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Jahresprogramm in Planung

Was der Bad Aiblinger Kunstverein in diesem Jahr vorhat

„Ich wünsche mir, dass die Galerie im alten Feuerwehrgerätehaus ein belebter Ort ist“, sagt Martina Thalmayrinmitten der Werke von Elizabeth Weckes.
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„Ich wünsche mir, dass die Galerie im alten Feuerwehrgerätehaus ein belebter Ort ist“, sagt Martina Thalmayrinmitten der Werke von Elizabeth Weckes.
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
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Bad Aibling – Martina Thalmayr (51), die Vorsitzende des Bad Aiblinger Kunstvereins, erzählt im Interview, was ihr besonders wichtig ist, was heuer geplant ist und welche Besonderheiten in diesem Jahr auf die Besucher warten.

Frau Thalmayr, was steht heuer als erstes im Bad Aiblinger Kunstverein an?

Martina Thalmayr: Wir starten am 5. Februar mit „144 Stunden in Odessa“ – einen Abend im Rahmen der Max Mannheimer Kulturtage von Rayka Emmè und den LifveChords. Wobei derzeit noch nicht klar ist, ob und wie wir diesen Abend gestalten können. Die nächste Ausstellung mit Siglinde Schelkle, eine Skulpturenausstellung, wird dann am 13. Februar starten – so lauten zumindest die Planungen derzeit.

Wie viele Schauen stehen heuer auf dem Programm?

Thalmayr: Wir haben sieben Einzelausstellungen, die Mitgliederausstellung und eine Runde ArtVielfalt für 2022 geplant.

Gibt es dabei Besonderheiten?

Thalmayr: Wir haben zum ersten mal eine Porzellanmalerin im Programm – außerdem eine junge Künstlerin, deren Werdegang wir besonders spannend finden. Nadine Becker erzielte ein einstimmiges Ergebnis bei der Jurierung des Jahresprogrammes – und es war ihre erste Bewerbung um eine Einzelausstellung überhaupt.

2021 gab es den Skulpturenpfad im Kurpark. Ist so etwas auch wieder angedacht?

Thalmayr: Jein. Der Skulpturenpfad war ein Sonderprojekt zum 70-jährigen Jubiläum des Kunstvereins. Jedes Jahr werden wir ein derart großes Projekt kaum stemmen können. Wobei schon wieder Ideen in der Schublade liegen. Für 2022 haben wir gemeinsam mit dem Automobilclub Bad Aibling ein Kunstprojekt im Rahmen des „Zamma“ Festivals eingereicht. Wenn das angenommen wird, werden die Aiblinger gemeinsam mit Schlumpf Huber ein altes Auto im Stadtpark besprayen und bemalen.

Wie läuft eigentlich eine Ausstellungsplanung genau ab. Können Sie einen Einblick in die Organisation einer Ausstellung im Feuerwehrgerätehaus geben?

Thalmayr: In der ersten Jahreshälfte sichten wir zunächst alle eingegangenen Bewerbungen. Das sind gut und gerne mal 40 Bewerbungen auf sieben Ausstellungen, die wir im ganzen Jahr vergeben können. Wir diskutieren dann alle Künstler und stellen letztendlich ein hoffentlich ansprechendes und abwechslungsreiches Jahresprogramm zusammen. Zu den ausgewählten Künstlern kommen dann noch Mitgliederausstellung, Literaturtage, Ferienprogramm und Max Mannheimer Kulturtage dazu. Spätestens im Juli steht dann das komplette Programm für das folgende Jahr. Für jede Ausstellung und jeden Programmpunkt heißt es dann rechtzeitig mit der Pressearbeit zu beginnen, Einladungskarten und Plakate zu drucken und dann natürlich verschicken und verteilen.

Wie geht es dann weiter?

Thalmayr: Die Feinplanung für die Ausstellungen umfassen neben Hängung, Vernissage und Künstlergesprächen auch eventuelle Programmpunkte wie Musik oder Rahmenveranstaltungen. Alles in allem sind wir das ganze Jahr über wirklich gut beschäftigt.

Ausstellungen, die im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus gezeigt wurden, waren bereits online einsehbar. Soll das Angebot weiter ausgebaut werden?

Thalmayr: Ja, auf alle Fälle. Wir werden auch weiterhin Eindrücke der Ausstellungen online zeigen und wollen diese „bewegten Bilder“ auch über einen Bildschirm im Galerie-Fenster zeigen. Wir kämpfen derzeit noch ein bisschen mit der Technik an dieser Stelle. Ich bin aber zuversichtlich.

Wie läuft es eigentlich genau ab, wenn die Schauen im Internet zu sehen sind?

Thalmayr: Wir nutzen Instagram-live für unsere Vernissagen beziehungsweise für die Künstlergespräche. So kann jeder, der sich interessiert, schon mal live dabei sein, ohne vor Ort sein zu müssen. Danach erstellen wir einen kurzen Film, der einen Eindruck der Ausstellung vermitteln soll. Dieses entsprechende Video wird anschließend auf Instagram, Facebook aber natürlich auch auf YouTube und auf unserer Website verlinkt und ist so jederzeit zu sehen.

Könnte es sein, dass Online-Schauen die althergebrachten mal ersetzen?

Thalmayr: Nein – ich bin mir sicher, dass Kunst mit allen Sinnen erlebt werden will. Ich muss ein Bild von nah und fern ansehen können. Der Raum, die Installation und die Hängung spielen eine ganz wesentliche Rolle für die Wirkung eines Gemäldes. Stellen Sie sich zum Beispiel einen Peter Tomschiczek auf einer großen freien Wand zum Beispiel im Rathaus vor – oder eben umgeben von viele weiteren Werke wie etwa in der cafèlotteBar. Jeweils ein völlig anderer Eindruck – wenn auch beides großartig.

Was haben sie sich vorgenommen?

Thalmayr: Ich wünsche mir, dass die Aiblinger jede Scheu vor der Galerie verlieren, einfach reinkommen sich umsehen. Ein Galeriebesuch hat immer noch ein elitäres, etwas angestaubtes Image, das unserer Galerie einfach nicht gerecht wird. Jeder ist herzlich willkommen – kostet nichts. Wir haben uns vorgenommen, verstärkt Kulturmix – Musik, Lesungen eben nicht nur Bilder – in der Galerie anzubieten, um mit Veranstaltungen mehr Besucher in die Galerie zu locken. Ich wünsche mir, dass die Galerie im alten Feuerwehrgerätehaus ein belebter Ort ist, für Alt und Jung, Klein und Groß, Laut und Leise.

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