Weihnachtsmärkte in Bruckmühl und Feldkirchen-Westerham abgesagt

Ein Prosit der Gemütlichkeit? In diesem Jahr ist das nur in privatem Rahmen möglich. Die Weihnachtsmärkte in Bruckmühl und Feldkirchen-Westerham wurden abgesagt.
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Ein Prosit der Gemütlichkeit? In diesem Jahr ist das nur in privatem Rahmen möglich. Die Weihnachtsmärkte in Bruckmühl und Feldkirchen-Westerham wurden abgesagt.
  • vonKathrin Gerlach
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Gemütlichkeit im Advent wird es in diesem Jahr nur im privaten Rahmen geben. Die Gemeinden Bruckmühl, Feldkirchen-Westerham und der Gewerbeverband im Mangfalltal haben ihre Weihnachtsmärkte abgesagt. Die Corona-Auflagen sind zu hoch.

Bruckmühl/Feldkirchen-Westerham – Ein Weihnachtsmarkt mit Abstand, höchstens zehn Ständen und so ganz ohne heißen Punsch? Nein, das können sich die Bruckmühler nicht vorstellen. „Beim Weihnachtsmarkt zusammen zu stehen, einen Glühwein zu trinken und zu ratschen – genau das macht doch die Gemütlichkeit aus“, sagt Gerti Schnitzlbaumer vom Markt Bruckmühl.

Gemütlichkeit bleibt auf der Strecke

Das gemütliche Ambiente des Weihnachtsmarktes im Pausenhof der Realschule hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Besucher angelockt. Doch in diesem Jahr dürften nicht einmal Tische aufgestellt werden. Die Leute sollen gar nicht erst auf die Idee kommen, zusammenzustehen. Die Gemütlichkeit bleibt damit komplett auf der Strecke. Und die nächste Frage: Wer möchte bei winterlichen Temperaturen ohne die weihnachtlichen Aufheizer im Freien verweilen?

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„Ganz oder gar nicht“, sind sich die Bruckmühler Organisatoren einig. Dabei haben sich Bürgermeister Richard Richter und die Mitglieder des Arbeitskreises „Weihnachtsmarkt“ die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht. Letztlich wurde der Markt aber abgeblasen. Gleiches gilt für Feldkirchen-Westerham. Auch hier fällt der Adventsmarkt aus. Mitgetragen wird die Entscheidung von Werbering, Bund der Selbstständigen und Gewerbeverband Mangfalltal – als Partner in Bruckmühl und Veranstalter in Feldkirchen-Westerham.

Keine Alternativen für den Advent

Doch welche Alternativen wird es geben, um den Advent einzuläuten? „Wenn sich die Einzelhändler zu kleineren Aktionen vor ihren Geschäften entscheiden, können sie sich der Unterstützung der Gemeinde sicher sein“, kündigt Bürgermeister Hans Schaberl an. Doch selbst das wird nicht möglich sein. Die Corona-Auflagen sind zu hoch.

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„Wenn wir einen Straßenbereich absperren, haben wir automatisch eine geschlossene Veranstaltungsfläche, für die dann die Begrenzung der Personenzahl gilt und wir eine Hygieneaufsicht bräuchten“, macht Christine Knoll, die Vorsitzende des Gewerbeverbandes, klar. „Die komplette Verantwortung läge damit bei den Einzelhändlern. Dieses Risiko ist einfach zu groß.“ Deshalb könne es unter Corona-Bedingungen überhaupt keine Alternativveranstaltungen geben.

Die einzige Chance, den im Corona-Jahr zur Genüge gebeutelten Einzelhandel zu unterstützen, seien Werbung oder verlängerte Samstag. „Wir können die Menschen nur dazu aufrufen, die Weihnachtsgeschenke beim örtlichen Einzelhandel zu kaufen“, bedauert Knoll. Sie stellt sich verlängerte Samstage oder Gutscheinaktionen vor.

Gewerbeverband entscheidet morgen

Konkrete Ideen werden am Donnerstag in der Vorstandssitzung des Verbandes ausgetauscht. „Trotzdem bleibt das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch, dass die Menschen zum Einkaufen kommen und der nötigen Entzerrung von Besucherströmen“, betont Knoll. Die Angst der Einzelhändler sei groß, dass sie durch einen Kunden, der ihr Geschäft besucht und später möglicherweise positiv auf Corona getestet werden könnte, in Quarantäne müssen. Und so wird nach einem verlustreichen Jahr auch das Weihnachtsgeschäft unter Corona-Bedingungen sehr schwierig.

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