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Neues Konzept fürs Parken

„Viele Beschwerden“: Wie sich Aiblings problematische Parksituation bessern könnte

Viele parkende Autos in der Aiblinger Lindenstraße. Sollte die erste Stunde hier weiterhin kostenlos sein?
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Viele parkende Autos in der Aiblinger Lindenstraße. Sollte die erste Stunde hier weiterhin kostenlos sein?
  • VonNicolas Bettinger
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Anwohnerparkplätze, Pendlergebühren, Suchverkehr – In Bad Aibling machen sich die Stadträte Gedanken über mögliche Veränderungen. Wo es in der Kurstadt die größten Probleme gibt und welche Ansätze eine Besserung versprechen.

Bad Aibling – Mal eben ein paar Dinge in der Stadt erledigen und dabei das Auto eine Stunde kostenlos parken. Klingt verlockend. Doch sollte man das Angebot in Bad Aibling beibehalten oder ist es nicht mehr zeitgemäß? Fragen wie diese stellen sich derzeit an vielen Stellen, die das Thema Parken betreffen.

„Wir bekommen viele Beschwerden“

Auch deshalb beschäftigte sich der Ausschuss für Klimaschutz, Stadtentwicklung und Gesamtverkehrsplanung nun mit der Aiblinger Parksituation. Der Grund: „Wir bekommen viele Beschwerden“, teilte Thomas Gems, Sachgebietsleiter Tiefbau bei der Stadt Bad Aibling, dem Gremium mit. Zwar habe die Stadt in den vergangenen Jahren einiges unternommen. „Trotzdem ist klar, dass es teilweise nicht so ganz passt“, so Gems. Dabei nannte er beispielsweise die Parkproblematik in der Kirchzeile oder in der Bahnhofstraße.

Als Anlass der Diskussion nannte Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) unter anderem den Pendlerparkplatz, der trotz eines „guten Angebotes von einer Tagesgebühr von nur einem Euro nicht gut angenommen“ werde. Denn die Gebühr sorge dafür, dass viele Autofahrer ihr Fahrzeug lieber in den umliegenden Straßen abstellten und es dort dann zu Überlastungen – gerade für die Anwohner – komme.

„Parkraummanagementkonzept“ für das Stadtgebiet

Schlier bezog sich dabei auch auf den Vorschlag von Anwohnerparkplätzen, die Stadtrat Florian Weber (Bayernpartei) schon vorab mehrmals ins Spiel gebracht hatte. „Das ist ein guter Ansatz“, sagte Schlier nun. Um das Thema an zu gehen, wolle man jedoch nicht nur einen kleinen Bereich der Innenstadt, sondern wenn, dann eine ganzheitliche Lösung vorantreiben. „Wenn wir jetzt nur in wenigen Straßen Anwohnerparkausweise verteilen, dann würden sich die Pendler eben zwei Straßen weiter einen Parkplatz suchen“, schilderte Schlier seine Sicht.

In der Ausschusssitzung stand nun die Entscheidung auf der Tagesordnung, ob man ein „Parkraummanagementkonzept“ für das Stadtgebiet in Auftrag geben wolle. Grundsätzlich, betonte Sachgebietsleiter Gems, gehe es nicht nur um die Themen Anwohnerparkplätze und „Park + Ride“. Man müsse sich viele Fragen stellen, etwa ob man überhaupt noch „Parksuchverkehr“ in der Innenstadt haben möchte oder ob man im Bereich von Parkscheiben-Regelungen eher den Trend der Digitalisierung mitverfolge. Insgesamt müsse man für jede Straße eine entsprechende Regelung finden.

Der an diesem Morgen nur spärlich genutzte Pendlerparkplatz am Aiblinger Bahnhof.

„Es gibt keine Denkverbote“, betonte Bürgermeister Schlier. Für ihn sei jedoch klar, dass der Einzelhandel und dessen Erreichbarkeit in den Überlegungen beachtet werden müsse. Demzufolge habe es sich „auf jeden Fall bewährt“, dass man die erste Stunde kostenlos an den Straßen parken könne. Dem schloss sich auch Dieter Bräunlich (ÜWG) an. „Wenn das Angebot entfällt, dann fahren die Menschen unter Umständen noch weiter, um einen Parkplatz zu finden“. so Bräunlich.

Erste Stunde weiterhin kostenfrei parken? „Wir sollten uns das überlegen“

„Komplett anders“ sah das Grünen-Stadträtin Martina Thalmayr. „Wir sollten überlegen, ob wir im Innenstadtbereich wirklich kostenfreies Parken anbieten, wenn das dazu führt, dass der Pendlerparkplatz mit einem Euro nicht angenommen wird.“ Auch im Sinne der Innenstadt-Attraktivität sollte der Parksuchverkehr eher aus dem Zentrum entfernt werden, sagte Thalmayr und verwies etwa auf den Pendler- oder Volksfestparkplatz. Für den Bürgermeister kämen bei diesem Ansatz die Menschen mit Handicap, die beispielsweise nicht weit zum nächsten Geschäft laufen können, allerdings zu kurz. „Eine gewisse Anzahl an Parkplätzen in der Innenstadt ist deshalb schon wichtig“, so Schlier. Dem entgegnete Anita Fuchs (Grüne), dass der Bedarf an Behindertenparkplätzen „natürlich außer Frage“ stehe.

Bezogen auf mögliche Anwohnerparkausweise äußerte Josef Glaser (SPD) die Sorge, dass durch das Angebot dann viele Garagen frei bleiben könnten. Laut Gems wisse man jedoch aus anderen Städten, dass durch die Einführung von Anwohnerparkplätzen grundsätzlich weniger Fahrzeuge auf der Straße stünden. „Sobald Leute dafür bezahlen müssen, räumen sie oft lieber ihre Garage leer“, so der Sachgebietsleiter.

400 Parkplätze gebührenpflichtig

CSU-Stadtrat Johann Schweiger empfahl zudem, bei allen Überlegungen womöglich den Pendlerparkplatz und die anliegenden Straßen gemeinsam zu betrachten. Klar ist, und da war sich wohl das gesamte Gremium einig, dass es für das Stadtgebiet ein neues Konzept brauche, welches sowohl die Bedürfnisse der Gewerbetreibenden, die Kundschaft, den barrierefreien Zugang der Innenstadt sowie die Anforderungen des Klimaschutzes berücksichtigt. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung nun, Angebote für die Aufstellung eines Parkraummanagementkonzeptes einzuholen.

Im Stadtgebiet gibt es derzeit 400 gebührenpflichtige Parkplätze mit insgesamt 23 Parkscheinautomaten.

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