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Aric Burton auf dem Sprung zum Profi

Von Heufeld nach West Virginia: Rosenheimer Football-Talent unterschreibt Vertrag in den USA

Collage: Aric Burton im Dress der West Virginia Mountaineers und in Lederhose daheim in Rosenheim.
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Aric Burton spielt jetzt für die West Virginia Mountaineers.
  • Isabella Schweiger
    VonIsabella Schweiger
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„Almost heaven, West Virginia“ so beginnt John Denvers Hymne an den US-Bundesstaat und „almost heaven“ also beinahe im Himmel, zumindest im Football-Himmel, ist auch Aric Burton aus Heufeld. Der 18-jährige Schüler aus dem Landkreis Rosenheim hat das fast Unmögliche geschafft, er spielt ab kommender Saison College-Football an der University of West Virginia.

College Football, das klingt für Laien erstmal nach Schulveranstaltung. Wer ein wenig Ahnung hat, weiß, dass es sich hierbei um die zweitwichtigste Liga der Welt handelt, die als Ausbildungsplattform für junge Football-Talente dient und deren Spiele vor zehntausenden Zuschauern ausgetragen werden. Die Plätze in den Uni-Teams dort sind heiß begehrt, nur die Besten bekommen ein Angebot und zu diesen Besten gehört Aric Burton aus Heufeld.

Viele Angebote - eines passte perfekt

Der 18-jährige Sohn einer Deutschen und eines US-Amerikaners konnte auf Spieler-Sichtungen in den USA einige Universitäten von sich überzeugen, u.a. bekam er Angebote aus Arizona State, Arkansas State, University of Minnesota, University of Kansas, University of West Virginia und Charlotte. Doch West Virginia hatte das beste Gesamtpaket, wie Burton im Gespräch mit OVB24.de betont. „Es fühlte sich einfach richtig an, wie Familie“. 4 Jahre wird er dort nun spielen und vor 69.000 Zuschauern auflaufen - denn das ist zunächst das Ziel: Stammspieler in West Virginia werden und dann ein Angebot in der NFL, der Football-Profiliga zu bekommen. Bestenfalls bei seiner Lieblingsmannschaft, den Philadelphia Eagles. Und eines Tages hofft er natürlich, auch im wohl bekanntesten Football-Spiel der Welt auf dem Platz stehen, dem Superbowl. Das ist aus Deutschland bisher nur Sebastian Vollmer von den New England Patriots gelungen, mit denen er sogar Super-Bowl-Champion wurde.

Von den Rosenheimer Rebels bis ins US-College

Bei diesem Erfolg kann man kaum glauben, dass Aric erst 2018 zum Football gekommen ist. Sein Klassleiter Michael Wagner aus der Bruckmühler Realschule war es, der Aric für ein „Flag-Football“ - Schnuppertraining begeistert hat, das bei den Rosenheim Rebels angeboten wurde. Flag-Football, das bedeutet spielen ohne Körperkontakt. Wem die „Flag“ (eine kleine Stoffflagge), die am Rücken festgemacht ist, abgenommen wird, ist aus dem Spiel ausgeschieden. Sein ehemaliger Flag-Football-Trainer bei den Rosenheim Rebels, Thorsten Bahl erinnert sich: „Aric ist mir beim Schnuppertraining sofort aufgefallen, er hat alles gleich richtig umgesetzt, das Spiel einfach verstanden“. Er ist stolz auf seinen ehemaligen Schüler und glaubt, dass der es weit bringen wird: „Aric hat das Herz am rechten Fleck, er hat ein Kämpferherz und geht seinen Weg. Er ist ein guter Junge, der die Kraft und Intelligenz für das Spiel hat, man merkt einfach dass er besonders ist.“

Aric Burton trainiert hart für seinen Erfolg.

Bis Herbst 2019 verstärkte Burton die Rebels dann im klassischen Football als Wild Receiver. Danach wechselte er zu den Munich Cowboys, wo ihn schließlich auf einem Trainings-Camp, Scout Brandon Collier von PPI Recruits entdeckt und weiter gefördert hat. Er war es schließlich auch, der Aric nach Amerika begleitete und ihn auf der Official-Visit-Tour von Uni zu Uni begleitete und ihm bis heute als Mentor zur Seite steht. Auf seinen Rat hin wechselte Aric die Position und hat als Defense End/Linebacker nun u.a. die wichtige Aufgabe den Quarterback des Gegners zu stoppen.

Disziplin und hartes Training

Erst seit kurzem lebt Aric bei seinem Vater in Florida und möchte dort nun vorzeitig den Highschool-Abschluss schaffen - mit Bestnoten übrigens, denn nur dann klappt es auch mit dem College. Im Frühjahr steht dann der Umzug nach West Virginia an. Bis dahin heißt es büffeln: für die Schule und für den Sport. Derzeit nimmt er an einem Trainings-Camp teil, das bedeutet täglich ein Fitness-Workout von 9 bis 18 Uhr, dazwischen gibt es Team-Meetings um Spielzüge zu analysieren und natürlich Football-Training. Wenn die Schule startet, steht tägliches Training am Nachmittag auf dem Programm.

Aric Burton und seine Mutter Daniela im Stadion der West Virginia Mountaineers.

Für seinen Traum Profi-Footballer zu werden, hat Aric mit seinen erst 18 Jahren schon vieles aufgegeben. Bei aller Leidenschaft für seinen Sport: Familie, Freude und seine oberbayerische Heimat vermisst er schon. Auch für seine Mama Daniela, die mit dem 9-jährigen Aric damals von den USA nach Deutschland kam und ihn allein groß gezogen hat, war es nicht einfach, den Sohn ziehen zu lassen. Als seine größte Stütze hat sie seine Karriere bislang ermöglicht, hat ihn zu Trainings nach München und Frankfurt gefahren - in den USA ist er dagegen jetzt viel auf sich gestellt. Aber sie weiß, dass genau das sein Traum ist und unterstützt ihn auch weiterhin nach allen Kräften - jetzt eben zum Beispiel mit Kochtipps über Facetime.

Im nächsten Jahr geht Aric Burton dann den ersten Schritt auf dem Weg zum großen Traum: als Freshman (so werden Studenten im ersten Jahr genannt) spielt er für die West Virginia Mountaineers. Studieren wird er dort übrigens Sportmanagement. Ob das sein Plan B ist, falls es mit der Profi-Karriere nicht klappt? Nein, meint Aric fast ohne Überlegen. Nein, ein Plan B existiert nicht. Schritt für Schritt wird er seinen Traum verfolgen. Und der heißt ganz klar, eines Tages als Profi in der NFL spielen. Am besten bei den Philadelphia Eagles natürlich. Die haben 2018 zum bisher einzigen Mal den Super Bowl gewonnen. Eventuell kann ein junger Heufelder Spieler daran in einigen Jahren etwas ändern.

si

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