Vorsicht, aber keine Angst: Trotz Corona-Pandemie ist Bad Aiblinger Wochenmarkt gut besucht

Der Wochenmarkt in Bad Aiblingist immer noch gut besucht. Die Gemüsehändler haben sogar das Gefühl, dass jetzt mehr Kunden als sonst bei ihnen einkaufen. Gerlach
  • vonKathrin Gerlach
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Der Wochenmarkt ist beliebt wie eh und je. Von Angst vor Corona keine Spur. Und auch das Gefühl, das öffentliche Leben sei durch den Katastrophenfall deutlich eingeschränkt, macht sich auf dem Marienplatz nicht breit. Lediglich ein wenig mehr Abstand als sonst wird gehalten.

Bad Aibling – Die Schlangen vor den Ständen sind luftiger als sonst – aus Vorsicht „entzerrt“. Trotzdem sind viele Marktbesucher der Überzeugung, die Maßnahmen der Regierung seien überzogen.

Kunden kommen aus Solidarität

Keiner will seinen Namen nennen. Doch eine klare Meinung haben sie. Die reicht von „Wir kriegen den Virus nicht.“ bis zu „Es ist eine Frage der Solidarität, weiter einzukaufen und auch weiter die Restaurants zu besuchen. Die Leute müssen schließlich auch Geld verdienen.“

Vom Buggy- bis zum Rollator-Fahrer – alle sind gekommen

Und so treffen sich alle Altersgruppen vom Buggy- bis zum Rollator-Fahrer auch weiterhin am Obst- und Gemüsestand, beim Hendl-Verkäufer oder bei der „Guten Ute“. Sie bereitet ihre Speisen jeden Morgen frisch zu. Heute gibt es Schmankerltaschen mit unterschiedlichen Füllungen, Spargelcremesuppe und Kartoffelgratin.

„Bin froh, dass ich noch kochen darf“

An jedem Donnerstag macht Ute Weiß auf dem Marienplatz Station. Vor allem aber sorgt sie in Gewerbegebieten für frisches Mittagessen: „Dort merkt man schon, dass viele Leute jetzt im Homeoffice arbeiten. Da ist der Umsatz ein bisschen eingebrochen. Aber ich bin froh, dass ich überhaupt noch kochen darf“, sagt sie.

Keiner will noch probieren

Gummihandschuhe und Mundschutz trägt sie nicht. „Ich bin gelernte Krankenschwester, lege großen Wert auf Hygiene. Die garantiert man am besten mit gründlichem Händewaschen.“ Und so wäscht sie sich zwischen jeder bezahlten Mahlzeit und dem nächsten Gericht in ihrem Schmankerlmobil die Hände. „Die Leute sind schon vorsichtiger geworden“, beobachtet Ute Weiß. „Sie wollen nicht mehr probieren und gehen viel mehr auf Distanz.“

Reist der Virus mit?

Speiselokale und Kantinen dürfen von 6 bis 15 Uhr geöffnet bleiben. Am Nachmittag packt auch Ute ihre mobile Küche wieder zusammen und fährt weiter. Morgen muss sie auf den Großmarkt nach München, Montag ist sie in Rott. Angst davor, dass der Coronavirus mit ihr reisen könnte, hat sie nicht. Und arbeitet weiter: „Solange es noch geht.“

Gemüsehändler hat mehr Kunden als sonst

Der Obst- und Gemüsestand der Gärtnerei Gustererhof ist das Herzstück des Bad Aiblinger Wochenmarktes. Um die Versorgung mit dem alltäglichen Bedarf sicherzustellen, dürfen auch Gärtnereien weiterarbeiten.

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Und der tägliche Bedarf an Obst und Gemüse scheint größer denn je zu sein. „Statistisch können wir das zwar nicht belegen, aber gefühlt haben wir mehr Kunden als sonst, weil ja plötzlich viele Zeit haben“, sagt Daniel Schiller, einer der Gemüseverkäufer. Und so werden Orangen, Gurken, Tomaten und frischer Salat über den Verkaufstand gereicht. Der ist zum Glück breit genug, schafft schon immer einen 1,50 Meter breiten Abstand zum Kunden. Doch vor dem Stand liegt die Verantwortung bei jedem selbst.

Freiwillige Pause von zwei Wochen

Die Grillhähnchen von Ekrem Inac duften verlockend. Die Kunden stehen Schlange. Der Abstand zwischen ihnen ist größer als sonst. Bis zum Wochenende macht Eko noch weiter. „Dann mache ich auch erstmal zwei Wochen Pause“, sagt er verärgert: „Wegen dieses sch... Corona.“

Auch Bauernmarkt findet statt

Dass der Virus auch dem Wochenmarkt die Luft nehmen könnte, ist momentan nicht zu befürchten. Er gehört zu den lebenswichtigen Dingen, die in der Positivliste der Staatsregierung erlaubt sind – genauso wie der heutige Bauernmarkt oder der Viktualienmarkt.

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