Bruckmühler nutzen Corona-Auszeit für Entrümpelung und Müllentsorgung

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Viele Bruckmühler und sogar Müll-Touristen nutzen die Corona-Auszeit von der Arbeit, um ihren Müll zu entsorgen. Dass sie dabei auch den Coronavirus verbreiten könnten, scheint ihnen gar nicht in den Sinn zu kommen. Deshalb hat die Marktgemeinde Bruckmühl jetzt die Reißleine gezogen und den Wertstoffhof zugesperrt.

Die Marktgemeinde Bruckmühl hat ihren Wertstoffhof geschlossen. Der Ansturm war in dieser Woche so groß wie noch nie. Trotz der Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Die Lagerkapazitäten sind erschöpft. Zudem will der Bürgermeister seine Mitarbeiter schützen: „Vor uneinsichtigen Bürgern.“

Bruckmühl – Es ist, als würden die Corona-Warnungen bei den Menschen nicht ankommen. Und es ist unverantwortlich, findet man bei der Gemeindeverwaltung in Bruckmühl. Die Wertstoffhöfe werden gerade überrannt. So auch der in Bruckmühl.

In langen Schlangen warten die „Corona-Urlauber“ mit ihrem Müll vor den Toren des Hofes bis weit in die Sonnenwiechser Straße. Viele sind schon in Kurzarbeit oder vom Unternehmen beurlaubt. Mit dem Ziel, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Der Wertstoffhof wird überrant

Doch jetzt haben sie Zeit. Für den Frühjahrsputz. Die Entrümpelung ihrer Keller und Böden. Für den Garten. Sie brauchen diese ausgleichende Arbeit gerade, um mit der Krisensituation umgehen zu können. Aber offenbar wollen viele noch rechtzeitig vor einer drohenden Ausgangssperre ihr Zuhause entrümpeln.

„Wir haben noch nie so einen riesigen Ansturm gehabt wie in dieser Woche. Das geht jetzt seit Montag so. Das ist brutal“, sagt einer der Mitarbeiter des Bruckmühler Wertstoffhofes fassungslos. „Die Autokennzeichen reichen von Kufstein bis Bad Tölz“, ist er empört. Möglicherweise seien es Dienstwagen, aber vielleicht auch Müll-Touristen.

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Die Bauhofmitarbeiter arbeiten auf dem Wertstoffhof unter Hochdruck. Das Landratsamt als für das Abfallrecht zuständige Behörde hatte noch am Donnerstag angeordnet, die Wertstoffhöfe vorerst offen zu halten.

Kein Schutz für die Mitarbeiter

Also werden in Bruckmühl Schutzmaßnahmen ergriffen, immer nur drei Fahrzeuge gleichzeitig auf den Wertstoffhof gelassen und abgefertigt. Die Männer arbeiten mit Schutzhandschuhen. Doch wirklich schützen können sie sich nicht.

Freitagmittag zog Bürgermeister Richard Richter die Notbremse. Er verordnete die Schließung des Wertstoffhofes. Auf eigene Verantwortung. „Wir müssen reagieren und unsere Mitarbeiter vor uneinsichtigen Bürgern schützen“, entscheidet er. „Unsere Leute leisten hier brutal viel. Und dann müssen sie sich dafür auch noch anpöbeln lassen.“

Auch Samstag und Montag geschlossen

Doch nicht nur das ist ein Problem. Auch die Lagerkapazitäten gehen zur Neige. Der Wertstoffhof bleibt auch am Samstag und Montag geschlossen. Wie es danach weitergeht, wird noch entschieden.

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