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Einzelhändler ziehen Bilanz

Weihnachtsgeschäft im Mangfalltal: Warum die 2G-Regel zu Einbußen führte

Einzelhändler aus dem Mangfalltal erlebten ein durchwachsenes Weihnachtsgeschäft.
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Einzelhändler aus dem Mangfalltal erlebten ein durchwachsenes Weihnachtsgeschäft.

Zum Weihnachtsgeschäft 2021 blieb den Einzelhändlern zwar ein Lockdown erspart, doch mit den Umsätzen aus Zeiten vor Corona war der Betrieb dennoch nicht vergleichbar. Welche Branchen es besonders hart getroffen hat und warum das Christkind auch per Mausklick kam.

Von Nicolas Bettinger

Mangfalltal – Besser als im Vorjahr, deutlich schlechter als 2019. In etwa so lässt sich das Fazit der Einzelhändler aus dem Mangfalltal zum Weihnachtsgeschäft zusammenfassen. Zwar blieb dem Handel im Dezember 2021 ein Lockdown erspart, doch durch die 2G-Regel durfte der ein oder andere Kunde auch zahlreiche Geschäfte nicht betreten.

„Alle halten irgendwie durch“, sagt Christine Knoll vom Werbering Mangfalltal und spricht von Umsatzeinbußen von rund 30 Prozent im Vergleich zu Zeiten vor Corona. Dabei seien nicht alle Branchen gleichermaßen betroffen gewesen. So hätten Lebensmittelgeschäfte, Blumenläden oder Baumärkte „ihr Geschäft des Lebens gemacht“. Alle anderen Einzelhändler hätten viele ihrer Kunden an den Onlinehandel verloren, so Knoll. Durch die 2G-Regel seien schätzungsweise ein Drittel der Kunden weggefallen.

Händler nehmen 2G-Kontrollen ernst

„Natürlich alles immer noch deutlich besser als im letzten Jahr“, sagt Knoll. Dieses Mal seien die Erwartungen des Handels insgesamt runtergeschraubt worden, man plane mittlerweile vorsichtiger. Laut Knoll haben viele Händler das Vertrauen in die Politik verloren. Ein deutlich positiveres Fazit zieht Martina Steffl, Mitinhaberin vom Haushaltswarengeschäft „Pentenrieder“ in Bad Aibling. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Steffl und verweist auf ihre Küchenprodukte, wie Töpfe und Pfannen, die unabhängig vom Weihnachtsgeschäft stark nachgefragt wurden. Da auch der Zugang zur Gastronomie eingeschränkt sei, würden immer mehr Menschen zuhause gerne kochen. Auch die 2G-Regelung habe in ihrem Laden kein großes Problem dargestellt. „Wir nehmen die Kontrollen sehr ernst, und das kommt bei unseren Kunden gut an, da sie sich dadurch sicher fühlen“, so Steffl.

Weniger positiv blickt die Textilbranche auf das Weihnachtsgeschäft zurück. Laut Irmgard Schmied von der „Jeanseria“ in Bruckmühl habe man deutlich gemerkt, „dass die Ungeimpften nicht reindurften“. So sei man nur auf etwa die Hälfte des Umsatzes gekommen. Verkaufsalternativen wie Click&Collect funktionierten demnach nicht, da die Kunden ihre Bekleidung vor Ort anprobieren möchten, so Schmied.

Andere Branchen wiederum können zufriedener auf das Weihnachtsgeschäft zurückblicken. So machte sich eine coronabedingte Zurückhaltung etwa beim Sportgeschäft „Bergsport Mühlbauer“ aus Feldkirchen-Westerham nicht bemerkbar. „In diesem Winter passt das Wetter, die Menschen sind motiviert und wollen endlich wieder raus“, sagt Juniorchef Armin Mühlbauer zufrieden. Ski und Schneeschuhe seien derzeit besonders begehrt. Die 2G-Regel sei zwar sehr aufwendig zu handhaben, jedoch weniger problematisch als befürchtet. „Dies ist in erster Linie unseren verständnisvollen Kunden zu verdanken“, so Mühlbauer. Bedenken, dass die Kaufkraft der Kunden wieder nachlassen könnte, habe man deshalb derzeit nicht. „Sorgen muss man sich aktuell eher darum, ob genügend Waren rechtzeitig nachgeliefert werden“, so Mühlbauer.

Indes spricht Stefan Reischl, Inhaber des Kolbermoorer Haushaltswarengeschäftes „Mittendorfer“ von einer Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr, jedoch von deutlich weniger Umsatz als noch Ende 2019. „Es ist ein zweischneidiges Schwert mit der 2G-Regel“, erklärt Reischl. Er verstehe nicht, warum sich Menschen in Geschäften des täglichen Bedarfs, in denen keine 2G-Regel gelte, nicht anstecken können sollen. In den anderen Läden aber schon. Er bemängelt die ungleiche Behandlung der Handelsbranchen. „Bei uns gehören Tassen, Messer und Besen nicht zum täglichen Bedarf, der Discounter, für den keine 2G-Regel gilt, darf das aber dennoch vertreiben“, so Reischl. Verluste durch die ausgebliebene Kundschaft könne man als kleiner Händler auch nicht über einen Online-Shop ausgleichen. Wie Reischl bestätigen weitere Einzelhändler aus dem Mangfalltal, dass sie einen funktionierenden Internet-Verkauf personell und finanziell nicht stemmen könnten. Ohnehin gelinge es nicht, sich in diesem Bereich gegen die „großen Internet-Riesen“ zu behaupten, sagt Reischl.

„Das Christkind kam per Mausklick“

Das Problem kennt auch der bayerische Handelsverband. Auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen betont Pressesprecher Bernd Ohlmann, dass das „Christkind dieses Mal überwiegend per Mausklick kam“. Bayernweit habe der stationäre Einzelhandel mit Umsatzeinbußen von 30 Prozent zu kämpfen. Der Onlinehandel sei dagegen mit einem Plus von 20 Prozent „durch die Decke gegangen“, so Ohlmann. Auch im Mangfalltal sei die Besucherfrequenz eingebrochen, was etwa an der 2G-Regel sowie an der Angst vor Ansteckungen vieler Kunden gelegen habe. Für den Handelsverband verfehle die Corona-Einschränkung ihr Ziel. „Wer einen Schal oder eine Mütze braucht, der lässt sich dafür bestimmt nicht impfen, sondern bestellt im Internet.“

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