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Obst- und Gartenbauverein Vagen-Mittenkirchen feiert 100-Jähriges

„Uns und unsere Nachbarn ernähren“: Aufgaben gleichen denen der Gründerzeit

Blumen zum 100-jährigen Bestehen: Rainer Steidle, Vorsitzender im Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, und Jorun Cramer, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Vagen-Mittenkirchen.
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Blumen zum 100-jährigen Bestehen: Rainer Steidle, Vorsitzender im Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, und Jorun Cramer, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Vagen-Mittenkirchen.

Als der Obst- und Gartenbauverein Vagen-Mittenkirchen im Juni 1922 gegründet wurde, wollte er die Not nach dem Ersten Weltkrieg lindern. Die Selbstversorgung der Menschen stand im Vordergrund. In Zeiten von Krisen, Krieg und Klimawandel kommt ihm 100 Jahre später eine ähnlich dramatische Bedeutung zu.

Vagen – In Zeiten von Krisen, Krieg und Klimawandel kommt den Obst- und Gartenbauvereinen immer größere Bedeutung zu: Es gilt, die kostengünstige Versorgung der Menschen mit regional angebautem, frischem Obst und Gemüse in eigenen Gärten sicherzustellen. Daneben müssen mehr Grünflächen Insekten und Vögeln Nahrung geben, Pflanzen einer Überhitzung der Wohngebiete entgegenwirken und ihren Bewohnern einen lebenswerteren Raum bieten. Zudem gilt es, bei nachwachsenden Generationen wieder eine stärkere Verbindung zur Natur zu verankern.

Feier zum 100-jährigen Jubiläum

Ein Verein, der dieser Herausforderung gerecht wird, ist der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Vagen-Mittenkirchen. Kürzlich haben Vorstandschaft und Mitglieder das 100-jährige Jubiläum des OGV im selbst renovierten Boschnhaus in der Vagener Ortsmitte gefeiert. Die Festredner waren Wolfram Vaitl, Präsident des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege, Harald Lorenz, stellvertretender Vorsitzender im Bezirksverband für Gartenkultur und Landespflege Oberbayern, Rainer Steidle, Vorsitzender im Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Rosenheim sowie Hans Schaberl und Richard Richter, die Bürgermeister der Gemeinden Feldkirchen-Westerham und Bruckmühl. Sie machten deutlich, dass Vereine wie der OGV und ihre Arbeit so bedeutsam seien wie vor 100 Jahren.

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Vaitl wörtlich: „Wir Gartenbauvereine werden noch so weit kommen, dass wir unsere Gartenzwerge rauswerfen, um Platz für den Gemüseanbau zu schaffen, um uns und unsere Nachbarn zu ernähren.“

Besonderes Lob äußerten die Vertreter von Verbänden und Gemeinden für die gut organisierte Obstpresse der Vagener Obst- und Gartenbauer. Ihre Anerkennung fanden auch Projekte wie die Streuobstwiesen, Wanderwege, der Vogellehrpfad und das Boschnhaus. In Eigenregie habe der OGV ein „Haus für Jung und Alt, einen Ort, der viel Freude bereitet“ geschaffen, betonte Bürgermeister Schaberl.

Hervorgehoben wurde im Rahmen des Festabends für geladene Gäste die „inspirierende Jugendarbeit“. Lorenz zeigte sich „sehr froh, dass der OGV hier Zeichen setzt“. Es sei entscheidend für die kommenden Jahre, die Nachwuchsarbeit zu intensivieren – für das Wissen um nachhaltiges Leben einerseits, für die Vereinsarbeit andererseits.

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Ein Anliegen, das auch Jorun Cramer, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Vagen-Mittenkirchen, in ihrer Festrede verdeutlichte. Der OGV sehe sich, wie die meisten anderen Vereine, vor die existenzielle Herausforderung gestellt, „Personen zu finden, die Ämter in der Vereinsleitung übernehmen“, hob die Vorsitzende hervor.

Für ihr Engagement im und für den OGV durfte Jorun Cramer herausragende Persönlichkeiten des Vereins auszeichnen. Zu ihnen zählten ihre Vorgänger im Amt, Klaus Anderl und Christof Langer, ebenso wie die in der Jugendarbeit sehr aktive, zweite Vorsitzende Bettina Sedlmair und Kassier Maria Biegner.

Ehrung verdienter Mitglieder

Geehrt wurden auch die über viele Jahrzehnte für den Verein aktiven Brita Ulitz und Sebastian Anderl oder auch Walter Rösel, der unter anderem die aufwendige Chronik zum Jubiläum gestaltet hatte. Abgerundet wurden die Feierlichkeiten durch einen Frühschoppen mit der Vonger Vierer Blosn am darauffolgenden Tag.

Der Obst- und Gartenbauverein Vagen-Mittenkirchen wurde im Juni 1922 auf Initiative des Dorflehrers Alfons Oberhauser ins Leben gerufen. Bei der Gründung in der Not nach dem Ersten Weltkrieg stand die Selbstversorgung der Menschen im Vordergrund.