Urbanes Quartier

Bruckmühler Marktgemeinderat bringt Wohnbau am Triftbach auf den Weg

Vom ehemaligen Naturdenkmal (links) im Südosten der ehemaligen Wolldeckenfabrik am Ende der Marienburgstraße soll das Wohnen südlich vom Triftbach entwickelt werden. Neuwirth
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Vom ehemaligen Naturdenkmal (links) im Südosten der ehemaligen Wolldeckenfabrik am Ende der Marienburgstraße soll das Wohnen südlich vom Triftbach entwickelt werden. Neuwirth
  • vonThorsten Neuwirth
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220 Wohnungen, 244 Parkplätze, Kindergarten, Grünanlagen, Supermarkt und ein Kreisverkehr sollen auf dem Gelände der Wolldeckenfabrik entstehen. Die Investoren stellten dem Bruckmühler Marktgemeinderat jetzt ihren Masterplan vor. Zu ihm gehört auch der „Entwicklungsbaustein Südlich vom Triftbach“.

Bruckmühl – Der „ungeschliffene, 120 Jahre alte Rohdiamant“, der heute im Erdgeschoss zu 100 Prozent vermietet ist und im Obergeschoss komplett leer steht – soll in den nächsten 15 Jahren in kleinen Schritten in ein modernes, urbanes Quartier verwandelt werden.

Städtebauliches Vakuum beleben

Florian Eisner, Geschäftsführer des Investors Werndl & Partner, benannte zuerst die Negativpunkte des Planungsdreiecks zwischen BWB-Gewerbepark im Norden, der Marienburgstraße im Osten und der Sudentenstraße im Süden: Ein städtebauliches Vakuum – ohne Verbindung zum restlichen Ortskern, ohne barrierefreie und ortskernnahe Wohnungen, ohne erlebbare Grünflächen. Zudem versiegelten ein paar Parkplätze eine große Schotterfläche. Die Überreste des ehemals großen Naturdenkmals im Süd-Ost-Bereich bezeichnete er als „kläglich“.

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Die straßenmäßige Erschließung der 75 Wohnungen und 145 Tiefgaragenparkplätzen soll über die Brücke über den Triftbach im Norden erfolgen.

Das soll sich ändern. Ziel der Planungen sind eine Höhenentwicklung der Gebäude am vorhandenen Baumbestand, die Wiederherstellung des ehemals vorhandenen Grüngürtels, eine funktionierende Verbindung vom Bahn-Haltepunkt Heufeldmühle über den BWB-Gewerbepark und die Sudetenstraße bis zur Mangfall und nach Osten zur Gottlob-Weiler-Straße. Daneben sollen erlebbare Grünflächen mit parkartigen Strukturen entstehen und bis zu 145 Autos in Tiefgaragen „verschwinden“.

75 Wohnungen in sechs Punkthäusern

Geplant sind sechs Punkthäuser mit Gründächern und 75 Wohnungen in unterschiedlichen Größen. „30 Prozent davon sollen über den geförderten Wohnungsbau der Regierung von Oberbayern realisiert werden“, so Eisner.

Eine Kindertageseinrichtung mit entsprechenden Außenflächen für zwei Gruppen ist im südöstlichen Punkthaus geplant. Die straßenmäßige Erschließung erfolgt über die neue Brücke über den Triftbach im Norden.

Unter dem Slogan „Wir bauen für die Menschen vor Ort“ bekommen laut Eisner zuerst die Bürger der Gemeinde, danach die ansässigen Unternehmen und deren Angestellte für jeweils vier Wochen ein Vorkaufsrecht.

Grünes und zentrales Energiekonzept

Für den schonendem Umgang mit Ressourcen sollen ein zentrales Energiekonzept mit Kraft-Wärme-Kopplung, großflächige Photovoltaikanlagen und die Integration des Elektrowerkes sorgen. Den Bedenken des zu geringen Kita-Angebotes von Josef Staudt (SPD/PU) entgegnete Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW): „Bis 2025 haben wir in der unmittelbaren Umgebung mehr als genug Plätze.“

Die weiteren Anregungen des SPD/PU-Rates, das vorhandene Fließwasser für die Wärmegewinnung zu nutzen, stießen bei dem Investorenvertreter „auf offene Türen“.

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Michael Stahuber (CSU/PW) war das südöstliche Gebäude „zu viel des Guten“. Hierzu erklärte Eisner: „Wir schaffen so viel Grün um alle Häuser. Das passt schon. Ihre Sorgen sind wirklich unbegründet.“ Drastischer fiel das Urteil von CSU/PW-Rat Hubert Maier aus. Obwohl er die Planungen generell als „toll“ bezeichnete, hielt er das südöstliche Haus für „unnötig“.

22 stimmen für die Pläne, einer dagegen

Zudem kritisierte er die Gebäudehöhen: „Wir sollten den wertvollen Blick auf die schlafende Jungfrau nicht verbauen.“ Seine Zustimmung zu den Planungen machte er von der Umsetzung seiner Argumente abhängig: „Ich kann nur Ja sagen, wenn das so umgesetzt wird.“ Dem entgegnete Florian Eisner: „Unsere Planungen spiegeln eine sinnvolle und behutsame Nutzung von Grund und Boden wider. Letztlich hat aber die Gemeinde den Gestaltungsspielraum.“

Letztlich brachte der Bruckmühler Marktgemeinderat die Gesamtplanungen – darunter auch die für den „Entwicklungsbaustein Südlich vom Triftbach“ – auf dem Areal der ehemaligen Wolldeckenfabrik mit 22 Stimmen auf den Weg. Einzig Hubert Maier stimmte dagegen.

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