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Valentinstag - Kommerz oder Tag der Liebe?

„Ich liebe dich“ – Paartherapeutin aus Bad Aibling erklärt, wie die Liebe frisch bleibt

Blumen zum Valentinstag: Für viele Paare hat der Tag der Liebe eine besondere Bedeutung.
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Blumen zum Valentinstag: Für viele Paare hat der Tag der Liebe eine besondere Bedeutung.

Zum Valentinstag erklärt die Paartherapeutin Michaela Steiger, warum Beziehungen das ganze Jahr über gepflegt werden sollten und warum Corona viele Probleme verdeutlicht. Doch was ist eigentlich das größte Gift für eine Partnerschaft?

Bad Aibling – Für die einen ist der 14. Februar ein bedeutungsloses Datum, für die anderen wird der Valentinstag als „Tag der Liebe“ zelebriert. Statistisch gesehen greifen die meisten Menschen, die ihrem Partner an diesem Tag ein Geschenk machen wollen, auf Blumen zurück. Doch sollten Gesten dieser Art nicht über das ganze Jahr verteilt erbracht werden und nicht nur an einem Tag, der für viele Menschen längst dem Kommerz zum Opfer gefallen ist?

Paartherapeutin: „Beziehung braucht das ganze Jahr Pflege“

Paartherapeutin Michaela Steiger.

„Aus meiner Sicht ist der Valentinstag genau das, was man daraus macht“, sagt Michaela Steiger (47), die in Bad Aibling eine Praxis für systemische Paar- und Familientherapie leitet. Wenn Blumen verschenkt werden, weil man sich darüber freut, dem Partner ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, spreche demnach nichts gegen Geschenke - „wenn diese von Herzen kommen“, so Steiger. Nur zu schenken, weil Valentinstag ist, sei dagegen keine Bereicherung für die Beziehung. Denn für die Paartherapeutin sei klar, „dass eine Beziehung das ganze Jahr Pflege braucht“.

Es gebe neben Geschenken weitaus mehr Arten, wie man Liebe zeigen könne. Auch hier gilt: „Herzensgeschenke sind die Besten, zum Beispiel ein kleiner Zettel am Morgen an der Kaffeetasse mit dem Text: ‚ich liebe dich‘.“ Ein schönes Geschenk im Alltag sei es, dem Partner zu zuhören und seinen Gefühlen Raum und Zeit zu schenken, so Steiger. Denn mangelnde Wertschätzung sei Gift für eine Beziehung und „es scheitern Beziehungen sogar häufig daran“, sagt die Therapeutin. Nimmt die Aufmerksamkeit für den Partner ab, fühlt sich dieser nicht mehr wahrgenommen und häufig auch abgelehnt, erklärt Steiger. „Paare können dann Jahre lang nebeneinanderher leben, ohne wirkliche innere Verbundenheit.“ Eine Folge daraus könnten innere Leere oder häufige Konflikte sein.

Mit Überraschungen frisch halten

Wichtig sei deshalb, die Beziehung etwa durch Überraschungen oder Geschenke frisch zu halten. „Überraschungen in Form von Spontanität sorgen auch dafür, dass sich der Partner wahrgenommen und geschätzt fühlt“, sagt Steiger. Auch hier gelte: Materielle Zuwendungen können nicht an die Stelle von aufrichtigen Gefühlen treten, so die Therapeutin. Es seien die kleinen Aufmerksamkeiten im Alltag, die dem Partner signalisieren, wie wichtig er für einen ist. Dies könne sich beispielsweise in Komplimenten ausdrücken oder in fürsorglichem Verhalten, etwa wenn man dem Partner sein Lieblingsessen kocht, erklärt Steiger.

Normal ist, so Steiger, dass Beziehungen durch Krisen gehen. Dabei spricht sie nicht von statistisch festgelegten Zeiträumen, wie etwa das verflixte siebte Jahr. „Es gibt häufig innere und äußere Belastungen im Leben, die eine Beziehung bewältigen muss. Diese sind zeitlich nicht bestimmbar, sondern hängen von individuellen Schicksalsschlägen, zum Beispiel Verlust eines geliebten Menschen, Krankheit, Sucht, Arbeitsplatzverlust oder paardynamischen Problemen ab. Und was ist mit Corona?

Corona macht Probleme sichtbarer

Die Pandemie mache die Probleme sichtbarer und intensiver, betont Steiger. „Meist haben die Themen jedoch vorher schon existiert, konnten aber besser kompensiert werden.“ Zudem komme die Herausforderung, die Ängste und Unsicherheiten durch die Pandemie, die von außen ins Familiensystem getragen werden, zu bewältigen.

Deshalb rät die Paartherapeutin, angestauten Druck rechtzeitig und deutlich zu kommunizieren, um gemeinsam deeskalierende Lösungen zu finden. „Allein der Umstand, dass man negative Gefühle oder belastende Gedanken in Worte und Gespräche fassen kann, ist in vielen Fällen äußerst hilfreich“, sagt Steiger.

Die Grundvoraussetzung dafür sei, dass der Partner zuhören kann, ohne den anderen zu bewerten. Denn das größte Gift in einer Paarbeziehung seien abwertende Worte oder Handlungen.

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