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Interview mit VHS-Leiterin Beate Maurer

Wie es jetzt losgeht: Volkshochschule Bruckmühl darf wieder Präsenz-Veranstaltungen anbieten

Das Team der Volkshochschule Bruckmühl – Leiterin Beate Maurer, Max Heinritzi und Saskia Tajib – bereitet den Neustart in Präsenz vor.
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Das Team der Volkshochschule Bruckmühl – Leiterin Beate Maurer, Max Heinritzi und Saskia Tajib – bereitet den Neustart in Präsenz vor.
  • Kathrin Gerlach
    vonKathrin Gerlach
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Seit Mittwoch (19. Mai) dürfen Volkshochschulen unter Auflagen wieder Präsenzunterricht anbieten. Doch das bedeutet nicht, dass überstürzt wieder alle Kurse laufen können. Dass und wie es in Bruckmühl weitergeht, erklärt VHS-Leiterin Beate Maurer im Interview.

Frau Maurer, wann startet in Bruckmühl der Präsenzunterricht?

Beate Maurer: Wir haben noch eine Deutschprüfung vor den Pfingstferien, alle anderen Kurse, die momentan pausiert haben oder im Online-Modus stattfinden, werden voraussichtlich nach den Pfingstferien starten beziehungsweise fortgeführt werden.

Wir sind durch die Erfahrungen in den letzten Monaten gewohnt, immer ein „voraussichtlich“ einzufügen, deshalb ist unsere Freude auf einen sofortigen Blitzstart ein wenig gebremst. Wir sind seit einem Jahr dabei, Kurse und Veranstaltungen zu verschieben und neu zu organisieren.

Wir haben sofort nach Bekanntwerden der Lockerungen unsere knapp 100 Dozenten angeschrieben, wann sie Zeit haben und ob sie Präsenzunterricht geben wollen. Sobald wir ihre Antworten haben, können wir die Teilnehmer anschreiben und die neuen Termine weitergeben. Wenn wir wissen, wie hoch die neue tatsächliche Teilnehmerzahl ist, können wir entscheiden, ob die Kalkulation für den Kurs noch stimmt.

Die Maschinerie einer Volkshochschule unter Pandemie-Bedingungen ist täglich gezwungen, die routinierten Arbeitsabläufe neu abzugleichen und umzusetzen. Deshalb ist uns auch in Pandemie-Zeiten nicht „langweilig“, wie das Außenstehende vielleicht denken mögen.

Wir schätzen Sie aktuell das Interesse an Präsenzveranstaltungen ein?

Beate Maurer: Prinzipiell hoch, da unsere Teilnehmer den Präsenz-Unterricht der Online-Alternative deutlich vorziehen. Dennoch wissen wir von vielen Stammteilnehmern, dass sie lieber noch warten würden, statt in eine Präsenz mit Abstand und Maskenpflicht während des Unterrichts zu gehen oder aber mit den Lockerungen auch noch anderen Interessen nachgehen wollen, wie zum Beispiel dem Verreisen.

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Die generelle Schwierigkeit für uns ist jedoch vor allem, dass wir heute nicht verlässlich für „in zwei Wochen“ planen und anbieten können, da die Abhängigkeit von der Inzidenz ja bleibt. Und erfahrungsgemäß existiert das Risiko, dass nach Ferien die Inzidenzen wieder ansteigen. Das wirft vor allem auch immer die größten Fragezeichen für unsere Gesundheitskurse auf, eine tragende Säule unseres Gesamtprogramms.

Ist die Vhs in den Pfingstferien offen?

Beate Maurer: Bedingt. Wir haben eine Woche komplett geschlossen und sind in der zweiten Woche im Wechsel da, um Anrufe und E-Mails zu beantworten sowie auf aktuelle Informationen reagieren zu können.

Wie wurden die Online-Angebote angenommen?

Beate Maurer: Wir hatten gut 20 Online-Kurse – beispielsweise im Bereich von Sprachen und Wirbelsäulengymnastik – im Angebot. Die Nachfrage hielt sich in Grenzen. Nur ein Drittel der Kurse ist zustande gekommen.

Das lag zum einen an fehlender Bereitschaft, sich mit dem neuen technischen Weg auseinanderzusetzen. Wir haben Schulungen und Räumlichkeiten für die Dozenten zur Verfügung gestellt. Außerdem planen wir stetig dazu Kursangebote, die die „digitale Fitness“ der Teilnehmer beinhaltet.

Dennoch: Die meisten Leute wollen ihre Volkshochschule in der Präsenz erleben, die sie aus Vor-Corona-Zeiten kennen. Wir hoffen, dass der Weg dahin nicht mehr ganz so weit ist.

Im Marktgemeinderat wurde die Frage gestellt, warum während der Pandemie keine Kurzarbeit für die Vhs-Mitarbeiter angemeldet wurde.

Beate Maurer: Mit dem Thema Kurzarbeit beschäftigen wir uns aktuell in Gesprächen mit Bürgermeister Richard Richter. Angedacht war diese möglicherweise für die Monate Juni oder Juli, ein Antrag ist in Bearbeitung. Auch wenn momentan ja auf Grundlage der aktuellen Inzidenz die Voraussetzungen geschaffen werden, dass wir gerade im Juni wieder Veranstaltungen anbieten könnten.

Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir durch die Corona-Pandemie und die ständige Umorganisation einen riesigen bürokratischen Mehraufwand haben, um unsere Arbeit den geltenden Regeln anzupassen. Tatsächlich war es streckenweise vom Arbeitsaufwand ein volleres Jahr als sonst.

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Wir haben Deutschprüfungen durchgeführt, Online-Kurse neu ausgeschrieben und gehalten, uns um Rückzahlungen der Kursgebühren gekümmert, Rettungsschirme für die Volkshochschule und ihre Dozenten beantragt, unsere Arbeit effektiviert und umstrukturiert, um eine fehlende Arbeitsplatzbesetzung zu kompensieren, was natürlich nicht so öffentlichkeitswirksam ist.

Und natürlich bereiten wir „ganz nebenbei“ das Programm für unser hoffentlich wieder normales Herbst-Winter-Semester vor. Also die Vorstellung, dass wir durch die Pandemie in der Volkshochschule untätig sein könnten, nur weil wir keinen Präsenzunterricht anbieten durften, ist realitätsfern.

Bruckmühl investiert 174.000 Euro in die Volkshochschule

In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Zuschüsse der Marktgemeinde für die Volkshochschule (Vhs) Bruckmühl von 105.000 Euro im Jahr 2000 auf 132.716 Euro im Jahr 2019 erhöht. In den Haushalt 2021 wurden der jährliche Zuschuss von 94.000 Euro und Barzuschüsse von 80.000 Euro eingestellt.

Im Corona-Jahr 2020 erhielt die Vhs 216.349 Euro. Darin enthalten waren ein Corona-Sonderzuschuss von 50.000 Euro, Verwaltungskosten und Barzuschüsse sowie der jährliche Zuschuss von 94.000 Euro. Der Marktgemeinderat stimmte diesem jährlichen Zuschuss für 2019 in seiner Februar-Sitzung einstimmig zu.

Allerdings wurde erstmals auch ein Nachdenken über Kurzarbeit angeregt. Zudem wurde um ein Konzept über die perspektivische Ausrichtung der Einrichtung gewünscht.

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