AUSZEICHNUNG AM GYMNASIUM BRUCKMÜHL

Vorbildliche Willkommenskultur

Über den Titel „Ausgezeichnetes Praxisprojekt 2017“ freuten sich die Bruckmühler Gymnasiasten bei der Preisverleihung.
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Über den Titel „Ausgezeichnetes Praxisprojekt 2017“ freuten sich die Bruckmühler Gymnasiasten bei der Preisverleihung.

„Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es“: Diesen Ausspruch von Erich Kästner nahm sich die Schulfamilie am Gymnasium Bruckmühl im vergangenen Jahr zu Herzen. Mehr als 200 Flüchtlinge wurden damals in der Schulturnhalle untergebracht (wir berichteten). Der Einsatz der Bruckmühler wurde jetzt honoriert.

Bruckmühl – Mittlerweile ist die Halle längst wieder eine Sportstätte. Doch angeregt durch die Erfahrungen vor Ort wählten elf Oberstufenschüler im September ein Projekt-Seminar, das sich unter der Leitung von Britta Hartmann mit der nachhaltig gelingenden Integration von Flüchtlingen im Landkreis Rosenheim auseinandersetzte.

Der Stiftung „Das macht Schule!“ aus Hamburg waren die Aktivitäten des P-Seminars nun eine Auszeichnung wert.

Öffnung neuer Perspektiven

Während des Sommerfestes zum Abschluss des Schuljahres überreichte Bürgermeister Richard Richter den Schülern den Titel „Ausgezeichnetes Praxisprojekt 2017“ – als einer von insgesamt 19 Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland.

„Ihr habt mit eurem Einsatz besonders den Kindern der Flüchtlingsfamilien eine neue Perspektive gegeben. Nicht nur einfache, praktische Unterstützung – wie die Hausaufgabenhilfe –, sondern auch gemeinsames Kochen, Radeln und Spielen haben Hoffnung und Zuversicht in die Turnhalle gebracht“, lobte Richter. Und weiter: „Ihr habt vielen Menschen in unserer Marktgemeinde vorgelebt, wie Integration funktionieren kann – nämlich zupackend, vorurteilsfrei und ohne unbegründete Ängste vor dem Fremden.“ Auch die vorbildliche Übernahme von Teilpatenschaften für zwei Familien sprach der Gemeindechef an.

„Wenn jeder bei uns an der Schule und darüber hinaus in der gesamten Kommune einen kleinen Schritt wagt, dann kann der Traum von einer toleranten Marktgemeinde jeden Tag aufs neue Realität werden“: Mit diesen Worten hob auch Deutschlehrerin Britta Hartmann, Projektkoordinatorin am Gymnasium, die große gesellschaftliche Tragweite der Willkommens-Aktionen hervor.

Sehr wichtig war den Juroren von „Das macht Schule!“ der große Eigenanteil, den die Schüler bei der Planung und Durchführung der Aktivitäten hatten.

Selber aktiv und kreativ werden anstatt nur Anordnungen von Erwachsenen auszuführen, das war ein wichtiges Kriterium bei der Zuerkennung des Preises. Birgitt Cordes von „Das macht Schule!“ lobte eben genau diese Eigenständigkeit der Bruckmühler Gymnasiasten: „Wir brauchen besonders auch die jungen Menschen, die genau hinschauen und dann tatkräftig mithelfen, um gesellschaftliche Verbesserungen herbeizuführen. Das hat uns imponiert, und das wollten wir mit unserer Prämierung zum Ausdruck bringen.“

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