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Straßen und Wege in Bruckmühl teils unpassierbar

Weg frei, sonst droht ein Zwangsrückschnitt der Hecke – auch in der Vegetationsperiode

Der Rückschnitt gehört zu den Pflichten der Grundstückseigentümer
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Der Rückschnitt gehört zu den Pflichten der Grundstückseigentümer

Bruckmühl fordert Grundstückseigentümer gerade auf, das Grün ihrer Gärten so im Zaum zu halten, dass es öffentliche Wege und Straßen nicht verwuchert. Sonst droht ein Zwangsrückschnitt. Doch ist das überhaupt erlaubt? Schließlich verbietet das Bundesnaturschutzgesetz Rückschnitte während der Vegetationsperiode. Die geht noch bis zum 30. September.

Bruckmühl – Es ist alle Jahre wieder dasselbe Szenario: Wenn Bäume, Gräser und Hecken sprießen, was das Zeug hält, haben Eigentümer die Pflicht, den Verkehrsraum freizuhalten. Denn was des einen Freud ist des anderen Leid. Während sich Eigentümer und Anlieger über das frische Grün freuen, kann es Verkehrsteilnehmer behindern, wenn sie Gehwege nicht mehr passieren können, Sichtdreiecke massiv gestört werden oder Unfallgefahren wachsen. Aus aktuellem Anlass verschickt der Markt Bruckmühl deshalb jetzt Briefe an alle Grundstücks-Eigentümer und bittet sie eindringlich darum, dass sie beim Mähen ihrer Flächen darauf achten, dass das Gras am Straßenrand beziehungsweise im Bereich des Zauns zurückgeschnitten wird – gegebenenfalls von Hand.

Wenn Grün zur Gefahrenquelle wird

„Hohes Gras kann die Wege und Straßen unübersichtlich und damit gefährlich machen – vor allem, wenn Sichtdreiecke verdeckt werden. Bei nassem Wetter hängt das Gras zudem weit in die Gehwege hinein, sorgt bei Fußgängern und Radfahrern für nasse Beine und verschmälert die Wege“, betont Jana Söhnel vom Bruckmühler Ordnungsamt. Ihr liegen jeden Tag aktuell sechs bis sieben Beschwerden über derlei Missstände vor.

Klare Regeln gibt es für das Stutzen des Grüns, das aus privaten Gärten auf öffentliche Flächen wie Gehwege oder Fahrbahnen wuchert.

Vieles lasse sich per Telefon regeln, zahlreiche Eigentümer wurden und werden derzeit angeschrieben. Dabei gehört der Rückschnitt zu den Pflichten der Grundstückseigentümer. Denn dasselbe gilt auch für Hecken, die vorschriftsgemäß geschnitten werden müssen. Dabei sollte man bedenken, dass Sträucher schnell wachsen – es reicht nicht aus, wenn die Hecke unmittelbar nach dem Schnitt die erforderliche Höhe oder Breite hat und nur wenige Wochen später bereits wieder Straßen und Wege zuwuchert. „ Zu hoch gewachsene Hecken und wuchernde Sträucher sind ein Ärgernis für Fußgänger und können durchaus eine Gefahr für Leib und Leben bedeuten, wenn sie den Straßenverkehr behindern“, so Söhnel.

Auch der Bauhof hat die Situation nun vermehrt im Blick und meldet Problemfälle. Dabei sind die einzuhaltenden Regeln in diesen Fällen ganz einfach: Über dem Gehweg muss ein Freiraum von 2,5 Metern und über der Fahrbahn ein Freiraum von 4,5 Metern sein. Gemessen wird von der Straßenkante. „Besonders wichtig ist es, einen Abstand von einem halben Meter zum Straßenrand einzuhalten“, betont Söhnel.

Zudem weist die Polizei darauf hin, dass Verkehrszeichen nicht verdeckt werden dürfen. Die Pflanzen müssen so zurückgeschnitten werden, dass die Verkehrszeichen von den Verkehrsteilnehmern rechtzeitig wahrgenommen werden können.

Straßenlaternen sind manchmal durch Äste und Blätter derart eingewachsen, dass deren Leuchtwirkung beeinträchtigt wird. Auch hier gilt es, die Äste so zurückzuschneiden, dass die Leuchten nicht in ihrer Funktion eingeschränkt werden.

Wenn die Abstände nicht eingehalten werden, sind Eigentümer aufgefordert, den Rückschnitt der überhängenden Äste und Zweige vorzunehmen – anderenfalls drohen Schadenersatzansprüche. Bei wiederholter Nichtbeachtung kann sogar ein kostenpflichtiger Rückschnitt durch die Gemeinde – eine sogenannte Ersatzvornahme – erfolgen.

Besonders gefährdet sind Kinder, die nach der Straßenverkehrsordnung bis zum vollendeten achten Lebensjahr mit ihrem Fahrrad den Gehweg benutzen müssen. Werden sie durch Überwuchs zum Ausweichen auf die Straße gezwungen, besteht erhöhte Unfallgefahr. Neben der möglichen Verletzung des Kindes drohen dem Verursacher – also dem Grundstückseigentümer – erhebliche Schadensersatzforderungen. Der Wildwuchs beeinträchtigt besonders Senioren mit Gehhilfen, Rollstuhlfahrer und Sehbehinderte, aber auch Eltern mit Kinderwagen.

Doch wie passt das mit dem Bundesnaturschutzgesetz zusammen? Paragraph 39 besagt, dass es zwischen 1. März und 30. September verboten ist, Hecken und Gebüsche zu roden, abzuschneiden oder zu zerstören.

Was sagt das Naturschutzgesetz?

„Schonende Form- und Pflegeschnitte sowie behördlich angeordnete oder zugelassene Schnitte, die verkehrsgefährdende Situationen beseitigen sollen, sind allerdings möglich“, erklärt Söhnel.

Größere Schnitte dürfen Hobby-Gärtner vor Beginn der Vegetationsperiode im Winterhalbjahr – 1. Oktober bis Ende Februar – durchführen. „Auch dann muss man darauf achten, dass sich keine Brutstätten wild lebender Tiere in Hecke und Strauch finden“, so die Im Ordnungsbeamte. Wer sich nicht sicher ist, kann jederzeit im Bruckmühler Ordnungsamt oder bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Rosenheim nachfragen.

Eines ist aber auf jeden Fall klar: Hecken, Sträucher und Bäume, die an Einmündungen und Kreuzungen stehen, sollten so weit zurückgeschnitten werden, dass keine Äste über die Grundstücksgrenze hinausragen.

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