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„Was bedeutet Heimat?“

Bad Aiblinger Schüler beteiligen sich am Start der bundesweiten „Respekt-Tour“

Nermin Nuhic (links) und Abdallatif Mfareg aus der 10. Klasse der St.-Georg-Schule befragen Passanten nach ihrer Heimat und beteiligen sich damit an der bundesweiten „Respekt!Tour 2022“.
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Nermin Nuhic (links) und Abdallatif Mfareg aus der 10. Klasse der St.-Georg-Schule befragen Passanten nach ihrer Heimat und beteiligen sich damit an der bundesweiten „Respekt!Tour 2022“.

Eine viermonatige Aktions-Tour zum Thema Respekt beginnt in Bad Aibling und endet in Berlin. Wie die Idee entstanden ist, was dahinter steckt und was Schüler aus Bad Aibling dazu beitragen.

Bad Aibling - „Was bedeutet für Sie Heimat?“, fragt Nermin Nuhic, während er bei strahlendem Sonnenschein auf dem Bad Aiblinger Marienplatz steht. Gemeinsam mit seiner Schulklasse 10 der St.-Georg-Mittelschule spricht er Passanten an, um sie über ihre Heimat zu befragen. Die Interviews werden bei Zustimmung gefilmt und später im Unterricht weiter verarbeitet. Dabei könnte die Fragestellung nicht aktueller sein. Unter anderem mit dieser Aktion nimmt die Schule an der „Respekt!Tour 2022“ teil.

Schulen nehmen an „Respekt!Tour“ teil

Das Bundesnetzwerk Zivilcourage hat für dieses Jahr eine viermonatige Tour organisiert, die durch zahlreiche Orte und Bundesländer in ganz Deutschland führt. Dabei führen Vereine, Organisationen und Kommunen in ihren Regionen individuelle Aktionen durch. Das Ziel: Förderung und Stärkung von Zivilcourage und respektvollem Miteinander in der Gesellschaft. Auch die Schulen in Bad Aibling beteiligen sich. Tatsächlich wird die bundesweite Aktion in Bad Aibling beginnen. Zufall? „Nein“, sagt Irene Durukan, Vorsitzende des Bad Aiblinger Vereins „Mut & Courage“ und schmunzelt.

Durukan gehört auch dem Sprecherrat des Bundesnetzwerk Zivilcourage an und hatte bereits seit längerem an einer entsprechenden Idee gefeilt. „Ursprünglich hatte ich die Idee, eine Zug-Tour von Süden nach Norden zum Thema Respekt zu machen“, sagt Durukan. Im Bundesnetzwerk habe sich daraus später die Idee der bundesweiten Aktionstour entwickelt. Die, und darüber freut sich Durukan ganz besonders, eben in der Kurstadt starten wird.

Viele Nationalitäten in einer Schulklasse

„Im Rahmen der Respekt!Tour haben wir das Thema Heimat näher aufgegriffen“, sagt Daniela Bayer, Lehrerin an der St.-Georg-Schule. Man habe festgestellt, dass es in der Schulklasse viele verschiedene Heimaten gebe und dass diese für jeden auch eine unterschiedliche Bedeutung haben kann, so Bayer. Anlass des Themas sei natürlich der Krieg in der Ukraine, da hierbei zahllose Menschen ihre Heimat verloren haben. Zudem sei das Thema ihren Schülern mit unterschiedlichen Nationalitäten stets präsent.

„Für mich ist die Situation schon hart“, sagt Nermin Nuhic über die Lage in der Ukraine. Der 18-jährige Schüler kommt ursprünglich aus Bosnien und Herzegowina, seine Eltern flohen vor vielen Jahren ebenfalls vor Krieg. „Die ganze Welt fokussiert sich derzeit auf die Ukraine, dabei darf man nicht vergessen, dass Krieg auch noch an vielen anderen Stellen der Welt herrscht“, so Nuhic.

Umfrage unter Bad Aiblinger Passanten

Für ihn persönlich bedeute Heimat Familie. „Meine halbe Familie ist noch in Bosnien, immer wenn ich bei ihnen bin, fällt es mir sehr schwer wieder abzureisen.“ Ähnlich empfindet es Abdallatif Mfareg. Der 18-jährige Syrer lebt seit wenigen Jahren in Deutschland und fühlt mit den Kriegsvertriebenen der Ukraine. „Ich verstehe die Menschen sehr gut, ich musste damals selbst fliehen“, sagt der Schüler. Neben seinem Geburtsort in Syrien setzt er Heimat ebenso mit der Familie gleich.

„Aber natürlich auch mit meinen dortigen Freunden, die ich nicht bei mir habe und die ich vermisse.“ Dass es unter seinen Klassenkameraden viele unterschiedliche Nationalitäten gibt, sieht er indes positiv. „Wir verstehen uns gut, helfen uns gegenseitig mit der Sprache“, so Mfareg. Er fügt an: „Mensch ist Mensch.“ Bei der Umfrage unter Bad Aiblinger Passanten kamen im Übrigen unterschiedlichste Antworten heraus. So empfinden einige Bürger als Heimat tatsächlich den Ort, aus dem sie stammen oder an dem sie wohnen. Für andere ist Heimat der Platz, an dem sie zur Ruhe kommen können oder entspannen. Heimatgefühle kommen zudem bei den meisten Befragten dort auf, wo sich die Familie befindet.

„Gesicht und Haltung zeigen“

Die vom Bundesnetzwerk Zivilcourage veranstaltete „Respekt!Tour 2022“ beinhaltet unter anderem eine Plakataktion namens „Gesicht und Haltung zeigen“. Die Plakate werden jeweils regional mit eigenen Fotos und Statements ergänzt. Die St.-Georg-Schule etwa wird unter anderem die Ergebnisse der Heimat-Umfrage auf Plakaten zusammenfassen. Laut „Mut & Courage“ mit der Vorsitzenden Irene Durukan sei das Programm für die Auftaktveranstaltung noch nicht in Stein gemeißelt. Am Abend des 14. Mai wird es jedenfalls ein „Respekt!Konzert“ geben. Genauere Informationen dazu sollen noch folgen.

Der Abschluss der „Respekt!Tour 2022“ ist am 9. September in Berlin geplant. Einige der teilnehmenden Stationen sind neben Bad Aibling etwa München, Ludwigshafen, Kaiserslautern, Magdeburg oder Mainz.

Weitere Informationen unter: www.bundesnetzwerk-zivilcourage.de oder info@bundesnetzwerk-zivilcourage.de.

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