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EIN BLICK IN DIE HISTORIE

Wasserkraft rettet die Weichinger Mühle 1928 noch, doch 1974 schlägt ihre letzte Stunde

Die historische Mühlentechnik wird für die Nachwelt erhalten.
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Die historische Mühlentechnik wird für die Nachwelt erhalten.

Die Mühle in Weiching hat eine über 600-jährige Geschichte. Wie sie entstand, warum die Moosach verlegt wurde und womit der „Müller“ heute sein täglich Brotverdient, hat Victoria Schwenger recherchiert. Heute geht es um die Veränderungen in der Mühlenlandschaft.

Tuntenhausen – Große Veränderungen in der Mühlenlandschaft kamen mit Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Zuge der Technisierung und Elektrifizierung wurden Wasserkraftwerke gebaut, um den rasch wachsenden Bedarf an elektrischer Energie zu befriedigen. Dafür wurden Flüsse und Bäche verlegt und reguliert – im Zuge des „Attel-Moosach-Projekts“ von 1926 auch die Moosach. Damit wurde den Mühlen – auch der in Weiching – im wahrsten Sinne des Wortes „das Wasser abgegraben“.

1926 beginnt das Mühlensterben

Es begann das große Mühlensterben: Viele Mühlen im Land, auch im Bereich der Attel und Moosach, wurden stillgelegt und abgerissen, dafür große industrielle Mühlen gebaut. Die Weichinger Mühle wurde vom Wasserrad auf Turbinenantrieb umgestellt und konnte so weiter betrieben werden.

Doch es sollte noch weitere Veränderungen geben, denn so ohne Folgen greift der Mensch nicht in die Natur ein: Durch die Verlegung der Moosach veränderte sich der Grundwasserspiegel, der Untergrund setzte sich und das landwirtschaftliche Wohnhaus der damaligen Besitzer, der Familie Lang, wurde dadurch so beschädigt, dass es baufällig wurde und abgerissen werden musste.

Bis heute gibt es immer wieder Überschwemmungen durch die Moosach – zuletzt auch im August 2020, als das gesamte Gelände an der Weichinger Mühle unter Wasser stand.

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1928 baute Matthias Lang, der Großvater des jetzigen Besitzers, ein Wasserkraftwerk und Sägewerk – das rettete die Mühle. So konnte sie vom Wasserradantrieb auf einen elektrischen Generator umgestellt und weiter betrieben werden. Diese Turbinen laufen seit 1928 Tag und Nacht – also seit fast hundert Jahren.

1945, zum Ende des Zweiten Weltkrieges, donnerten Bomber der amerikanischen Luftwaffe über Weiching und versuchten, die nahegelegenen Brücken der Bahnstrecke München-Rosenheim zu zerstören. Es gelang zwar nicht, doch die Mühle wurde bei den Angriffen in ihren Grundfesten erschüttert: Sämtliche Fensterscheiben zerbarsten und eine gewaltige Wolke aus Mehlstaub wurde aufgewirbelt, sodass man im benachbarten Ostermünchen glaubte, die Weichinger Mühle würde brennen. Sie war jedoch glimpflich davongekommen.

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1974 sollte auch für die Mühle in Weiching die letzte Stunde schlagen: Der Vater des jetzigen Besitzers, Georg Dettendorfer, hatte die Mühle noch betrieben. Täglich kam ein Müller, der die Arbeit verrichtete, doch es war nur noch ein Nebenverdienst, denn es rentierte sich immer weniger. Als der Müller in Rente ging, wurde der Betrieb eingestellt.

Im Mühlenmuseum scheint es, als sei der Müller gerade von der Arbeit weggegangen. Doch die Mühle steht schon seit 1974 still.

Historische Technik bleibt erhalten

Heute ist die Mühle stillgelegt, doch die Familie Dettendorfer will die historische Mühlentechnik erhalten. Gelegentlich kommen Interessierte, wie zum Beispiel der Historische Mühlenverein, um die Anlage zu besichtigen. Denn im Inneren des Gebäudes sind alle Gerätschaften wie die Walzensteine, die Getreideputzerei, der Aufzug, die Getreide- und Mehlsäcke gleichsam wie in einem Mühlenmuseum erhalten und erinnern an Jahrhunderte, in denen Bauern im Handwagen oder mit dem Pferdefuhrwerk ihr Getreide zum Müller in Weiching brachten, um das Mehl für ihr täglich Brot mahlen zu lassen.

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