LESERFORUM

Votum gegen die Pendler

Leserbrief zum Beitrag „Aus für soziale Infrastruktur: Gemeinde Tuntenhausen lehnt Brenner-Nordzulauf ab“ im Lokalteil:

„19:1. So lautet, überspitzt formuliert, das Veto des Gemeinderats am 9. Juli gegen die Anwohner der Bahnhofstraße und gegen die Pendler in Ostermünchen. Wir leben, auch dank der neuen Lärmschutzwand, im „Einklang“ mit den etwa 250 Zügen, die im Durchschnitt täglich auf der Bestandsstrecke durch Ostermünchen fahren. Mit der Ertüchtigung der Bestandsstrecke als Alternative zur Neubaustrecke des Brenner-Nordzulaufs sollen dann bis zu 396 Züge täglich die Strecke durch Ostermünchen passieren. So zumindest der Wunsch beziehungsweise der Alternativ-Vorschlag der Bürgerinitiative Tuntenhausen-Ostermünchen. So etwas kann nur jemand befürworten, der nicht in der Bahnhofstraße in Ostermünchen wohnt. Die vermutlich zehnjährige Bauzeit würde für die Pendler enorme Einschränkungen bedeuten. Kurioserweise wird genau diese Berufsgruppe jedoch auch als eine Begründung dafür angeführt, den Bahnhof (im Zuge einer Neubaustrecke) keinesfalls zu verlegen. Bei geschätzten zehn Jahren Schienenersatzverkehr wird die Attraktivität des Wohnortes Ostermünchen jedoch für die Pendler – Bahnhof hin oder her – sicher nicht steigen. Der Autor wundert sich über den geringen Bürgerbesuch in der genannten Gemeinderatsitzung. Dies sehe ich anders. Denn auch die Infoveranstaltung der BI am 3. Juli war nicht von einem riesigen Interesse der Bürger geprägt. Die Gemeinde Tuntenhausen zählt etwa 7000 Einwohner. Die lediglich 250 bis 350 Personen am Sportplatz waren jedoch scheinbar ausreichend für die politische Meinungsbildung des Gemeinderats. Man kann die Zahlen drehen und wenden, wie man will. Eine 19:1- Abstimmung gegen den Vorschlag von Anna Fernandez-Diarte scheint mir keinesfalls die Meinung der gesamten Bürgerschaft Tuntenhausens abzubilden.

Thomas Müller

Ostermünchen

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