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Interview mit Stephan Schlier

Von Feuerwehrhaus bis Jahnstadion: Das sagt Bad Aiblings Bürgermeister zu aktuellen Themen

Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier spricht sich für einen Betrieb der Eishalle aus.
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Zufrieden mit der Entwicklung der aktuellen Projekte in der Stadt zeigt sich Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Feuerwehrhaus-Erweiterung, Moorbadehaus, Kellerberg, Stadtmarketing, Jahnstadion und Sportplatz: Wie es aktuell um diese Projekte in Bad Aibling steht, erklärt Bürgermeister Stephan Schlier im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

Bad Aibling – Es sind hauptsächlich Großprojekte, die das Jahr 2022 in der Stadt Bad Aibling prägen – natürlich außerhalb des großen Themen-Komplexes „Klimawandel und Energiekrise“, den wir in einem gesonderten Beitrag aufgreifen werden. Über einige der wichtigsten Entwicklungen haben wir mit Bürgermeister Stephan Schlier im Sommerinterview gesprochen.

Herr Schlier, wie läuft es bisher in der Stadt in diesem Jahr? Lassen Sie uns über die wichtigsten Entwicklungen sprechen. Zum Beispiel die Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrhauses.

Stephan Schlier: Wir stehen kurz vor der Schaffung des Baurechts an der Heubergstraße. Derzeit wird die Planung vorangetrieben und die Raumaufteilung diskutiert. Mit einem fertigen Planungsstand rechnen wir zur Stadtratssitzung am 27. Oktober. Und auch der Bauantrag soll noch in diesem Jahr behandelt werden. 2023 wollen wir mit dem ersten Bauabschnitt der Erweiterung, dem neuen Flügel mit Stellplätzen, beginnen. Im nächsten Bauabschnitt folgt die Sanierung des Bestands und zuletzt ist die Halle im rückwärtigen Bereich dran.

Wie geht es mit dem Moorbadehaus am Schmelmer Hof voran und was können Sie zum Thema Kosten sagen?

Schlier: Das Thema Moor ist für uns als prädikatisiertes ,Bad‘, aber auch touristisch gesehen – wir sind Bayerns ältestes Moorheilbad – von größter Bedeutung. Aktuell warten wir noch auf den Bescheid über die RÖFE-Förderung, ein touristisches Förderprogramm. Erst wenn die Zusage vorliegt, kann es weitergehen. Wir rechnen mit einer baldigen Zusage des vorzeitigen Maßnahmenbeginns. Von den gut fünf Millionen Euro, die voraussichtlich anfallen, wird die Stadt etwa eine Million Euro nach Abzug einer erwarteten Förderung von 728 000 Euro übernehmen. Weiter werden wir mit der Familie Lindinger vom Schmelmer Hof eine vertragliche Vereinbarung über den Betrieb des Moor- und Therapiezentrums schließen. Der Bebauungsplan wurde bereits geändert.

Wie sehen Sie die Entwicklung am Kellerberg?

Schlier:Die Bebauung des unteren Bereichs durch die Familie Auer im Bereich der Tiefgarage ist beinahe fertig. An dieser Stelle gefällt mir das Gebäude sehr gut. Wenn es nun im oberen Bereich der denkmalgeschützten Gebäude tatsächlich weitergeht, fällt mir ein Stein vom Herzen.

Und beim Projekt „Lichtspielhaus“?

Schlier:Wenn dort Abriss und Neubau beginnen, wird das unstrittig eine sehr große Belastung für die ganze Innenstadt, unsere Bürger, vor allem aber Gastronomie und Einzelhandel sein – vor allem durch Lärm und Staub. Der Ausschuss hat entschieden, dass es beim Zwei-Richtungs-Verkehr bleiben wird, der Verkehr sollte daher weitgehend ungestört fließen, da eine separate Baustellenfahrspur hinter dem Zaun vorgesehen ist. Wir sind uns bewusst, dass alleine durch die Baustellenfahrzeuge zusätzlicher Verkehr auf Zeit entsteht. Im Übrigen bin ich nach wie vor der Überzeugung, dass das Endergebnis eine deutliche Aufwertung des Innenstadtbereichs darstellen wird..

Wenn es um große Projekte in der Stadt geht, kommt man am Neubau der St. Georg-Schule nicht vorbei. Läuft es hier reibungslos?

Schlier: Die Schule beschäftigt uns in der Tat jeden Tag. Wir liegen – Stand heute – nach wie vor im Zeit- und Kostenplan. Um das zu schaffen, muss man aber auch sehr dahinterher sein. In der Sitzung des Bauausschusses im Oktober soll über den Fortschritt der Arbeiten berichtet werden.

Im Stadtrat steht dann die Entscheidung über die Ausstattung mit Schulmöbeln an. Wir sehen uns auf einem guten Weg, wissen aber auch, dass es noch viele Unwägbarkeiten im letzten Jahr geben kann.

Lohnt sich Mitgliedschaft bei Baukulturregion?

Was wurde eigentlich aus der Beteiligung am Projekt „Baukulturregion Alpenvorland“ aus dem Jahr 2019?

Schlier: Der Projektzeitraum nähert sich dem Ende. Die acht beteiligten Gemeinden aus drei Landkreisen wollen allerdings über das Projektende hinaus beim Thema Baukultur im Austausch bleiben. Das Thema findet auch diese Aufmerksamkeit. Die gesammelten Eindrücke der Veranstaltungen, die Definition, was Baukultur ausmacht, und einiges mehr wird von den Ortsbetreuern in einer Broschüre zusammengefasst. Nichtsdestotrotz hätten wir uns in der Stadtverwaltung und ich denke auch im Stadtrat ein greifbareres und konkreteres Endergebnis gewünscht. Anregungen haben wir dennoch aus den Treffen und Vorträgen mitgenommen. Als wichtigsten Punkt sehe ich ohnehin die Sensibilisierung für Baukultur. Die meisten Teilnehmerkommunen sind wesentlich kleiner als Bad Aibling, da geht es dann wieder um ganz andere Einzelthemen. Wir hatten uns etwas mehr erhofft, aber ich will das Projekt keinesfalls schlechtreden. Man hat sich gut vernetzt und auch Ansprechpartner für Künftiges kennengelernt. Als Stadt Bad Aibling möchte ich lieber den Stadtentwicklungsplan fortschreiben. Das ist unser Weg.

Die Stelle des Stadtmarketings ist seit dem Ausscheiden von Alexandra Birklein nicht mehr besetzt. Wer übernimmt die Aufgaben jetzt?

Schlier: Der Stadtrat hat entschieden, eine eigene Stelle für das Stadtmarketing bei der Stadt Bad Aibling zu schaffen. Frau Birklein war für uns bis Jahresende als freie Mitarbeiterin tätig. Die neue Stelle ist ab dem 1. Oktober besetzt. Zuletzt wurden die Anforderungen durch das Ordnungsamt und die AIB-KUR gut abgedeckt, wir waren handlungsfähig. Der neue „Marktmeister“ Andreas Köhler von der Firma „K&K“ organisierte für uns die Märkte neu und hat gute Rückmeldungen.

Er unterstützt uns auch beim Weihnachtsmarkt, der ja heuer zum ersten Mal am Irlachweiher geplant ist. Die neue Stelle ist eine Halbtagesstelle mit 20 Stunden – das ist deutlich mehr als bisher! Denn mit dieser Stelle haben wir schon ein bissl was vor. Unter anderem sollen der grüne Wochenmarkt auf dem Marienplatz und auch die Zusammenarbeit mit dem Gewerbe intensiviert werden. Wir arbeiten aktiv an einer belebten Innenstadt.

Was ist nun eigentlich mit der Causa Jahnstadion?

Ein letztes Wort noch zum Jahnstadion, über dessen Zukunft – Erhalt oder eventuell Bebauung – zuletzt heiße Diskussionen entbrannt sind.

Schlier: Es gibt hierzu weder einen Beschlussvorschlag noch eine Vorfestlegung in der Verwaltung. Aus diesem Grund ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, wieso dieses Thema etwas hochgekocht ist. Erst Recht, da der Stadtrat einzig das letzte Wort haben wird. Richtig ist, dass wir uns in der Verwaltung mit der Zukunft der Sportstätten stark beschäftigen – wie können wir diese erhalten, wo besteht Sanierungsbedarf, wo fehlt ein Angebot und wie könnte der große Wunsch eines Hallenbades realisiert werden? Diese Überlegungen betreffen nicht nur das Jahnstadion, sondern insbesondere den damals erworbenen Sportpark, der erhebliches Entwicklungspotential bietet.

Welche Rolle spielt der Sportpark hier?

Schlier: Für den Sportpark wurden uns zuletzt verschiedene Nutzungswünsche herangetragen. Diese – und dafür haben wir ein Büro beauftragt – lassen wir ordnen und in ein vernünftiges Konzept gießen. Ich halte es für meine Aufgabe, verschiedene Optionen aufzuzeigen und auch ganz neue Vorschläge zu machen, die eine Verbesserung bringen könnten. Für eine Vorstellung im Stadtrat war das alles noch zu wenig. Es sollte schon etwas Konkreteres vorliegen, um dann – selbstverständlich – im Stadtrat eine ergebnisoffene Diskussion führen zu können und nüchtern zu betrachten, wie der Sachstand ist, wo es Bedarf gibt, welche Optionen wir haben et cetera. Wie angekündigt wird dazu im Oktober eine Sondersitzung des Stadtrates mit einer vernünftigen Diskussionsgrundlage eingeplant.

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