Es ist viel schöner, mit den Kindern in der Schule zu arbeiten

Das Homeoffice macht’s möglich: Förderlehrerin Marianne Reil sind zwei zusätzliche Arme gewachsen. RE

Tuntenhausen – Woche drei ohne Leben in der Grundschule Schönau.

Die Lehrer haben Sehnsucht nach ihren Schülern und erzählen den Lesern des Mangfallboten heute ihre ganz persönliche Corona-Geschichte.

Sie sitzen im Homeoffice, haben das Chaos der ersten Tage kanalisiert, Schüler und Lehrer im Mebis-Portal angelegt, Passwörter verteilt und Fluten an E-Mails bewältigt. Der Fernunterricht ist in die Bahnen gelenkt. Kurz vor den Osterferien ist nun ein wenig dieser neuartigen Normalität eingezogen. Doch die Sehnsucht nach den Kindern bleibt.

Doch wie genau läuft der Unterricht mit den Kleinsten im Alter von sechs bis zehn Jahren per E-Mail oder Online-Plattform ab?

Ein Blick hinterdie Kulissen

Die Schönauer Pädagogen erlauben einen Blick hinter die Kulissen und erklären: Der Klassenlehrer erstellt einen Wochenplan aus Lerninhalten, passenden Buch- und Arbeitsheftseiten, Arbeitsblättern, Videoclips und Übungen aus der Lernplattform. Die Aufgaben werden als Pflicht-, Zusatz- und Wahlaufgaben differenziert. Er strukturiert den Wochenplan nach Unterrichtsfächern und streut Knobel-, Bewegungs-, Lieder- und künstlerische Pausen ein. Natürlich gibt es auch Lösungsblätter zur Selbstkon trolle für die Schüler. Dann wird alles eingescannt und per E-Mail an den Schüler gesendet. Der bearbeitet und kontrolliert die Aufgaben gemeinsam mit seinen Eltern.

Die Hausaufgabenkommen in die Post

Am Ende der Woche schicken die Kinder die Aufgaben dem Lehrer mit der Post zurück. Der korrigiert die Ergebnisse und setzt sich mit den Kindern, bei denen er Schwierigkeiten entdeckt, telefonisch in Verbindung, um zu helfen. Schüler, denen dieses Arbeitspensum zu viel ist, erhalten vom Förderlehrer einen leichteren Wochenplan.

Das Resümee der Schönauer Lehrer: Die Arbeitstage sind länger geworden, die Zeit von 8 bis 13 Uhr reicht nicht aus. Nebenbei sind auch sie kräftig am Lernen, müssen sich in neue Medien wie „Sofatutor“ oder „Mebis“ einarbeiten. Und bleibt dann noch Zeit, nähen sie Mundschutzmasken für die, die sie dringend brauchen.

Doch das Schönste an ihrem Homeschool-Resümee: „Die Schüler fehlen uns“, schreiben sie in ihrer Corona-Geschichte: „Es ist viel schöner, mit den Kindern persönlich in der Schule zu arbeiten.“ Und so planen sie nebenbei die Schulprojekte für die Zeit nach der „C-Krise“, denn das gibt ihnen Zuversicht.

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