Vandalen treiben an Heufelder Pfarrkirche ihr Unwesen

Verschmorte Scheiben.
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Verschmorte Scheiben.

Gezündelt, gesprüht und Brand gelegt – Sachschaden beträgt mehrere tausend Euro – Polizei sucht Zeugen

Bruckmühl – Vandalen waren in der Nacht von Sonntag zu Montag auf dem Gelände der Pfarrkirche St. Korbinian in Heufeld zugange. „Sie haben Wände und Pflastersteine mit Farbe besprüht und – den Spuren nach zu urteilen – auch ganz bewusst versucht, Feuer zu legen“, berichtet Kirchenpfleger Markus Zehetmaier verärgert.

Erst vor zwei Jahren waren Kirche und Kirchenvorplatz für 435 000 Euro renoviert worden. „Die großen Fenster des Campanilenganges sind teure Einzelanfertigungen. Jetzt sind sie so stark beschädigt, dass sie wahrscheinlich irreparabel sind“, umreißt Zehetmaier den Schaden. Selbst an den Fenstern wurde Feuer gelegt. „Es sieht so aus, als wären die Farb- und Lackdosen, die wir auf der Wiese gefunden haben, entzündet worden. Darauf weisen großflächige Verschmorungen an den Fenstern hin.“ Auch die Corona-Hinweise an der Kirchentür wurden abgefackelt. Gezündelt wurde außerdem an einer Holzbank im Campanilengang.

Die Täter sind bislang unbekannt. Nachdem am Sonntag Jugendliche im Bereich von Kirche und Verbindungsgang zum Turm beobachtet worden sind, geht die Polizei davon aus, dass es sich bei ihnen um die Täter handeln könnte. „Zur Sternenandacht am Sonntagabend, um 19 Uhr, war noch alles in Ordnung“, versucht der Kirchenpfleger die Tatzeit einzugrenzen. Montag, gegen 8 Uhr, wurde der Schaden entdeckt.

Die Pfarrgemeinde ist entsetzt. Erst vor einem Jahr trieben Unkannte ihr Unwesen in der Heufelder Pfarrkirche. Weihwasser wurde im Kirchenraum verschüttet, das Taufbecken entleert, zahlreiche Opferkerzen abgebrannt. Damals sah sich der Kirchenvorstand dazu gezwungen, St. Korbinian eine Zeit lang abzuschließen, nur noch zu den Gottesdiensten zu öffnen und eine Videoüberwachung anzubringen. „Davor hatten wir jetzt zum Glück Ruhe, doch nun das“, ist Zehetmaier enttäuscht.

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Vor dem Weihnachtsfest wird es der Pfarrgemeinde nicht mehr gelingen, den Schaden zu beheben. „Wir müssen nun erst einmal damit leben und uns Angebote einholen“, kündigt er an. Wie viel die Reinigung von Kirchenmauern und Pflaster sowie die Reparatur der Fenster kosten wird, ist noch nicht klar. „Wir gehen aber von mehreren tausend Euro aus“, so Zehetmaier. Da der Außenbereich der Kirche nicht versichert ist, muss die Gemeinde die Kosten aus eigener Kraft aufbringen.

Die Pfarrgemeinde hat Anzeige erstattet. Am Montag sicherte die Polizei vor Ort Spuren. Zeugen, die etwas beobachtet haben oder Angaben zu den Tätern machen können, werden gebeten, sich unter Telefon 0 80 61/9 07 30 an die Polizei Bad Aibling zu wenden.

Abgefackelte Zettel.
Besprühte Wände. Flöhl

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