beschränkten Besucherzahl bleibt und nicht jede Menge Fans ohne Karte anreisen - "ansonsten habe ich ernsthafte Sicherheitsbedenken", so Adami.

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