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Sturzflut-Risikomanagement soll Anliegern helfen

Was bei Hochwasser zu tun ist: Markt Bruckmühl informiert Bürger

Bruckmühls Bürgermeister Richard Richter (rechts) und Herbert Prax vom Salzburger Fachbüro bei einer Begehung und Ursachenforschung nach der Sturzflut auf einem Bauernhof in Götting. Richter zeigt, bis wohin das Wasser reichte.
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Bruckmühls Bürgermeister Richard Richter (rechts) und Herbert Prax vom Salzburger Fachbüro bei einer Begehung und Ursachenforschung nach der Sturzflut auf einem Bauernhof in Götting. Richter zeigt, bis wohin das Wasser reichte.
  • VonJohann Baumann
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Um künftig besser auf Hochwasser-Ereignisse vorbereitet zu sein, beauftragte der Bruckmühler Gemeinderat nun eine Bietergemeinschaft mit der Durchführung des Sonderförderprogramms „Integrale Konzepte zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“. Dieses soll Kommunen und Bürgern Möglichkeiten zur Vermeidung, Vorsorge, Ergebnisbewältigung und Nachsorge aufzeigen.

Bruckmühl – Die Bilder vom Hochwasser 2021 sind nicht in Vergessenheit geraten. Am 26. Juli brach eine Sturzflut über die Vagener Au, Mittenkirchen, Wiechs, Götting und Staudhausen herein. Dort, südlich der Mangfall, kam es zu massiven Überflutungen. Hervorgerufen durch Kombinationen aus sturzflutartigem Hochwasser sowie wild abfließendem Hangwasser aus dem Bereich der Irschenberger Leite. Dabei entstanden erhebliche Schäden an privaten Gebäuden und öffentlicher Infrastruktur.

Künftig besser vorbereitet sein

Um künftig besser auf ein solches Ereignis vorbereitet zu sein, beauftragte der Bruckmühler Gemeinderat nun die Bietergemeinschaft SKI GmbH + Co.KG / cfLab GmbH aus München/Grassau mit der Durchführung des Sonderförderprogramms „Integrale Konzepte zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“. Dieses soll Kommunen und Bürgern Möglichkeiten zur Vermeidung, Vorsorge, Ergebnisbewältigung und Nachsorge aufzeigen.

Der Markt Bruckmühl lädt deshalb zu Informationsveranstaltungen für die Bürger, insbesondere die betroffenen Anlieger, mit Vorstellung des Sturzflut-Risikomanagments und des beauftragten Büros ein. Es gibt zwei Termine: für die Ortsteile Mittenkirchen, Wiechs, Vagener Au, Thalham am 21. Juni um 18 Uhr in der Theaterhalle Heufeld und für die Ortsteile Götting, Staudhausen, Linden, Ried am 23. Juni, ebenfalls um 18 Uhr in der Theaterhalle Heufeld.

Doch was ist kommunales Sturzflutrisikomanagement eigentlich? „Es greift für kleine Gewässer und wild abfließendes Wasser, ist unter der Federführung der Kommunen und bietet einen integralen Ansatz, um Hochwasserrisiken zu reduzieren“, erläutert Bruckmühls Bürgermeister Richard Richter. Dabei sei eines klar: Es gehe um mehr als „nur“ technischen Hochwasserschutz. „Das Risikobewusstsein für Hochwasser infolge von Starkregen muss mehr in den Köpfen aller sein. Gemeinsam geht es darum, geeignete Maßnahmen zu erarbeiten“, so Richter.

„Das ist eine Daueraufgabe und kein Sprint.“

Eines betont Richter dabei: „Das ist eine Daueraufgabe und kein Sprint.“ Die Starkregenereignisse in den vergangenen Jahren haben in Bayern viele lokale Hochwasser an kleinen Gewässern verursacht. Mit dem Sonderförderprogramm gegen Sturzfluten unterstützt das Bayerische Umweltministerium seit 2017 die Kommunen bei der Vorsorge. Das Förderprogramm ermöglicht es den Gemeinden, Konzepte für den bestmöglichen Hochwasserschutz zu schaffen.  Es richtet sich insbesondere an kleinere Kommunen, für die Sturzfluten eine existenzielle Bedrohung darstellen können.

Ziel ist es, die Hochwassergefahren nicht nur von kleinen Gewässern, sondern auch von sogenanntem wild abfließenden Wasser zu erkennen. Darauf aufbauend werden individuelle Handlungsmöglichkeiten und Schutzmaßnahmen für die Kommunen sowie für die Betroffenen vor Ort aufgezeigt.

Künftig sollen bayernweite Hinweiskarten Bürger und Kommunen bei der Vorsorge gegen Hochwassergefahren durch Sturzfluten unterstützen. Die Entwicklung einer lokalen Hinweiskarte für sturzflutgefährdete Gebiete ist ein wichtiger Meilenstein.

Außergewöhnlichen Starkregenereignissen

Denn: Sturzfluten sind besonders plötzlich und unerwartet auftretende Hochwasserereignisse, die sich durch ihre extreme Wucht von anderen Hochwasserereignissen unterscheiden. Ausgelöst werden sie laut Umweltministerium und Wasserwirtschaftsämtern von außergewöhnlichen Starkregenereignissen, die starken Oberflächenabfluss, schnell ansteigende Wasserstände und kräftige Abflusswellen bilden.

Wo Sturzfluten auftreten, verursachen sie häufig katastrophale Schäden. „Sie reißen sogar sehr schwere Objekte mit sich und können selbst Schäden an massiven Bauwerken anrichten. Das in Gebäude eindringende Wasser macht Keller und Tiefgaragen in wenigen Sekunden zu tödlichen Fallen“, heißt es aus dem Ministerium.

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