So feiert Bad Aibling „Pfingstfest zum Midnehma“ in Corona-Zeiten

Gut gelaunte Gäste bevölkern den Biergarten an der Krankenhausstraße. Hecht

Bad Aiblinger Volksfest in Corona-Zeiten: So verlief das erste Wochenende. Welche Maßnahmen getroffen wurden und welche Bilanz die Festwirte ziehen, lesen Sie hier.

von Uwe Hecht

Bad Aibling – Zu Pfingsten ist man es Bad Aibling gewohnt, dass sozusagen über den Dächern der Stadt auf dem Festplatz an der Krankenhausstraße zehn Tage lang das Volksfest mit Stimmung im Festzelt, Gemütlichkeit im Biergarten und fröhlichem Treiben im Vergnügungspark stattfindet. Heuer ist alles anders, dafür sorgen die Bestimmungen im Rahmen der Corona-Pandemie, die Großveranstaltungen bis zum 31 August verbieten.

Gut angenommen wird auch das Mitnahme-Angebot für zu Hause.

In ständigem Kontakt mit Behörden

Dennoch müssen die Bad Aiblinger nicht ganz auf ihr Fest verzichten. Christian Fahrenschon, der mit seiner Familie seit vielen Jahren das Festzelt beim Aiblinger Volksfest hat, hat sich etwas einfallen lassen, das „Pfingstfest zum Midnehma“ und einen „Biergarten zum hocka bleim“. In einem Gespräch mit unserer Zeitung zieht er mit Ehefrau Claudia Bilanz zum ersten Wochenende und macht nicht ganz unberechtigte Hoffnungen auf „Mehr“. „Wir wollen keinesfalls ein riesiges Volksfest, das geht auch gar nicht“, so der Festwirt.

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„Wir wollen den Gästen eine Freude bereiten“, ergänzt Gattin Claudia. Nachdem nun auch die Vergnügungsparks öffnen dürfen, sehen beide gute Chancen, dass sich bis zum 14. Juni noch etwas in Sachen weiterer Attraktionen tut, bisher gibt es bereits das Kinderkarussell für die kleinen Besucher.

Die Bedienungen, wie hier Elke Berger, desinfizieren die Tische nach jedem Besucherwechsel.

Möglichkeit, sich zu präsentieren

„Wir sind in ständigem Kontakt mit den zuständigen Genehmigungsbehörden. Nach dem Motto „klein aber fein“ bemühen wir uns darum, ein paar weiteren Schaustellern die Möglichkeit zu geben, sich hier zu präsentieren. Dann ist es eben ein kleiner Vergnügungspark mit Biergarten“. Zu große Versprechen machen beide nicht, alles hängt von den Genehmigungen ab, zudem muss das Hygiene-Konzept angepasst werden, aber Aufgeben ist keine Alternative, zumal der vorhandene Platz verschiedene Möglichkeiten bietet.

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Ein positives Fazit ziehen Christian und Claudia Fahrenschon zum ersten Wochenende: „Es ist erstaunlich, wie viele Gäste trotz der am Freitag und Samstag niedrigen Temperaturen den Weg zu uns gefunden haben.“ Auf die Einhaltung der Hygiene-Bestimmungen wird strengstens geachtet, am Eingang zum Biergarten stehen Mitarbeiter der „Oberland Security“, die als erstes darauf achten, dass die potenziellen Besucher eine Mund- und Nasenbedeckung haben. „Es müssen nicht zwingend Masken sein, ein Schal oder ein Tuch tun es auch“, so die Sicherheitskräfte, zu deren „Werkzeug“ derzeit neben einer Sprühflasche mit Desinfektionsmittel auch ein Vordruck sowie ein Stift gehört.

Ein kurzer Sprühstoß aus der Flasche auf die Handfläche der Gäste, Vordruck nebst Stift übergeben und schon wird man an einen Tisch gebracht, wo die Maske abgenommen werden darf. Dort wird der Zettel mit Namen, Wohnort und Telefonnummer ausgefüllt, die Bedienung nimmt die Bestellung auf und den ausgefüllten Zettel mit, damit ist dem Sicherheitskonzept genüge getan.

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Mit wenigen Ausnahmen gibt es keinerlei Probleme mit dem Hygienekonzept. „Wir hatten zwei Jugendgruppen, denen war es etwas schwer zu vermitteln ,aber auch hier führe ein nettes Gespräch mit Erklärungen letztlich zum Verständnis“ , so Claudia Fahrenschon, die sich auch darüber freute, dass die „4 Hinterberger Musikanten“ aus ihrer Not eine Tugend machten: In geschlossenen Räumen ist eine Probe derzeit problematisch, so nutzen die Musiker den Biergarten zu Übungseinheiten im Freien. Auch wenn dabei, wie es bei Proben einfach so ist, nicht alles auf Anhieb klappte, hatten die Besucher Freude an der Musik der vier Burschen.

Nach Besucherwechsel Tische desinfizieren

„Alles in bester Ordnung, Tische stehen weiter als die vorgeschriebenen zwei Meter auseinander, die Abstände werden eingehalten, nach jedem Besucherwechsel werden die Tische desinfiziert, auf die Maskenpflicht wird penibel geachtet was will man mehr“, freute sich auch Thorsten Bäcker vom Ordnungsamt der Stadt, der privat im Biergarten war, aber sein „dienstliches Auge“ über den Platz schweifen ließ.

Auch das Angebot „zum midnehma“ wird gut angenommen. „Viele sind halt noch vorsichtig und nehmen sich lieber etwas mit nach Hause. Die Standbetreiber arbeiten auch nach dem Motto besser weniger als gar nichts und freuen sich in erster Linie, ihr Angebot präsentieren zu können“, ist sich der Festwirt sicher. Und ergänzt, „wer in den Biergarten möchte, der setzt sich eben rein, das können durchaus auch Vereine und Firmen sein“. Noch bis zum 14. Juni haben Biergarten und Verkaufsstände von 11 bis 22 Uhr täglich geöffnet.

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