Warum ein norddeutsches Ehepaar seit 50 Jahren Urlaub in Bad Aibling macht

Ein vertrautes Garten-Trio: Ute (links) und Reinhard Stottmeister haben in der Hotel-Chefin Erika Medl eine Freundin gefunden. neuwirth/re
  • vonThorsten Neuwirth
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Die Zahlenkombination 50 – 721 –58 – 3 – 5 – 4 – 2 steht für ein ganz spezielles Jubiläum. Das Geheimnis hinter den sieben Zahlen: Seit 50 Jahren verbringen Ute und Reinhard Stottmeister im Juni Jahr für Jahr ihren Urlaub in Bad Aibling.

Bad Aibling – Dazu reisen sie aus ihrem 721 Kilometer entfernten Wohnort, dem niedersächsischen Wolfsburg, nach Oberbayern. Wenn man die bis heute in der Kurstadt verbrachte Urlaubszeit addiert, kommt das seit 58 gemeinsamen Jahren auf die stolze Zahl von drei Jahren, fünf Monaten und vier Wochen. „In dieser Zeit ist uns Bad Aibling ans Herz gewachsen und ein zweites zu Hause geworden“, ist sich das Ehepaar Stottmeister einig. In Summe haben dieKurstadt-Liebhaber für die An- und Rückreisein dem zurückliegenden halben Jahrhundert 72.100 Kilometer auf der Straße abgespult.

Kurdirektor lädt zur Feierstunde

Diese wohl einmalige Urlaubs-Historie nahm nun Bad Aiblings zweite Bürgermeisterin Kirstin Hieble-Fritz und Kur-Direktor Thomas Jahn zum Anlass, um im Rahmen einer kleinen Feierstunde die Treue und Verbundenheit der Wolfsburger zur Kur-Stadt zu würdigen. Als Präsent erhielt die „Jubilare“ einen dekorativen Geschenkkorb und Jubiläums-Pralinen.

Bei einer Feierstunde (von links): Kurdirektor Thomas Jahn, Ute Stottmeister, Erika Medl (Gastgeberin), Reinhard Stottmeister und Zweite Bürgermeisterin Kirsten Hieble Fritz.

Sechs Wochen Kur in Oberbayern

Den ersten Kontakt zur Kurstadt knüpfte der selbst ernannte „Vollblut Aquarianer“ 1970. Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte schickte den damaligen Fertigungsplaner für Karosserie-Rohbauanlagen für sechs Wochen zur Kur in die Wendelstein-Klink nach Bad Aibling. „Es war quasi Liebe auf den ersten Blick“, so der 83-Jährige. Von diesem ersten Aufenthalt kehrte er derart begeistert zurück, dass ihn schon im Jahr drauf Ehefrau Ute und Sohn Ralph begleiteten. Bis zum Eintritt in den Ruhestand, 1994, verbrachte das Ehepaar alljährlich „sechs wundervolle Kur-Wochen“ in der Stadt, mit diversen, speziell auf sie abgestimmten Mooranwendungen, Massagen und Bewegungstherapie.

Hotel neben der Klinik

„Der einzige Nachteil war nur, dass mein Mann spätestens um 22 Uhr in der Klinik wieder ein passieren musste, was streng kontrolliert wurde“, erzählt seine 78-jährige Ehefrau mit einem Augenzwinkern. So quartierte sie sich nach eigenen Aussagen kurzer Hand in einem zur Kur-Klinik nahegelegenem Hotel ein.

Mit Eintritt in den Ruhestand war dann ab 1994 bis heute das Harthausener Hotel Medl für ihren nunmehr dreiwöchigen Aufenthalt das gemeinsame und lieb gewonnene Domizil.

Auf die Frage, warum kommt man seit 50 Jahren immer wieder nach Bad Aibling, kommt die Antwort prompt, „weil uns die Heilkraft des Moors bisher so extrem fit gehalten hat, Bad Aibling eine liebeswerte Stadt ist und die Region rund herum mit den vielfältigen Kulturangeboten samt Freizeitmöglichkeiten und der Therme genial ist“.

Kurpark ist ihr Lieblingsplatz

Die Stottmeisters haben die anwendungs- und behandlungsfrei Zeit vor allem auch dazu genutzt, um Land und Leute kennenzulernen. So sind auch zwischenzeitlich Freundschaften entstanden. Als einen ihrer Lieblingsplätze nennen sie spontan den Kurpark. Dort hat es ihnen besonders der alte Baumbestand rund um den Irlachweiher angetan: „Hier kannst du auf einem schattigen Plätzchen die Seele baumeln lassen“, erzählt der ehemalige VW-Angestellte. „Aber unterwegs waren wir auch ganz schön“, ergänzt seine Ehefrau.

Berge und Umgebung erkundet

„Wir haben fast alle Seen und Berge in der Umgebung erkundet und auf dem Wendelstein waren wir auch, natürlich zu Fuß“, betont die ehemalige Kauffrau. Auf die Frage, ob es denn nie Probleme zwischen ihnen, den Nordlichtern, und den Oberbayern gab, kommt sofort ein klares Nein, „wir wurden ab dem ersten Tag mit offenen Armen empfangen und aufgenommen“. Die innige Verbindung zu „ihrem Bad Aibling“ hat Stottmeister sogar in einem Gedicht festgehalten, „….. wir schätzen das Moor und lieben die Therme, alle Aiblinger sind freundlich, dass haben wir gerne ….“

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