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Wirbel um ausbleibenden Zuschuss für Kirche St. Sebastian

„Sehr unschöne Sache“: Sanierung eines Kirchendachstuhls sorgt für massiven Ärger in Bad Aibling

Der Dachstuhl der Sakristei in der Kirche St. Sebastian Bad Aibling muss saniert werden. Stadtrat Rudi Gebhart (rechts im Bild), ärgert sich über eine Stelle, die sich, anders als die Stadt, nicht an den Kosten beteiligt.
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Der Dachstuhl der Sakristei in der Kirche St. Sebastian Bad Aibling muss saniert werden. Stadtrat Rudi Gebhart (rechts im Bild), ärgert sich über eine Stelle, die sich, anders als die Stadt, nicht an den Kosten beteiligt.

Gegen einen Zuschuss für die Sanierung eines Dachstuhls der Kirche St. Sebastian Bad Aibling sprach im Hauptverwaltungsausschuss eigentlich nichts. Dennoch sorgte das Thema für Verärgerung bei einigen Stadträten. Doch woran lag es?

Bad Aibling – Dass die Stadt Bad Aibling einen gewissen Zuschuss für bauliche Maßnahmen beisteuern kann – darüber war sich das Gremium des städtischen Hauptverwaltungsausschusses einig. Auch gegen einen Zuschuss für die Sanierung eines Dachstuhls der Kirche St. Sebastian Bad Aibling spricht deshalb grundsätzlich nichts. Vielmehr die Tatsache aber, dass eine finanzielle Hilfe von anderer Stelle aus ausbleibt, sorgte in der jüngsten Sitzung im Aiblinger Rathaus für Irritationen.

Die Stadt soll 15.000 Euro beisteuern

Der Ausschuss behandelte jüngst einen Zuschussantrag der Pfarrkirchenstiftung Mariä Himmelfahrt Bad Aibling. Für die Sanierung des Dachstuhls der Sakristei wurde deshalb bei der Stadt eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 15.000 Euro beantragt. Laut des beauftragten Architekturbüros fallen für die Sanierung insgesamt Kosten in Höhe von 185.000 Euro an.

Neben den Eigenmiteln von fast 150.000 Euro beteiligen sich der Bezirk Oberbayern (10.000 Euro), das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (5000 Euro) sowie die Bayerische Landesstiftung (5000 Euro) mit entsprechenden Zuschüssen. Unter Berücksichtigung eines Richtwerts von rund zehn Prozent des Eigenanteils der Gesamtkosten soll nun eben auch die Stadt Bad Aibling weitere 15.000 Euro beisteuern, was seitens der Kämmerei befürwortet wird.

„Mir geht es nicht um den Zuschuss, den ich eigentlich gerne mittragen würde“

Soweit so gut. Doch eine Tatsache sorgte im Gremium für Unverständnis. „Mir geht es nicht um den Zuschuss, den ich eigentlich gerne mittragen würde“, holte Stadtrat Rudi Gebhart (ÜWG) aus. Vielmehr habe er sich darüber geärgert, dass das Ordinariat – die oberste Verwaltungsstelle eines katholischen Bistums – nichts selber beisteuert. Von Seiten des Ordinariats hieß es entsprechend, dass die Kosten für die Sanierung des Dachstuhls der Kirche St. Sebastian nicht bezuschusst werden. „Wenn von dort nichts kommt, warum sollen wir dann zahlen?“, ärgerte sich Gebhart.

„Da sprechen Sie einen Punkt an“, pflichtete ihm Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) bei. Das Thema stoße schließlich „vielen sauer auf“. Der Bürgermeister versuchte es sich dennoch damit zu erklären, dass es sich die katholische Kirche aufgrund der zahlreichen Gebäude nicht in jedem Fall leisten könne, Maßnahmen zu bezuschussen. „So leid es mir tut, fällt das hier ein Stück weit auf die örtliche Gemeinde zurück“, so Schlier.

Einigkeit im Gremium: Kirche soll der Stadt erhalten bleiben

In diesem Zusammenhang lobte der Rathauschef den von Altbürgermeister Felix Schwaller ins Leben gerufenen Kirchenrenovierungsverein St. Sebastian. Die dort gesammelten Spenden seien laut Schlier enorm wichtig. Trotz der Bedenken aufgrund der Nichtbeteiligung des Ordinariats hält Schlier den Zuschuss der Stadt aber für „angemessen“, da die Kirche für das Stadtbild eine wichtige Rolle spiele.

Auch Stadtrat Richard Lechner (SPD) riet dazu, den städtischen Zuschuss jetzt nicht aufgrund der Verärgerung in Frage zu stellen. „Seitdem ich denken kann, hat die Stadt diese zehn Prozent bezahlt“, so Lechner. Das solle man nun nicht vom Ordinariat abhängig machen. Dem schloss sich auch Grünen-Stadträtin Katharina Dietel an. „Ich halte es für wichtig, dass das Gebäude erhalten bleibt.“

Auch Markus Stigloher (CSU) fand es äußerst ärgerlich, dass das Ordinariat „nichts beiträgt“. Dies sei eine „sehr unschöne Sache.“ Dennoch sollte der Stadt ein Zuschuss wert sein. „Für unsere Gemeinde ist es eine Augenweide, wenn die Kirche sauber hergerichtet ist“, so Stigloher. Ähnlich sah es Florian Weber (Bayernpartei). Er bezeichnete die Kirche als „ortsprägend“. Sie spiele eine wichtige Rolle im Aiblinger Ortskern.

Deutliche Mehrheit für den Zuschuss

Letztlich beschloss der städtische Hauptverwaltungsausschuss mit einer Gegenstimme, der Katholischen Pfarrkirchenstiftung Mariä Himmelfahrt Bad Aibling einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 15.000 Euro für die Sanierung eines Dachstuhls der Kirche St. Sebastian zu bewilligen.

Der Stadtkämmerei ist nach erfolgter Umsetzung der Baumaßnahme ein Verwendungsnachweis vorzulegen.

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