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Projekt im Millionenbereich

Warum die Sanierung der Bad Aiblinger Friedhofs-Arkaden mehr als doppelt so teuer wird

Die Fassade bröckelt: Der Anblick der Arkaden am Friedhof Ellmosener Straße vom Bestatter-Parkplatz aus. Foto: Stadt Bad Aibling
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Die Fassade bröckelt: Der Anblick der Arkaden am Friedhof Ellmosener Straße vom Bestatter-Parkplatz aus.
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
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Der Bauausschuss hat einstimmig entschieden, dass die Dachsanierung der Friedhofs-Arkaden im nächsten Jahr angegangen werden sollen. Über die Kosten gibt es Diskussionen.

Bad Aibling – Pfiat di Flickerlteppich! Das Gremium des Bauausschusses hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig entschieden, die Dachsanierung der historischen Friedhofsarkaden auf den Weg zu bringen und empfiehlt dem Stadtrat ebenfalls zuzustimmen.

Start der Maßnahme im nächsten Jahr

An vielen Stellen wurde das Dach ausgebessert.

Die Kosten sollen sich auf rund 1,2 Millionen Euro belaufen – Stand jetzt. Rathauschef Stephan Schlier (CSU) sagte eingangs der Sitzung: „Wir haben bisher mit weniger gerechnet.“

„Maßnahme dringend erforderlich

Beginnen soll die Maßnahme im nächsten Jahr. Die Dauer soll etwa ein halbes Jahr betragen. Das erklärte der Gutachter Bernd-Jürgen Lehmann, der in die Sitzung gekommen war und dem Gremium erklärte, dass die Maßnahme „dringend erforderlich“ sei.

„Schäden sind massiv“

Die Holzbauteile sind teilweise „völlig vermorscht“, so ein Gutachter.

Das Dach des Bauwerkes am Friedhof Ellmosener Straße ist etwa 900 Quadratmeter groß. „Die Schäden sind massiv und nicht mehr zu reparieren“, so Lehmann, der seine Aussage mit Fotos untermauerte. Darauf war das Dach abgebildet, das teilweise einem Flickenteppich ähnelte. Aber nicht nur das Dach, sondern auch die darunterliegenden Holzbauteile unter der Rinne sind „teilweise völlig vermorscht. Jetzt gehe es um die Verkehrssicherheit“.

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Bei der geplanten Maßnahme werden die kompletten Arkaden eingerüstet. Und neben dem Dach sollen auch Baumeister-, Stukkateur- und Malerarbeiten ausgeführt werden, hieß es in der Sitzung. „Was final alles gemacht werden muss, ist schwer einschätzbar“, so Lehmann. Schließlich könne es sein, dass „das oberste Gesims bei der Maßnahme abfällt.“

Dass die Sanierung auf den Weg gebracht werden muss, befürwortete das Gremium geschlossen. Kirsten Hieble-Fritz (ÜWG) fragte, ob man bei der Baumaßnahme auch gleich die Toilettenanlage barrierefrei machen könne. Albert Binsteiner von der Verwaltung erklärte daraufhin, dass die Toilettenanlage mit dieser Maßnahme „rein gar nichts zu tun habe“ und erteilte Hieble-Fritz somit eine Absage.

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Gegenstand der Diskussion war aber auch im Vorfeld immer wieder das Material: Die Verwaltung lehnt es ab, „kostgünstigeres Material wie Stahlblech oder Edelstahl zu verwenden“. Das Denkmalamt fordert Kupfer, dem schließt sich auch die Verwaltung und der Gutachter an: „Alle anderen Metalle müssten immer wieder gestrichen werden“, sagte er. Der Haken: „Der Preis von Kupfer ist hoch wegen der Materialknappheit.“

Kupfer für rund 84 000 Euro

„Es sieht dramatisch aus“, so Katharina Dietel (Grüne), „aber wir müssen es machen.“ Allerdings sei sie nicht mit dem Preis einverstanden und fragte, ob man denn Geld sparen könne, wenn man anstelle von Kupfer ein anderes Material verwenden würde. Lehmann rechnete: „Der Preis für das Kupferdach beträgt rund 84 000 Euro, anderes Material wurde zwischen 40 000 und 50 000 Euro kosten. Obendrein benötigt ein Kupferdach keine Pflege.“ Er sagte auch, dass es sich um Preise aus dem Jahr 2021 handelt. „Der finale Preis steht erst am Ende fest.“

Kosten steigen um mehr als das Doppelte

Albert Binsteiner, Sachbearbeiter der Stadt, erklärt auf Anfrage des Mangfall-Boten, dass sich die Kosten für die Maßnahme zunächst auf 500 000 Euro beliefen. Die ummauerte Anlage aus dem Jahre 1866/67 steht unter Denkmalschutz. Nun wurde seitens der Behörde gefordert, dass anstelle von Stahlblech Kupfer verwendet werden soll. „Das hat zu einer massiven Kostensteigerung geführt“, so Binsteiner auf Anfrage. Neben dem Dach der Arkaden müsse auch die Fassade teilweise erneuert und gestrichen werden. Ziel sei es aber, soweit es möglich ist, historische Teile zu ergänzen, erklärt der Stadtmitarbeiter. Neben den Arkaden soll auch der Aussegnungshalle ein neues Dach verpasst werden.

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