Weihnacht am Irlachweiher: Bad Aiblinger Christkindlmarkt jetzt in romantischem Ambiente

Der Irlachweiher ist zu jeder Jahreszeit romantisch und deshalb auch der neue Standort des Bad Aiblinger Christkindlmarktes.
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Der Irlachweiher ist zu jeder Jahreszeit romantisch und deshalb auch der neue Standort des Bad Aiblinger Christkindlmarktes.

Den Christkindlmarkt 2020 wegen Corona absagen? Das kommt für die Aiblinger nicht in Fragen. Ganz im Gegenteil: Künftig soll er am Irlachweiher mitten im Kurpark stattfinden. Das hat der Stadtrat jetzt mit 18:6 Stimmen beschlossen. Zudem soll ab 2021 an einem neuen Konzept gearbeitet werden.

Bad Aibling – Eines war in der Ratsdebatte um den Christkindlmarkt von Anfang an klar: In Bad Aibling soll es auch im Corona-Jahr einen Christkindl-Markt geben. Auch wenn viele andere Kommunen ihre Märkte bereits absagten, wollen die Kurstädter zeigen: „Hey, Bad Aibling hat’s geschafft!“, so die Motivation von Alexandra Birklein vom Stadtmarketing.

Weg von der „Fress- und Saufmeile“

Der Christkindlmarkt auf dem Marienplatz ist seit Donnerstag Geschichte. Da er für die Corona-Auflagen zu eng ist, musste eine Alternative gefunden werden. Aus diesem Anlass hatten Petra Keitz-Dimpflmeier (SPD) und Martina Thalmayr (Grüne) den Antrag gestellt, den Markt künftig im Kurpark stattfinden zu lassen und das Konzept zu überarbeiten.

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In der aktuellen Debatte ging es darum, ob Corona zum Trotz „der große Wurf“ gemacht werden solle, wie Markus Stigloher (CSU) meinte. Oder ob die Aiblinger doch lieber eine sichere Variante wählen sollten, falls eine zweite Corona-Welle komme und der Markt doch noch abgesagt werden müsse, wie unter anderem Dieter Bräunlich (ÜWG) zu bedenken gab.

Jetzt sei eine gute Gelegenheit, von der „Fress- und Saufmeile“ wegzukommen, meinte Thomas Höllmüller. Ähnlich die Intention vieler anderer Ratsmitglieder, von Aib-Kur und Stadtmarketing.

Mehrere Standorte waren auf Herz und Nieren geprüft worden. Der innere Kurpark mit Brunnenhof, der äußere Kurpark mit Irrlachweiher, der Hofberg und die Viehhalle. Alle würden von ihrer Größe her dem Corona-Hygiene- und Sicherheitskonzept entsprechen. Infrastruktur, Barrierefreiheit, Schlechtwetter-Szenarien und mögliche Investitionen stellte Alexandra Birklein vom Stadtmarketing den Räten ausführlich vor. Sie plädierte für den Vorplatz der Viehhalle: „Hier ist die erforderliche Infrastruktur vorhanden und das Kosten-Nutzen-Verhältnis am besten.“

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Kurdirektor Thomas Jahn favorisierte eine romantische Weihnachtskulisse am Hofberg. „Der Christkindlmarkt ist für mich etwas Hochemotionales“, betonte er. Das passende Ambiente dazu könnte er sich am Hofberg vorstellen: mit Lichterketten in den Bäumen, Konzerten in der Stadtpfarrkirche und Weihnachtsbäckerei im Kindergarten.

Bad Aibling setzt Zeichen der Hoffnung

Die anschließende Diskussion zeigte, wie sehr den Stadträten ihr Christkindlmarkt im Corona-Jahr am Herzen liegt. Fast jeder meldete sich zu Wort, um das Ja zum Markt und seine Meinung zu den Standorten kundzutun. Der Hofberg wurde vom Seniorenbeauftragten Bräunlich als nicht barrierefrei bewertet.

Rudolf Gebhart (ÜWG) schlug vor, den Innen- und Außenbereich der Ausstellungshalle als wettersicherste Variante und Übergangslösung zu nutzen. Martina Thalmayr (Grüne) erinnerte daran, dass ihr Antrag den Wunsch der Bürger widerspiegele, die sich ihren Christkindlmarkt im idyllischen Kurpark wünschten: „Zudem wäre der Kurpark auch in den Folgejahren ausbaufähig.“ Dr. Thomas Geppert (CSU) rief dazu auf, trotz aller Umsicht in die Zukunft zu investieren. „Auch wenn es aufwendiger wird, kann uns ein großes Gemeinschaftsprojekt gelingen.“

Ein Zeichen der Hoffnung zu setzen, befürwortete auch Thomas Höllmüller (CSU). Sein junger Fraktionskollege Michael Krimplstötter (CSU) hatte schon den Glühwein am winterlichen Weiher vor Augen und „irgendwann vielleicht sogar eine Seebühne“. Richard Lindl (Grüne) war dankbar für die Chance, „sich vom Marienplatz zu befreien“ und möchte „den Aiblinger Christkindlmarkt langfristig zum schönsten der Region machen“.

Jetzt geht‘s an die Planung

Und so war es nicht verwunderlich, dass sich die Räte mit 18:6 Stimmen zuerst für den Kurpark und mit 18:6 Stimmen schließlich für den Irrlachweiher entschieden.

Nun ist es an Alexandra Birklein die erforderliche Infrastruktur für diesen Standort zu organisieren und ein Konzept zu erarbeiten. Ob es mehr als zwölf Buden geben kann, ist noch nicht entschieden. Gebhart regte an, die Standgebühren zu modifizieren, damit zu Glühwein- und Imbissständen vielleicht auch weihnachtliche Handwerkskunst hinzukomme.

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