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VERSCHIEBUNG DES SAITENSPRÜNGE-FESTIVALS

Bad Aiblings Kurdirektor: „Corona-Maßnahmen sind planlos“

Die Münchner Band „Johnny & The Yooahoos“ eröffnet am 6. November, das Festival im Kurhaus.
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Die Münchner Band „Johnny & The Yooahoos“ eröffnet am 6. November, das Festival im Kurhaus.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Das Gitarrenfestival „Saitensprünge“ wird erneut verschoben: Jetzt soll es im November starten. Wie die Künstler reagiert haben, welche Auswirkungen das für die Stadt hat, erläutert Kurdirektor Thomas Jahn.

Bad Aibling - Corona macht der Kultur einen erneuten Strich durch die Rechnung: Die Konzertreihe „Saitensprünge“ wird jetzt von März auf November verlegt. Was die Künstler sagen, welche finanziellen Einbußen es gibt und wie dramatisch die Verschiebung kultureller Veranstaltungen für die Kurstadt ist, erklärt Kurdirektor Thomas Jahn im Interview.

Herr Jahn, wie haben die Künstler auf die erneute Verschiebung des Festivals reagiert?

Thomas Jahn: Zwar sind die Künstler nicht erfreut über die erneute Verschiebung, doch halten sie uns weiterhin die Treue, da die Musiker sich nichts mehr wünschen, als wieder aufzutreten.

Finanzieller Ausfall lässt sich nicht genau beziffern

Welche finanziellen Einbußen bringt der Ausfall der Reihe für ein Jahr sowie Kosten durch Absagen mit sich?

Jahn: Im Detail lässt sich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau beziffern, da es davon abhängt, ob unsere Gäste ihre gekauften Tickets behalten oder zurückgeben. Die erste Verschiebung haben wir ziemlich gut überstanden. Wie sich die jetzige Maßnahme auswirkt, können wir noch nicht genau einschätzen. Was wir bis jetzt verloren haben, ist der Aufwand für Werbung und Personalkosten für die Vorbereitung. Alle anderen Verträge konnten wir noch kostenfrei verschieben oder auflösen.

Gibt es schon Reaktionen seitens der Bürger oder Saitensprung-Fans aufgrund der erneuten Absage?

Jahn: Viele Stammkunden und Karteninhaber sind sehr traurig, dass die Konzerte nicht stattfinden können und hätten sich sehr gewünscht, einfach wieder Musik zu hören und für eine gewisse Zeit eine schöne Atmosphäre zu erleben. Im Gegensatz zu Oktober/November 2020 wird das Verständnis jedoch weniger.

Es fehlt eine nachvollziehbare Strategie

Wie bewerten Sie persönlich die derzeitigen Corona-Maßnahmen generell?

Jahn: Die Maßnahmen sind struktur- und planlos. Es kann kein Konzept sein, die Bürger immer wieder einzusperren, wenn die Inzidenzen steigen. Wie soll das dauerhaft weitergehen? Was seitens aller Regierungen fehlt, ist eine nachvollziehbare Strategie, das heißt vernetzen der Maßnahmen, impfen, testen errechnen und analysieren der Lage. Das wird nur mit digitalen Lösungen möglich sein. Und hier sehen wir derzeit zwar von privaten Partnern Ideen und auch konkrete Vorschläge, aber wenig bis gar kein Konzept der Regierungen.

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Wie dramatisch ist der coronabedingte Ausfall verschiedenster Veranstaltungen für eine Kurstadt wie Bad Aibling?

Jahn: Die finanziellen Verluste haben wir einerseits durch eine vorausschauende Strategie und andererseits durch schnelle Entscheidungen, Lösungen zu finden, bis jetzt in Grenzen halten können. Für unsere Partner sieht das ganz anders aus. Die Veranstaltungen bedeuten Einnahmen für viele Gewerbetreibende aber auch für Vereine. Hier sind die Verluste erheblich und lassen sich auch nicht einfach ausgleichen. Für die Bürger und Gäste fehlen aber auch die nötigen sozialen Kontakte, die wir Menschen brauchen, um Spaß und Glück zu empfinden. Diese schier endlose Zeit der Distanz hinterlässt Spuren bei den Menschen und das wird noch zu erheblichen Aufwendungen führen.

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Wagen Sie eine Prognose: Wann kehrt in der Region der Vor-Corona-Zustand wieder ein?

Jahn: Leider nein! Derzeit wären wir schon froh, wenn wir eine verbindliche Prognose bekommen würden, bis wann wir unter den Bedingungen von 2020 arbeiten können. Von einer Rückkehr zu den Zeiten vor Februar 2020 ist derzeit nicht zu denken.

Darauf freut er sich am meisten

Wenn der Corona-Lockdown zu Ende geht: Auf was freuen Sie sich persönlich am allermeisten?

Jahn: Wieder entspannt, gemeinsam mit Freunden essen gehen zu können und bei einem Konzert im Brunnenhof Musik zu hören – gemeinsam zu lachen und andere Gesprächsthemen als Corona zu haben.

Was halten Sie von dem Vorschlag, Konzertbesuche und andere kulturelle Veranstaltungen für bereits Geimpfte zu ermöglichen?

Jahn: Wenn man diesen Vorschlag so formuliert, wird man in der Bevölkerung keine Akzeptanz finden – schon gar nicht, wenn das Impfen in dieser Langsamkeit vonstatten geht, wie in den letzten drei Monaten. Kombiniert man aber das Impfen mit Testen, dann entsteht eine Lösung, die für die Bevölkerung annehmbar ist. Dazu brauchen wir aber wieder digitale Lösungen, dass die Testergebnisse – Schnelltests, PCR-Tests und Selbsttests – bei einem Eintritt einfach kontrolliert werden können.

Tickets behalten ihre Gültigkeit

Das Gitarrenfestival „Saitenspünge“ muss erneut coronabedingt verschoben werden. Der Veranstalter Aib-Kur konnte mit allen Künstlern Ersatztermine im November finden. Außer den Ersatzterminen plant die Aib-Kur im November weitere Konzerte innerhalb des Gitarrenfestivals.

Die Planungen laufen derzeit. Das ursprünglich geplante Auftaktkonzert mit der Indie-Folk-Band Johnny and The Yooahoos wird auf Samstag, 6. November verlegt. Alle anderen neuen Termine sind unter www.saitenspruenge.com einsehbar. Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit. Der Ticketverkauf geht weiter – für alle Konzerte sind noch Tickets verfügbar.

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