Gegen Lockdown-Maßnahmen

Vor Bad Feilnbachs Rathaus: Corona-Protest mit Trauerkränzen

Kurzzeitiger Protest vor dem Rathaus: Unbekannte hatten dort Kränze mit Trauerschleifen und Grabkerzen abgelegt, mit denen die Corona-Maßnahmen kritisiert wurden.
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Kurzzeitiger Protest vor dem Rathaus: Unbekannte hatten dort Kränze mit Trauerschleifen und Grabkerzen abgelegt, mit denen die Corona-Maßnahmen kritisiert wurden.

Die Proteste gegen die Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie reißen in Bad Feilnbach nicht ab. In der Nacht auf Sonntag haben Unbekannte Grabkerzen sowie diverse Kränze und Gebinde mit Trauerschleifen vor dem Rathaus an der Kufsteiner Straße abgelegt.

Bad Feilnbach – „Wir trauern um unsere Freiheit & Grundrechte“, „Wir trauern ... um das Lächeln unserer Kinder“, „Wir trauern um unsere verlorene Demokratie, Freiheit, Grundgesetze und Unversehrtheit der Kinder.“ „Letzter Gruß der verzweifelten Feilnbacher Bürger“ oder „In tiefer Trauer um Selbstbestimmung und eigenem Denken“ stand darauf zu lesen.

Die Gemeinde wurde davon nach Aussage von Bürgermeister Anton Wallner überrascht. „Ich hab davon erfahren, als mich ein Bürger am Sonntagmorgen angerufen hat. Gemeinsam mit dem Bauhof wurden die Gebinde dann entfernt. Sie können am Bauhof abgeholt werden.“ Wallner betont: „Es kann gerne vor dem Rathaus protestiert werden, aber nicht mit dem Rathaus. Dieses soll neutral sein und bleiben und nicht für welchen Zweck auch immer instrumentalisiert werden.“

„Protest in Teilen nachvollziehbar“

Auf Nachfrage sagt der Bürgermeister, dass er den Protest verstehe, speziell was die Gaststätten und die Beherbergungsstätten angehe, die großen Aufwand bezüglich der Hygienekonzepte betrieben hätten. „Das hat alles gut funktioniert.“ Eine komplette Ablehnung der Maßnahmen könne er hingegen nicht mittragen: „Wir müssen schauen, das wir die Zahlen wieder runterbringen, ich fürchte, wir bekommen sonst große Probleme.“

Der Gemeinderat hatte am Donnerstag auf einen Sonderantrag von Sebastian Gasteiger (CSU) hin mit 13:8 Stimmen den seit Montag geltenden „Lockdown light“ als „unangemessen und unverhältnismäßig“ kritisiert und die Bundes- und Staatsregierung zum Kurswechsel im Umgang mit dem Virus aufgefordert. Damit will er ein Zeichen der solidarischen Verbundenheit mit der örtlichen Gastronomie und Hotellerie setzen. el

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