Verdichtung oder Profitmaximierung?

Nachverdichtung in der Flurstraße in Feldkirchen: Dieses Mehrfamilienhaus soll abgerissen werden, um Platz für ein Doppelhaus und drei Einfamilienhäuser zu schaffen. Merk

Die dritte Änderung des Bebauungsplanes Flurstraße in Feldkirchen hat den Ferienausschuss zum Nachdenken aufgefordert. Die Kernfrage war: Kann die beabsichtigte Bebauung im Süden von Feldkirchen noch als Nachverdichtung angesehen werden? Oder geht es hier nur um den maximalen Profit?

Von Manfred Merk

Feldkirchen-Westerham – Immerhin verdoppelt sich durch die Änderung des Bebauungsplanes die Zahl der Wohneinheiten von fünf auf zehn. Die Ansichten dazu sind unterschiedlich ausgefallen. Es bleibt aber bei den schon vor längerer Zeit gefassten Beschlüssen.

Nachbarn sehen Vorhaben kritisch

Aktueller Stand des aktuellen geplanten Vorgehens: Abbruch eines stattlichen Mehrfamilienhauses und Neubau von einem Doppelhaus und drei Einfamilienhäusern. Diesem Vorgehen stehen mehrere der unmittelbaren Nachbarn kritisch gegenüber.

Übertriebene Nachverdichtung?

In zwölf eng beschriebenen DIN-A4-Seiten schildern drei Familien aus der direkt betroffenen Flurstraße und vier aus der Schulstraße ihre Befürchtungen, Bedenken und auch ihre zu erwartenden persönlichen Nachteile.

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Auszug aus einem der Beschwerdetexte: „Als Anlieger sind wir über die aus unserer Sicht übertriebene Nachverdichtung entsetzt. Die geplante Bebauung orientiert sich nicht am bestehenden Siedlungskonzept mit Reihen- und Einfamilienhäusern, sondern bringt eine neue Siedlungsstruktur mit sich. Ihr Ziel ist es, eine bestmögliche Profitmaximierung für den Investor zu erreichen.“ Ein weiterer Vorwurf: „Der wertvolle Baumbestand wurde in die Planung nicht mit einbezogen.“

Verwaltung erkennt keine Fehler

Von Seiten der Bauverwaltung wurde zu allen Punkten ausführlich Stellung bezogen, jede Detailfrage genau beantwortet. Auch die zahlreichen Stellungnahmen der zuständigen Ämter und die der Träger öffentlicher Belange werden bei einer Änderung von Bebauungsplänen gewertet. Fazit: Es gibt keine erkennbaren Fehler.

Räte begrüßen das Konzept

Der überwiegende Teil des Ferienausschusses sah in dieser verstärkten Bebauung keine Begünstigung des Antragstellers. „Ein gutes Konzept, eine gelungene Nachverdichtung, kein Grund, etwas zu ändern“, sagte Christiane Noisternig (CSU). Für Heinz Oesterle (SPD) ist die Planänderung Flurstraße „längst gelaufen“.

In Flurstraße darf weiter gebaut werden

Für ihn stelle sich schon jetzt die Frage, wie es mit der angrenzenden Fläche in Richtung Osten weitergehen solle. Eindeutig dagegen ist Elisabeth Spielmann (Grüne): „Nachverdichtung ja, aber in Grenzen“. Sie erinnerte daran, dass die Bebauung der Südseite der Flurstraße schon von Anfang an umstritten war.

Gegen die Stimme von Spielmann wurde folgender Beschluss gefasst: „Die dritte Änderung des Bebauungsplanes Flurstraße nimmt der Ferienausschuss zur Kenntnis.“

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