Volkshochschule Bruckmühl startet ins Herbst-Winter-Semester

Stehen in den Startlöchern: VHS-Chefin Beate Maurer, Saskia Tajib und Max Heinritzi (von rechts) von der Volkshochschule Bruckmühl. Am 21. September startet das Herbst-Winter-Semester unter dem Motto „Lebensräume“.
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Stehen in den Startlöchern: VHS-Chefin Beate Maurer, Saskia Tajib und Max Heinritzi (von rechts) von der Volkshochschule Bruckmühl. Am 21. September startet das Herbst-Winter-Semester unter dem Motto „Lebensräume“.

Das Team der Volkshochschule (VHS) Bruckmühl steht in den Startlöchern. Am 21. September beginnt das Herbst-Winter-Semester. Viele Teilnehmer haben sich für die beliebten Sprach- und Gesundheitskurse schon angemeldet.

Von Kathrin Gerlach

Bruckmühl – „Aktuell sind es noch etwa 20 Prozent weniger Anmeldungen als in normalen Jahren“, informiert Beate Maurer, die Leiterin der Volkshochschule Bruckmühl. Wie in allen Bildungseinrichtungen wird auch in Bruckmühl kurzfristig und abhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen entschieden werden müssen, in welcher Form die Kurse stattfinden.

Lockdown reißt finanzielles Loch

Erfahrungen haben die Bruckmühler damit schon am Ende des Sommersemesters gesammelt. Nachdem die Corona-Pandemie auch zum Lockdown der Erwachsenenbildung geführt hatte, durfte die Einrichtung Mitte Juni ihren Betrieb unter Auflagen hochfahren. Etwa zwei Drittel der Kurse liefen wieder an.

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„Wir haben die Kurse geteilt, um die Sicherheitsabstände von zwei Metern in den Räumen gewährleisten zu können“, erklärt Maurer. So wurden aus einem Kurs zwei. Die Folge: Die Zahl der Teilnehmer blieb gleich, der Aufwand der Dozenten wurde größer. Im Juli schlagen die Auswirkungen der Corona-Krise deutlich zu Buche.

Weniger Teilnehmer, höhere Kosten

Die Volkshochschule sendet einen Hilferuf an die Marktgemeinde: Die dreimonatige Einstellung des Kursbetriebes, die Rückerstattung der Gebühren sowie die Mehrkosten für Honorare und Reinigung haben ein finanzielles Loch gerissen. Allein kann die Einrichtung die Herausforderung nicht stemmen.

„Trotz all unserer Bemühungen, so viele Präsenzkurse wie möglich fortzuführen oder durch Raumwechsel, Kursteilung oder Online-Formate neu zu gestalten, mussten wir einen Defizit-Ausgleich beantragen“, informiert Maurer. Der Marktgemeinderat gibt einstimmig grünes Licht: Aus dem Haushalt werden zusätzlich 50 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Existenz der Einrichtung gesichert

Damit wird nicht nur die Existenz der Bruckmühler Volkshochschule gesichert, sondern auch die von freiberuflichen Dozenten, die ihren Lebensunterhalt über die Honorartätigkeit bestreiten.

„Im Haushalt ist normalerweise eine gemeindliche Förderung von 154 000 Euro eingestellt“, erläutert Kämmerer Michael Lindner. „Diese setzt sich aus 84 000 Euro für Miete und Nebenkosten sowie weiteren 70 000 Euro für Gehälter des Wirtschaftspersonals zusammen.“

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Mit dem Defizit-Ausgleich beträgt die gemeindliche Förderung der Volkshochschule Bruckmühl in diesem Jahr 204 000 Euro. In normalen Jahren ist die Einrichtung dagegen so gut frequentiert, dass sie 2018 und 2019 jeweils 20 000 Euro der Fördermittel nicht in Anspruch nehmen musste.

Rettungsschirm gespannt

Im Juli verabschiedete das Bayerische Kultusministerium auch einen „Rettungsschirm Erwachsenenbildung“, um die Folgen der Corona-Krise für Volkshochschulen und Honorarkräfte abzufedern. „Am Ende des Jahres werden wir sehen, wie viel Sofort-Hilfe unsere Volkshochschule bekommt, und ob wir das mit unserem Defizitausgleich verrechnen können“, erläutert Lindner.

Nun startet das Herbst-Winter-Semester. „Wir hoffen, dass wir wieder normal arbeiten können, um ein weiteres Defizit zu vermeiden“, blickt Maurer voraus. Doch das ist von der Entwicklung der Corona-Pandemie abhängig. Momentan geht die Einrichtung wie alle anderen Schulen auch von einem Start im Regelbetrieb unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln aus. „Wir warten jeden Tag auf genauere Informationen, um unsere Kurse durchführen zu können.“

Das VHS-Büro am Rathausplatz 1 ist montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr besetzt, donnerstags außerdem von 16 bis 19 Uhr. Erreichbar ist die VHS unter Telefon 0 80 62/7 05 70 oder per E-Mail unter info@vhs-bruckmuehl.de.

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