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Leuchtturmprojekt feiert 15-jähriges Jubiläum

„Von Anbeginn etwas Besonderes“ – Warum die Aiblinger Therme nicht mehr wegzudenken ist

In der Aiblinger Therme können Besucher seit 15 Jahren enstspannen und zur Ruhe kommen.
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In der Aiblinger Therme können Besucher seit 15 Jahren enstspannen und zur Ruhe kommen.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Seit nunmehr 15 Jahren ist die Therme ein Aushängeschild für die Stadt Bad Aibling. Über vier Millionen Besucher nutzten bisher das Angebot. Wie sich die Therme in den vergangenen Jahren entwickelt hat und warum sich die Verantwortlichen eine Zeit ohne nicht mehr vorstellen können.

Bad Aibling – Vor 15 Jahren – am 17. September 2007 – wurde die Therme Bad Aibling eröffnet. Voraus gingen nach Auflistung von Altbürgermeister Felix Schwaller fünf Jahre Vision, zwei Jahre Planung und zwei Jahre Bauzeit. Kosten: drei Millionen Euro für die Bohrung, 23 Millionen Euro für Therme, Sauna und Freibad, drei Millionen Euro für das Parkdeck. Stolz ist er auf die zahlreichen Auszeichnungen, die die Therme seither erhalten hat.

Bisher über vier Millionen Besucher

Seit der Eröffnung konnten laut Stadtwerkeleiter Stefan Barber in Summe 4,08 Millionen Besucher verzeichnet werden: Im Thermenbereich ziemlich genau zwei Millionen, im Saunabereich 2,08 Millionen. In der Planungsphase sei man damals von umgedrehten Verhältnissen ausgegangen. „Allerdings wurde seit der Eröffnung im Saunabereich auch deutlich erweitert: Von der mittlerweile erreichten Verdopplung der Umkleideschränke ging es weiter über eine Vergrößerung der Zutrittssituation in den Saunabereich über das große neue Ruhehaus im Jahr 2015 mit einem finanziellen Aufwand von circa einer Million Euro und der Hausbootsauna im Jahr 2017 mit Gesamtkosten von etwa 300.000 Euro“, so Barber.

Aktuell laufen die Planungen für die neue Wendelsteinsauna genauso wie für das neue Ruhedeck auf dem Triftbach. Auch im Thermenbereich stehen, wie berichtet, größere Erweiterungen vor der Türe: Das Thermal-Außenbecken und der neue „Privat-Spa“-Bereich sollen in den nächsten fünf Jahren gebaut werden.

Erste Überlegungen der Stadtwerke Ende der 90er-Jahre

Barber erinnert sich, wie er die Anfänge erlebte. „Als technischer Leiter der Stadtwerke kam ich erst nach dem Architekturwettbewerb im Zuge der Detailplanungen mit ins Boot des Planungsteams. Es war von Anbeginn etwas Besonderes, dabei sein zu dürfen. Der Wettbewerbssieger Behnisch Architekten hatte eine wirklich außergewöhnliche Therme entworfen, das Modell des Wettbewerbs stand auf dem Tisch. Dass man dies so bauen wird, war anfänglich kaum zu glauben. Die Bauphase war, wie nicht anders bei dem Konzept zu erwarten, sehr anspruchsvoll. Es waren stets die Details, die Kopfzerbrechen verursachten. Das Endergebnis war aber gewaltig. Und selbst nach den nun 15 Jahren Betrieb präsentieren sich das Gebäude und die Technik in neuwertigem Zustand.“

Zwei der sechs Becken wird laut Barber Bad Aiblinger Thermalwasser zugegeben: dem Thermalbecken sowie dem Außenbecken im Thermenbereich. Aufgrund der hohen Mineralisierung der Quelle sei nur eine Beimischung möglich. Die restlichen Becken werden mit Brunnenwasser in Trinkwasserqualität betrieben.

Altbürgermeister Felix Schwaller berichtet von den ersten Überlegungen der Stadtwerke Ende der 90er-Jahre, mit der notwendigen Sanierung des Freibades ein Spaßbad zu errichten. Auch in der Stadt habe es Überlegungen gegeben, wie die Moor- und Gesundheitsstadt nach dem Niedergang des Moorbadewesens durch die Gesundheitsreform Mitte der 90er-Jahre reaktiviert werden könnte. „In dieser Zeit erstellte der Landkreis ein Gutachten, in dem aufgezeigt wurde, wo Geothermie möglich ist.

Statt Spaßbad Therme geplant

In einer Tiefe von 5000 Metern sei in Bad Aibling mit heißem Wasser zu rechnen und in 2300 Metern mit balneologischem Wasser. Für den Stadtrat stand fest, statt Spaßbad nun in Richtung Therme zu planen. Im erworbenen ehemaligen Werksgebäude der Firma Hüttig wurde 2002 gebohrt und nach 100 Tagen stieß die Bohrfirma auf das Wasser. Mit dem Bau nach den Plänen wurde 2005 begonnen, 2007 wurde die Therme eröffnet . „Die prognostizierten Besucherzahlen von jährlich 300.000 treffen seitdem ziemlich genau ein. Die Finanzierung erfolgte über die Eintrittsgelder, außer im letzten Jahr wegen der Corona-Pandemie“, so Schwaller. Laut Barber hat man aber mittlerweile bei den Besucherzahlen fast wieder Vor-Corona-Niveau erreicht.

Doch es gab auch Hindernisse, zählt Schwaller auf: „Widerstand der Rechtsaufsichtbehörde wegen eventueller Konkurrenz mit anderen Thermenorten, Haushaltsvorbehalt wegen fehlendem Verständnis im Hinblick auf die Verzahnung des kameralen städtischen Haushalts mit der kaufmännischen Bilanz der Stadtwerke, Bürgerbegehren gegen die Therme, das beigelegt wurde.“

Das Programm für den Aktionstag am Samstag

Mit einer Jubiläumswoche (12. bis 18. September) und einem abschließenden Aktionstag bedanken sich die Verantwortlichen bei den Gästen. Der Aktionstag am Samstag, 17. September, startet mit einer Liveübertragung mit Radio Charivari Rosenheim ab 13 Uhr. Zudem ist der Übergang Sauna-Therme ganztägig (außer Kinder unter 14 Jahren / Jugendliche ab 14 Jahren nur in Begleitung Erziehungsberechtigter) ganztägig kostenlos. Es wird eine Gewinnverlosung und Livemusik mit Vito Storione ab 14 Uhr geben. Barbecue und Cocktailbar ab 17.30 Uhr, Livemusik mit Francky ab 18 Uhr. Von 19 bis 24 Uhr folgt die Lange Saunanacht mit Spezialaufgüssen, textilfreies Baden im Thermenbereich ab 22.30 Uhr.

„15 Jahre Therme Bad Aibling sind für uns ein Grund zu feiern und bedeuten eineinhalb Jahrzehnte Erfolgsgeschichte. Die stetig hohen Besucherzahlen und die zufriedenen Gäste geben uns Recht,“ betont Bürgermeister Stephan Schlier. Denn es sei eine mutige, aber vollkommen richtige Entscheidung seines Amtsvorgängers Felix Schwaller und des damaligen Stadtrates gewesen, nach Thermalwasser zu bohren und dieses Großprojekt in der Folge trotz aller Unwägbarkeiten umzusetzen.

„Für mich markiert der Thermenbau einen unverzichtbaren Meilenstein auf unserem Weg zur modernen Gesundheitsstadt und für einen attraktiven Tourismus. Die Therme Bad Aibling ist eines unserer ganz großen Aushängeschilder und weit über die Region hinaus bekannt“, sagt Schlier.

Man arbeite arbeiten ständig daran, die Einrichtung noch attraktiver zu gestalten. Deshalb habe es beispielsweise die Erweiterung des Ruhebereichs oder auch die neue Bootssauna gegeben.

Die aktuelle Situation sei nicht leicht: „Selbstverständlich beschäftigen uns die hohen Energiepreise. Die Werkleitung sucht deshalb nach Einsparmöglichkeiten, Effizienzsteigerungen und neuen Energieträgern, ohne dabei die Aufenthaltsqualität für unsere Gäste zu beeinflussen“, versichert der Bürgermeister.

Altbürgermeister Felix Schwaller: Enorm an Image gewonnen

Nach diversen Schwierigkeiten und Hindernissen, die Altbürgermeister Felix Schwaller noch gut im Gedächtnis sind, bleiben letzlich die schönen Erlebnisse: Die Philosophie des Planerteams Behnisch gründe auf Harmonie, Respekt und Niveau. „Diese positive Atmosphäre wird auf die Bauleute und Handwerker übertragen und bleibt letztlich im Raum haften. Diese Atmosphäre des Umgangs und Kommunikation miteinander muss man erlebt haben, sie lässt sich schwer beschreiben.“ Das Team mit dem damaligen Werkleiter Fritz-Walter Keilhauer und dem jetzigen Chef Stefan Barber sei für die Führung der Therme bestens geeignet.

Bad Aiblings damaliger Bürgermeister Felix Schwaller beim Richtfest der Therme.

„Auch die aktuelle Energiekrise meistern die Stadtwerke, da bin ich mir mehr als sicher.“ Mit der Therme habe die Stadt enorm an Image gewonnen. War sie in den 90er-Jahren wegen des Kurhausstreits in aller Munde, sei sie seit 15 Jahren mit der Therme weit über die Region hinaus positiv bekannt. „Es war eine sehr interessante und lehrreiche Zeit. Spannend, manchmal auch sehr anstrengend. Mich hat einmal ein Aiblinger Architekt gefragt, ob ich beim Bau nur auf Gottvertrauen gesetzt habe. Das sicher nicht. Aber trotz Gutachten und Berechnungen hilft ein gewisses Gottvertrauen, um durch Wirren und Widerstände bis zum Betrieb durchzuhalten.

Stadtwerkeleiter Stefan Barber: Ohne Therme nicht mehr vorstellbar

„Bad Aibling ohne eine Therme Bad Aibling ist für mich nicht mehr vorstellbar“, sagt der Leiter der Stadtwerke, Stefan Barber. Sie sei zu einer festen Größe im Landkreis geworden und ergänze ideal den Gesundheits- und Tourismusstandort Bad Aibling. Doch das sei keine Selbstläufer. Damit die Geschichte der Therme ein Erfolg bleibt, bedürfe es täglich großen Bemühens aller um die Anlage und Gäste, die letztlich den Erfolg dieser großen Investition ausmachen.

„Persönlich bin ich sehr dankbar für die vielfältigen Eindrücke und Erfahrungen während und nach der intensiven Bauphase. Dass ich nun auch für den Betrieb und den wirtschaftlichen Erfolg Verantwortung tragen darf, ist im Augenblick zwar nicht ganz so einfach, aber letztlich eine schöne Sache, weil diese Aufgabe mir auch die Freiheit gibt, Dinge zu gestalten und meine persönliche Handschrift zu hinterlassen.“ Dass die Pandemie den Stadtwerken in Summe eine Schließungszeit von fast einem Jahr beschert hat, mache sich nun vor allem finanziell bemerkbar: Die Kredittilgungen mussten zweimal ausgesetzt werden, die Rückzahlung verlängere sich entsprechend. „Es war für uns alle eine bedrückende Zeit. Umso wichtiger, dass wir uns die Freude an schönen Dingen, an einer Auszeit für uns selber, nicht nehmen lassen.“

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