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934 Unterschriften gegen Tetrafunkmast

Vor dem Rathaus hatte sich eine Gruppe von Tetrafunkgegnern zu einer Demonstration mit Transparenten eingefunden. Fotos Mischi/Talkenberg
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Vor dem Rathaus hatte sich eine Gruppe von Tetrafunkgegnern zu einer Demonstration mit Transparenten eingefunden. Fotos Mischi/Talkenberg

Einen dicken Stapel an Unterschriften überreichte gestern die Bruckmühler Bürgerinitiative gegen Tetrafunk an Zweiten Bürgermeister Richard Richter. Vor dem Rathaus demonstrierte parallel eine Gruppe gegen Funkstrahlung und den geplanten Standort mitten im Ort.

Ein entsprechendes Messgerät der Bundesnetzagentur ist bereits seit einigen Tagen an der Uhlandweg im Einsatz, um den Ist-Zustand der Mobilfunk-Belastung zu ermitteln.

Bruckmühl - Wie berichtet, steht die ausführende Firma Telent - im Auftrag der Projektgruppe "DigiNet" der bayerischen Staatsregierung des Inneren - in Verhandlungen mit der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG). Diese betreibt mitten im Bruckmühler Ortszentrum auf dem Postgebäude einen Funkmasten. Derzeit wird geprüft, ob dort eine Tetrafunkantenne aus statischen Gründen noch "draufgesattelt" werden kann.

Für die Bürgerinitiative ist dieses Ansinnen ein Unding. Sie hatte zunächst gefordert, dass sich die Marktgemeinde dem Tetra-Moratorium - wie bereits von über 30 bayerische Kommunen erfolgt - anschließt. Dieses hatte der Marktgemeinderat, wie berichtet, aber abgelehnt. Zum einen hat dies nach Angaben des bayerischen Gemeindetags keine verbindliche Rechtsgültigkeit und zum anderen wollte die Kommune auf Dialog mit den Firmen setzten, um so noch auf einen Alternativstandort einwirken zu können.

"Nachdem sich der Marktgemeinderat aus diesen politischen Gründen nicht für ein Tetra-Moratorium ausgesprochen hat, hat die Bürgerinitiative folgende Erwartungen an die Kommune", erklärte Initiativen-Sprecher Jürgen Talkenberg im Beisein zahlreicher Mitglieder der Initiative den Rathaus-Vertretern. So verlangte er, dass kein Sendemast im Ortskern oder an anderen Orten in dicht besiedeltem Gebiet aufgestellt wird. Außerdem: Für die Ermittlung und objektive Bewertung der zu erwartenden Strahlenbelastung, die durch Tetrafunk an möglichen Standorten in und um Bruckmühl entstehen würde, sei ein entsprechendes Immissionsgutachten durch ein neutrales Institut unerlässlich.

"Wir fordern zudem mit den Unterschriften die Gemeindeverwaltung auf, ein solches Gutachten beispielsweise beim Umweltinstitut in München und bei Bedarf auch gemeinsam mit angrenzenden Gemeinden in Auftrag zu geben", so Talkenberg. Dies habe jüngst die Gemeinde Samerberg in gleicher Sache praktiziert.

Ein erster Schritt dazu sind die beschlossenen Strahlenmessungen - ein Tipp der Bürgerinitiative. Die Bundesnetzagentur hat dazu der Gemeinde kostenlos ein Strahlenmessgerät zur Verfügung gestellt. Dieses ist derzeit für einen Monat im Bereich Uhlandweg auf Privatgrund installiert. Nächste Station des Gerätes ist dann für einen weiteren Monat auf dem Rathausbalkon. "Es ist zudem geplant, es auch im Bereich der ehemaligen Wolldeckenfabrik aufzustellen, um einen guten Überblick über die Belastungen zu bekommen", kündigte Richter an.

Darüber hinaus erwartet die Bürgerinitiative, dass die Gemeinde aufgrund der schon jetzt am Antennenmast im Ortszentrum installierten zirka 30 Mobilfunk-antennen jährlich Messungen von einem unabhängigen Sachverständigen durchführen lässt. "Wir halten diese Transparenz für dringend erforderlich", so Talkenberg. Er zollte seinen Mitstreitern überdies Lob für deren Engagement in den vergangenen Wochen. Talkenberg verwies in diesem Zusammenhang auch auf die mit Tetrafunk verbundenen ungeklärten gesundheitlichen, technischen und finanziellen Risiken.

Hierzu hatte Erwin Görner, weiterer "Motor" der Bürgerinitiative", in wochenlanger Arbeit eine Zusammenfassung verschiedener Studien zu den Themen Tetra- und Mobilfunk angefertigt. "Nach dem derzeit aktuellen Kenntnisstand sowie der Aussage der WHO stellt der allgemeine Mobilfunk eine mögliche Gefahr für Krebs-Erkrankungen dar", erläuterte Görner. Seiner Meinung nach weist Tetrafunk erhebliche Unterschiede zu Mobilfunk auf - beispielsweise bei den Frequenzen im Bereich der Gehirnwellen und der gepulsten Strahlung. "Deshalb ist es nicht möglich, die Aussage der Strahlenschutzkommission zu Mobilfunk: 'gesundheitlich unbedenklich" auf die Anwendung von Tetrafunk 1:1 zu übertragen", erläuterte Görner. Im Gegenteil: Er gehe hier von einer höheren Gesundheitsgefährdung aus. Kritik übte der Bürgerinitiativler auch an den deutschen Grenzwerten für Mobil- und Tetrafunk.

Fazit der Unterschriftenübergabe: "Wir gehen davon aus, dass auch der neue Gemeinderat nach der Wahl die Bedenken der Bürger ernst nimmt, sich dem Wohl der Bürger verpflichtet fühlt und entsprechend die Beschlüsse sowie unsere oben genannten Forderungen mit dem erforderlichen Nachdruck weiter umsetzt", betonte Talkenberg.

Richter zufolge soll es dazu und über die Unterschriftenübergabe weitere Informationen in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen geben. Außerdem hat er - wie vom Gemeinderat beschlossen - bereits hinsichtlich eines runden Tisches zum Thema "Tetrafunk" Kontakt zu den benachbarten Bürgermeistern aufgenommen. Ein Termin steht aber noch nicht fest.

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