Vorsicht in der Gemeinde Tuntenhausen: Betrüger am Telefon!

Vorsicht! Betrügerische Anrufer geben sich in der Gemeinde Tuntenhausen gerade als Mitarbeiter des Rathauses aus, um die Senioren zu Hause zu besuchen.
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Vorsicht! Betrügerische Anrufer geben sich in der Gemeinde Tuntenhausen gerade als Mitarbeiter des Rathauses aus, um die Senioren zu Hause zu besuchen.

Vorsicht! In der Gemeinde Tuntenhausen scheinen Betrüger am Werke zu sein. Sie rufen bei Senioren an, geben sich als Sachbearbeiter der Gemeindeverwaltung aus und wollen mit den Senioren Termine vereinbaren, um sie zu Hause zu besuchen. Der Vorwand: Beratungsgespräche zu Patientenverfügung und Pflegeversicherung.

Von Kathrin Gerlach

Tuntenhausen – Zwei Vorfälle gab es in dieser Woche. Bürgermeister Georg Weigl ruft zur Vorsicht auf und stellt klar: „Diese Anrufe wurden nicht von der Gemeindeverwaltung getätigt.“ Die Gemeinde berate weder zu Patientenverfügungen noch zu Pflegeversicherungen.

Zur Vorsicht rät auch Johannes Ehberger, der das einzige Versicherungsbüro in Tuntenhausen betreibt. „Versicherungen sind eine Frage des Vertrauens, die sollte man nie mit einem Unbekannten abschließen.“ Zudem weist er darauf hin, dass sich ein Versicherungsfachmann ausweisen muss. „Wir sind verpflichtet, den Bürgern unsere Visitenkarte zu überreichen. Außerdem verfügen wir über einen Ausweis des Berufsbildungswerkes der deutschen Versicherungswirtschaft, der unsere Qualifizierung nachweist“, betont er.

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Aus 23-jähriger Berufserfahrung weiß Ehberger, dass Pflegeversicherung und Patientenverfügung zwei äußerst sensible Themen seien, für die es viel Kompetenz und Einfühlungsvermögen brauche. „Wir haben dafür speziell geschulte Experten“, betont Ehberger. Zudem biete es sich bei diesen Themen eher an, Informationsveranstaltungen zu organisieren, an denen die Bürger nach eigenem Ermessen teilnehmen könnten.

Die Gemeinde hat nicht angerufen, die einzige Versicherung im Ort auch nicht. Wer dann? Betrüger, die die Wohnungen der Senioren ausspähen und so Einbrüche vorbereiten wollen? Oder Drückerkolonnen, die außerhalb der gesetzlichen Regeln unseriöse Haustürgeschäfte abwickeln wollen? Noch ist das nicht klar.

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Die betroffenen Senioren und die Gemeindeverwaltung Tuntenhausen haben die Polizeiinspektion Bad Aibling über die betrügerischen Anrufe im Gemeindegebiet informiert. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Trotzdem sollten Senioren weiterhin vorsichtig sein und lieber einmal mehr nachfragen, als gutgläubig Betrügern auf den Leim gehen. Dazu gehört auch, den Namen und die Telefonnummer des Anrufers abzufragen und einen Rückruf zu vereinbaren. Die Senioren haben es richtig gemacht, bei der Gemeinde nachgefragt und dabei erfahren: Am Telefon waren Betrüger!

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